Vorstellung im Kulturausschuss Bramscher Tuchmacher-Museum "auf dem richtigen Weg"

Für weitere sieben Jahre  kann sich das Tuchmacher-Museum mit dem begehrten Gütesiegel des Deutschen Museumsverbandes schmücken. Ende Februar wurde die Plakette am Eingang angebracht. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeFür weitere sieben Jahre kann sich das Tuchmacher-Museum mit dem begehrten Gütesiegel des Deutschen Museumsverbandes schmücken. Ende Februar wurde die Plakette am Eingang angebracht. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Das Tuchmacher-Museum Bramsche hat 2018 2000 Besucher mehr gezählt als im Vorjahr. Museumsleiterin Kerstin Schumann führt das unter anderen auf neue, attraktive Veranstaltungen zurück und sagt "Wir sind auf dem richtigen Weg".

Vor dem Ratsausschuss für Schule und Kultur verwies Schumann besonders auf den sehr gut besuchten "Schafstag", den das Museum im Frühsommer 2018 erstmals veranstaltet hat.




 Allein an diesem Tag wurden fast 2000 Gäste gezählt, die sich über Schafzucht oder -schur informierten, für die Weiterverarbeitung der Wolle oder für Produkte rund um die wolligen Vierbeiner. Für Schumann ist der Schafstag ein Erfolgsmodell, deshalb soll am 16. Juni 2019  eine Wiederholung mit erweitertem Angebot folgen. Das Konzept, durch niedrigschwellige Großveranstaltungen den Besucherkreis zu erweitern, sei offenkundig aufgegangen, so Schumann weiter.

Im reinen Museumsbereich wurden 2018 14686 Besucher gezählt. Das neue Kassensystem macht diese separate Erfassung möglich. Zählt man die Besucher des Ladens, der Ausstellungen oder Ratsuchende bei der Tourist-Information dazu kommt das Haus am Mühlenort sogar auf 28 792 Besucher.

Wieder zertifiziert

Mit Stolz berichtete Schumann  über die wiederholte Zertifizierung des Museums durch den deutschen Museumsverband im Februar 2019. Das Bramscher Museum ist damit eines von 39 in Niedersachsen und Bremen, die bereits zum zweiten Mal die begehrte Plakette anbringen dürfen. "Beim zweiten Mal wird es nicht einfacher", meinte Schumann im Rückblick. In den vergangenen Jahren habe sich das Museumsteam bemüht, die Kernkompetenzen als  "Museum in Bewegung" unter anderem durch die Ausweitung  der funktionstüchtigen Maschinen zu schärfen. Es gibt Kooperationen mit der Universität  und der Hochschule Osnabrück. Unter anderem setzten FH-Studenten  für das Obergeschoss das virtuelle Modell eines Webstuhls um. Die von den Museumsfachleuten 2010 ebenfalls geforderte digitale Inventarisierung wurde inzwischen umgesetzt, die Sammlungen fachgerecht verpackt, ein neues, sicheres Depot im Keller des Rathauses eingerichtet und Archivschränke für die Materialien angeschafft.

"Wir leisten gute Arbeit"

"Die Zertifizierung hat uns gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind" fasste Schumann zusammen. Die Auszeichnung sei zudem ein "wichtiges Signal" an die Partner und Förderer des Museums: "Wir leisten  vor und hinter den Kulissen sehr gute Arbeit". 

Im weiteren Verlauf der Sitzung stellte Schumann den Kommunalpolitikern das Programm des Museums für die kommenden Monate vor. 

  • Am 20. März sind im Rahmen der Reihe "Schulen ins Museum" im Museum Arbeiten der Ueffelner Grundschüler zu sehen, die  im Rahmen einer Projektwoche entstanden sind.
  • Ab dem 5. April steht das Museum im Zeichen hochkaratiger Textilkunst. Andrea Milde zeigt Gobelinarbeiten und führt in einem Workshop in die Kunst der Bildwirkerei ein.
  • Am Deutschen Museumstag, 19. Mai 2019, wird die Ausstellung "Was guckst du? Kommunikation mit T-Shirts" eröffnet,.Bramscher Bürger können noch eigene Shirts beisteuern.
  • Am 16. Juni ist wieder "Schafstag" - mit Schafschur, Hüte-Vorführungen und vielem mehr.
  • Seit einem Jahr laufen bereits die Vorbereitungen für die Sommerausstellung vom 6. Juli bis zum 8. September, die sich aus Anlass des Bauhaus-Jubiläums unter dem Motto "Auf den zweiten Blick" mit Stoffen und Mustern  namhafter Bauhauskünstlerinnen auseinandersetzen wird. Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit Monika Stadler, der Tochter der legendären Bauhaus-Vertreterin Gunta Stölzl, und der Universität Osnabrück.

Wie Schumann erläuterte, sei  die Reparatur der sogenannten Kartenschlagmaschine Voraussetzung für die Umsetzung der Bauhausmuster gewesen. Mit dieser Maschine werden Lochstreifen hergestellt, mit deren Hilfe auf der Jaquardmaschine des Museums ganz andere Muster gewebt werden können als die bisher möglichen Blumenmuster. Das Weben auf dem Jaquardwebstuhl und der Prozess der Musterentwicklung sollen später in die Dauerausstellung eingebaut werden. Das Lochkartensystem gilt als eine Vorstufe der Digitalisierung.

"Verein der Vielen" gegen rechts

In der anschließenden Aussprache regte Annegret Christ-Schneider (SPD) an, das Bramscher Museum solle sich einem Statement des "Vereins der Vielen" aus Berlin anschließen. Künstler und Kulturschaffende setzten sich darin kritisch mit rechtspopulistischen Tendenzen auseinandersetzt. "Das würde uns gut zu Geischt" stehen, meinte die SPD-Politiker - eine Einschätzung, die sie mit allen Ausschussmitglieder teilte. Dennoch lautete der allgemeine Tenor: Man wolle sich zunächst ausführlich informieren.

Auch über die vom Ersten Stadtrat Ulrich Willems angeregte "moderate Anpassung" der Eintrittspreise wollen die Ratsmitglieder noch nachdenken. Willems gab zu bedenken, dass die Sätze letztmals 2012 angehoben worden seien.




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