Deutsch-indische Partnerschaft Ministerin Karliczek lobt Bramscher Gymnasium

Neue Schirmherrin der Schulpartnerschaft ist Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (2. von links), hier mit Ute Schwarz von der Bramscher Tafel, Schulleiterin Barbara Bolz und Jürgen Fluhr von der Indienhilfe Wallenhorst (von links).Neue Schirmherrin der Schulpartnerschaft ist Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (2. von links), hier mit Ute Schwarz von der Bramscher Tafel, Schulleiterin Barbara Bolz und Jürgen Fluhr von der Indienhilfe Wallenhorst (von links).
Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek ist neue Schirmherrin der Partnerschaft zwischen dem Bramscher Greselius-Gymnasium und der Prakash Vidhyalaya Higher Secondary School im indischen Bhopal. Während eines Besuchs in der Schule informierte sich die CDU-Politikerin am Donnerstag über das Projekt.

Karliczek ist bereits die dritte Bundesbildungsministerin nach Annette Schavan und Johanna Wanka, die das Greselius-Gymnasium als Schirmherrin für ihr Engagement gewinnen konnte. Die Ministerin verwies auf eigene Kontakte und beschrieb den indischen Subkontinent als Region extremer gesellschaftlicher Unterschiede. Während ein Großteil der Menschen  in extremer Armut lebe, bringe das Land auf der anderen Seite  hoch qualifizierte Digitalexperten hervor. Die Indienhilfe habe mit ihren Projekten einen großen Anteil daran, Menschen, Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Bildung zu ermöglichen und  sie beruflich zu qualifizieren. "Es ist großartig, was Sie hier machen", lobte Karliczek die Indienhilfe und das Gymnasium, das den Verein dabei in vielerlei Hinsicht unterstützt. 

"Digitales Lernen in die Fläche bringen"

Mit Bezug auf den von der Bundesregierung eingebrachten und inzwischen auch von den Ländern akzeptierten Digitalpakt unterstrich die Ministerin: "Wir müssen digitales Lernen in die Fläche bringen". Technik sei aber immer nur so gut, "wie die Menschen, die dahinterstehen". Wissen sei der "Schlüssel zur Bewegung in der digitalen Welt". Um Menschen und Märkte zusammen zu bringen, brauche es aber nicht nur technisches, sondern auch kulturelles Wissen. "Bildung, Wissenschaft und Forschung stehen für offenes und freies Denken. Dies wird im Greselius-Gymnasium gelebt: Schülerinnen und Schüler denken grenzüberschreitend. setzen sich für andere ein und lernen ein anderes Land und seine Kultur kennen. Auch deshalb ist das, was Sie hier tun, so wichtig in einer Zeit des erstarkenden Nationalismus", so Karliczek.




Vor der versammelten Schulgemeinschaft des Greselius-Gymnasiums hatte nach der Begrüßung durch Schulleiterin Barbara Bolz der Vorsitzende der Indienhilfe Deutschland, der Wallenhorster Jürgen Fluhr, die Aktivitäten der von ihm und seiner Frau 2008 gegründeten Hilfsorganisation erläutert. Die Gründung geht auf einen Besuch des indisches Paters Franklin zurück, der bei seinen Aufenthalten in Deutschland um Unterstützung für die Menschen  in seinem Heimatland wirbt. Auf seine Initiative hin wurden inzwischen etliche Bildungszentren eingerichtet, zu denen neben allgemeinbildenden Schulen auch Nähschulen sowie Ausbildungsstätten wie Krankenschwestern oder Mechatroniker gehören. Als Geschenk überreichte Fluhr einen in einer Nähschule gefertigten bunten Stoffelefanten und ein großformatiges Foto hin, das den harten Alltag in Bhopal zeigt.




Bolz, die mit einer Kollegin und fünf Schülerinnen im vergangenen Jahr Bhopal besuchte, bezeichnete die dortige Partnerschule als "eine Insel der Sicherheit" in der immer noch von den Spätfolgen des verhängnisvollen Chemieunglücks von 1984 gezeichneten Region. 

Die Zusammenarbeit mit der Indienhilfe Wallenhorst besteht bereits seit mehreren Jahren.  Im Falle der Prakash Vidhyalaya Higher Secondary School, einer Sekundarschule, die  mit Unterstützung der Indienhilfe errichtet wurde, werden insbesondere mittellose Kinder gefördert, darunter zahlreiche Waisen, Kinder von Leprakranken, Straßenkinder oder kastenlose Ureinwohner. 

Interkultureller Dialog

Die "begrüßenswerte Unterstützung" von indischen Kindern und Jugendlichen sei aber nur die eine Seite der Medaille, betonte Landrat Michael Lübbersmann in seinem Grußwort: „Die Bramscher Schülerinnen und Schüler profitieren genauso von den Kontakten. Hier spielen Themen wie interkultureller Dialog, die Wahrnehmung von sozialer Verantwortung oder das Verständnis für die Lebensbedingungen der Menschen im Partnerland eine große Rolle.“

Durch Briefkontakte, Informationsaustausch zwischen den Kollegien und Schüleraustausche soll die Partnerschaft künftig weiter vertieft werden.


Im Anschluss an den Festakt informierte sich die Ministerin bei einem Rundgang über Projekte und Arbeitsgemeinschaft. Schülerinnen und Schülern hatten dafür eine Plakatausstellung erarbeitet und präsentierten ihre Projekte persönlich der Ministerin.



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