Versammlung des Landvolks Unternehmungsberatung für Bramscher Landwirte

Die Referenten Jörg Schomborg und Uwe Binz, die Gewählten Ralf Große-Endebrock und Farina Garlich (Erster bis Vierte von links) mit dem Vorstand des Landvolkes. Foto: Holger SchulzeDie Referenten Jörg Schomborg und Uwe Binz, die Gewählten Ralf Große-Endebrock und Farina Garlich (Erster bis Vierte von links) mit dem Vorstand des Landvolkes. Foto: Holger Schulze
Holger Schulze

Hesepe. Tipps vom Unternehmensberater gab es für Bramscher Landwirte auf der Jahreshauptversammlung des Landvolks.Sie erfuhren, das Betriebe statistisch einen Jahresgewinn zwischen 65.000 und 130.000 Euro einbringen. Und bekamen den Rat, einmal die Vogelperspektive einzunehmen.

Landwirte arbeiten gerne effektiv. So wurde die Jahreshauptversammlung des Landvolkes am Mittwochnachmittag im Gasthof Bischof-Reddehase zusätzlich zu einer Fortbildungsveranstaltung. Im Anschluss der Regularien einer Mitgliederversammlung hielt Uwe Binz, Unternehmensberater bei der Landwirtschaftskammer Emsland, ein umfangreiches Referat über die Veränderungsprozesse in der Landwirtschaft.

Feldbegänge, Stallbesichtigung, Standdienst bei der Landesgartenschau, Winterfest und Entwicklung des Wegerandstreifenprogramms, diese Schlagworte bestimmten den Vorstandsbericht durch Ralf Große-Endebrock, der als Vorsitzender ebenso wieder gewählt wurde wie Schriftführerin Farina Garlich.

„Mit den Betriebszweigen von morgen durchstarten? Zeit für die Vogelperspektive“, mit diesem Vortragsthema wandte sich Uwe Binz dem Alltag der Landwirte zu, der nicht immer sorgenfrei ist. „Sie stehen unter Druck, mit der Trockenheit und schlechten Preisen, Auflagen, Angst vor der Schweinepest und dem Wolf“, eröffnete der Unternehmensberater sein Referat, das zunächst einmal die Grenzen des Wachstum in den Fokus nahm.

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Das massive Wachstum in den vergangenen Jahren bei der Anzahl der Ställe und bei den Biogasanlagen könne so nicht mehr weitergehen. Die Kosten für Filtertechnik und Auflagen im Baurecht, ferner die Betriebskosten aufgrund von Gülleabgaben würden die Wirtschaftlichkeit bei Schweine- und Rinderställen dämpfen, stellte Uwe Binz fest. Lediglich bei Freilandställen für Legehennen nahm er noch eine Aufwärtstendenz wahr.

Effizienz

Den Durchschnittsgewinn eines konventionell betriebenen Bauernhofes siedelt die Statistik bei 65000 Euro an. Die rund 25 Prozent starke Gruppe der Spitzenverdiener unter den Landwirten würde jedoch einen Gewinn in Höhe von 130000 Euro im Jahresdurchschnitt erwirtschaften. Wer ökologisch produziere, liege mit 104000 Durchschnittseinkommen jährlich in etwa in der Mitte der Einkommensskala. Effizienz war das Stichwort, das Uwe Binz den Landwirten deutlich ans Herz legte. 

Wachstumspotenzial sah er bei den Biohähnchen und Legehennen. Wer sein Glück in einer Nische wie der Biojunghennen-Aufzucht versuchen wolle, dem riet der Unternehmensberater: „Wenn Nische, dann groß“. Gegen Ende seines Vortrags regte Uwe Binz noch an, nicht nur in Stallflächen zu denken, sondern auch einmal zu versuchen, die Möglichkeiten des Hofes überblicksartig aus der Vogelperspektive nach weiteren Erwerbsquellen zu untersuchen. Von der erneuerbaren Energie bis hin zu einem rechtzeitigen Ausstieg aus der aktiven Landwirtschaft in Richtung Verpachtung reichten hier die Vorschläge.  

Förderanträge und deren Fristen sowie die in der Diskussion befindlichen Neuigkeiten bezüglich der Düngeverordnung waren die Schwerpunkte der Informationen, die Jörg Schomborg, Leiter der Osnabrücker Bezirksstelle der Niedersächsischen Landwirtschaftskammer, der Mitgliederversammlung vorstellte.


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