Werke von Mechtildis Köder Filz-Ausstellung im Bramscher Tuchmacher-Museum eröffnet

Von Bettina Mundt

Eröffnet wurde die Ausstellung durch die Vorsitzende des Bramscher Vereins für Bildende Kunst, Karin Bormann (links), und die ausstellende Künstlerin Mechtildis Köder. Foto: Bettina MundtEröffnet wurde die Ausstellung durch die Vorsitzende des Bramscher Vereins für Bildende Kunst, Karin Bormann (links), und die ausstellende Künstlerin Mechtildis Köder. Foto: Bettina Mundt

Bramsche. Die Ausstellung „Filz und Eigensinn – und ich“ der Künstlerin Mechtildis Köder ist im Bramscher Tuchmacher-Museum eröffnet worden. Filz in Verbindung mit uralten Zeichen und Symbolen steht darin im Mittelpunkt.

„Warum Filz?“ ist eine Frage, die Mechtildis Köder immer wieder gestellt wird. „Für mich ist der Filz als archaische Technik so etwas wie ein ideales Medium für eine ebenfalls sehr alte Formensprache“, erläuterte die Künstlerin in ihrer Eröffnungsansprache. Besonders die Spirale „als altes, weltumspannendes Symbol“ fasziniert sie und zieht sich thematisch durch ihre Arbeiten. Aber auch Interpretationen von Runen, den Schriftzeichen der Germanen, finden sich in vielen der ausgestellten Objekte. Für Köder besitzen solche Zeichen und Symbole eine ureigene Kraft, in vielen von ihnen drücke sich etwas „Urmenschliches“ aus. In ihrem Schaffensprozess besinnt sie sich auf diese Kräfte und spürt Ursprünglichem nach: von menschlichen Ursprüngen im Allgemeinen hin zum eigenen, individuellen Ursprung.  

Künstlerin Mechtildis Köder vor ihrem Werk "Lebensfluss" aus dem Jahr 2013, das nun im Tuchmacher-Museum gezeigt wird. Foto: Bettina Mundt


Eigensinniger Filz

Traditionell wird beim Filzen das Ausgangsmaterial der unversponnenen Wolle durch Walken mit warmem Wasser und Seife verarbeitet. Je nach Rasse, klimatischen Bedingungen und auch nach Ernährung der Schafe, von denen die von Köder verwendete Wolle stammt, verhält sich das Material im Filzvorgang anders. So wirkt sich die Beschaffenheit der Wolle unmittelbar auf den kreativen Prozess aus. Köder bezeichnet Filz deshalb auch als „Wolle, die einen eigenen Sinn hat“. Sie folgt diesem Eigensinn der Wolle, bringt in die Ver- und Bearbeitung aber auch ihren Eigensinn als Künstlerin ein, der sie nicht zuletzt diesen ungewöhnlichen Werkstoff hat wählen lassen.

Die Spirale zieht sich als Thema durch die Werke von Mechtildis Köder. Foto: Bettina Mundt


Für diese Ausstellung gibt es wohl keinen besser geeigneten Ort in Bramsche als das Tuchmacher-Museum. Museumsleiterin Kerstin Schumann freute sich darüber, eine Ausstellung zu eröffnen, „die optisch und auch thematisch ganz wunderbar in das Tuchermacher-Museum passt.“ Sie betonte die große Rolle des Filzens bei der Tuchherstellung und erinnerte daran, wie einst die Tuchmacher ihr Gewebe in der Walkemühle weiterverarbeiteten.

Abschied von Karin Bormann

Die Ausstellung ist eine Kooperation des Museums mit dem Bramscher Verein für Bildende Kunst. Für Karin Bormann war die Eröffnung ihre letzte Veranstaltung als Vereinsvorsitzende. Bürgermeister Heiner Pahlmann schaute eigens vorbei, um ihr Dank für ihre 20-jährige Tätigkeit als Vorsitzende auszusprechen. Und auch Schumann würdigte die Leistungen Bormanns für Kunst und Kultur in Bramsche. 

Bürgermeister Heiner Pahlmann verabschiedete die Vorsitzende des Bramscher Vereins für Bildende Kunst Karin Bormann aus dem Ehrenamt. Foto: Bettina Mundt


Den ungewöhnlichen Abschluss der Eröffnung bildete eine aus Gästen und Künstlerin geformte menschliche Spirale, die sich unter Gesang und Begleitung an der keltischen Harfe zusammenzog und wieder ent-wickelte und so die Beteiligten das Symbol der Spirale erlebend nachvollziehen ließ.

„Filz und Eigensinn – und ich“ läuft bis zum 17. März 2019. Weitere Informationen unter www.tuchmachermuseum.de.

Lydia Burghart spielte Lieder auf der keltischen Harfe. Foto: Bettina Mundt



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