Feier im Pflegeheim St. Martinus Bramscherin stößt mit Sekt auf ihren 105. Geburtstag an

Von Holger Schulze

Elisabeth Pfister (Vierte von links) stieß mit ihren Gästen auf den 105. Geburtstag an. Foto: Holger SchulzeElisabeth Pfister (Vierte von links) stieß mit ihren Gästen auf den 105. Geburtstag an. Foto: Holger Schulze

Bramsche. Ihren 105. Geburtstag hat am Freitag Elisabeth Pfister in Bramsche gefeiert. Da kann man für die Geburtstagsfeier schon einmal 700 Kilometer Anreise in Kauf nehmen.

Ihr Neffe Hans-Joachim Klosa, inzwischen auch in den 80ern, hatte hierfür in Begleitung seiner Lebensgefährtin Ingrid Altmann die 700 Kilometer von Görlitz zurückgelegt. Roswitha Brinkhus als Stellvertreterin des Bürgermeisters und Elisabeth Nagels vom Ortsrat gratulierten im Alten- und Pflegezentrum St. Martinus ebenso wie schriftlich der Landrat und der Niedersächsische Ministerpräsident. „Da kann man mal sehen, wie berühmt man ist, wenn man so alt wird“, scherzte Elisabeth Pfister bei der Übergabe der Glückwünsche von Michael Lübbersmann und Stephan Weil durch Ortsbürgermeisterin Roswitha Brinkhus.

Wacher Geist

Der Humor sowie ihr immer noch beneidenswert wacher Geist sind der Jubilarin erhalten geblieben. Nur die Knochen wollen nicht mehr so wie früher. „Heute geht es mir an für sich gut, ich kann nur nicht mehr so weit laufen. Das Alter erlaubt es nicht mehr, da lässt alles ein bisschen nach“, beschrieb Elisabeth Pfister im Vorfeld der Geburtstagsfeier mit Schnittchen und Sekt ihre gegenwärtige Befindlichkeit.

Patienten getragen

Geboren in der Nähe des Riesengebirges in Schlesien, führte sie ihr langer Lebensweg an so manchen, nicht immer einfachen Stationen vorbei. Zwei Weltkriege, die Flucht vor den Russen und vier Jahrzehnte „Knochenarbeit“ wie es Elisabeth Pfister nennt, als Krankenschwester liegen hinter ihr. Knochenarbeit deshalb, weil zu ihrer Zeit noch die Patienten ohne Aufzug über das Treppenhaus mehrere Etagen zu den verschiedenen Behandlungen getragen werden mussten.

Mit 94 ins Heim

Elisabeth Pfister heiratete spät und hat deshalb keine eigenen Kindern. Inzwischen musste sie auch von etlichen ihrer zahlreichen Neffen und Nichten Abschied nehmen. Ein Oberschenkelhalsbruch mit lebensgefährlichen Komplikationen machte es mit 94 Jahren für sie notwendig, den bis dahin selbstständig geführten Haushalt aufzugeben und als eine der ersten Bewohnerinnen in das Alten- und Pflegezentrum St. Martinus zu ziehen. „Ich fühle mich in dem Heim sehr gut versorgt. Die Verpflegung sowie die Heimleitung sind sehr gut”, zeigte sich Elisabeth Pfister mehr als zufrieden mit dieser Lösung.  

„Mein Wunsch für mein neues Lebensjahr ist nur noch Gesundheit. Ich habe sonst alles. Sonst bin ich sehr zufrieden mit meinem Leben, sagt Elisabeth Pfister, di enoch eine Kostprobe ihres immer noch jungen Humors gibt:

"Jetzt wird man ja etwas ruhiger.“


„Zum 106. Geburtstag bekommt sie eine Schultüte“, kündigte Pfarrer Hubertus Hindemith an, der vor der Geburtstagsfeier ein Dankamt mit der Jubilarin in der hauseigenen Kapelle gefeiert hatte. Wer Elisabeth Pfister bei diesem Scherz lachen sah muss eigentlich davon ausgehen, dass es nächstes Jahr dazu kommen wird. „Doch das entscheidet der da oben“, erwiderte sie mit einer Geste gen Himmel. Ihr Geist ist eben noch absolut aktuell im Hier und Jetzt präsent.


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