Neuer "Ackerhelden"-Standort Biogemüse selbst ernten auf dem Hof Kruse in Pente

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Wo hier noch Martina Heidebreck und Michael Kruse den Porree ernte, sollen im nächsten Sommer Hobbygärtner ihre Parzellen bearbeiten. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeWo hier noch Martina Heidebreck und Michael Kruse den Porree ernte, sollen im nächsten Sommer Hobbygärtner ihre Parzellen bearbeiten. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Pente. Hobbygärtner können ab dem Frühjahr 2019 auf den Flächen des Biolandhofs Kruse in Pente eine Parzelle mieten und ihr eigenes Bio-Gemüse anbauen. Ideengeber und Organisatoren sind die "Ackerhelden", ein Start -up aus dem Bioland-Umfeld.

Tobias Paulert kann seine berufliche Herkunft aus dem Vertrieb nicht leugnen. Eloquent beschreibt er das Konzept der "Ackerhelden", eines Start-ups, das er vor einigen Jahren mit seinem Freund Birger Brock in Essen gründete und das bald auch im Raum Osnabrück präsent sein wird. "Wir möchten Öko-Landbau erlebbar gestalten. Wir möchten, dass die Leute etwas selbst machen und sehen, dass die Roten Beete nicht im Glas wachsen", fasst Paulert zusammen, was ab Mai auf Kruses Acker am Wieschmanns Eck anlaufen soll. Ganz wichtig ist ihm dabei die konsequente Ausrichtung an den Vorgaben des Bioland-Verbundes, nach denen in Pente seit Jahrzehnten gearbeitet wird.  

18 Standorte bundesweit

So entstand schließlich die Zusammenarbeit mit  Kruse und Heidebreck, Gemüsebauern der ersten Stunde im Landkreis Osnabrück. "Wir haben das Projekt bei einigen Kollegen kennen gelernt und haben dann den Kontakt zu den "Ackerhelden" aufgenommen", erzählt  Heidebreck. Die "Helden" besuchten den Hof und man wurde handelseinig. An 18 Standorten bundesweit ist das "Selbsternte-Konzept" inzwischen umgesetzt. Das Bramscher Projekt ist unter dem Stichwort Osnabrück zu finden. 

Paulert und Brock kennen sich "schon seit dem Schulgarten" (Paulert) in Essen, den Brocks Vater als Biologielehrer betreute. Die Begeisterung blieb, obwohl beide zunächst andere berufliche Wege einschlugen. Gegärtnert haben beide in der Zwischenzeit allerdings immer.  "Arbeiten auf deinem Acker mit deinen Händen" an der frischen Luft ohne Pestizide und Herbizide, so beschreiben sie auf ihrer Internetseite den Reiz dieser Arbeit.

Parzelle schon vorbepflanzt

Familie Kruse/Heidebreck verpachtet das Grundstück an die "Ackerhelden", die wiederum die eigentlichen Ansprechpartner der Hobbygärtner sein werden. Von den "Ackerhelden"  mieten sie für 199 Euro auf sechs Monate eine der 50 zur Verfügung stehenden 40 Quadratmeter große Parzellen, die bereits mit jeweils 150 Pflanzen vorbepflanzt sind. Das Pflanzen übernimmt das Team vom Biolandhof. Die Pflanzen können, so Paulert, vorbestellt werden, aber man könne auch untereinander tauschen. Dann kann losgegärtnert werden bis zur Ernte beziehungsweise bis zur noch möglichen Anschlusskultur. Einfach so Saatgut oder Pflanzen aus dem Gartencenter mitzubringen, ist dabei nicht erwünscht. "Wir sind schließlich ein Biolandbetrieb und das Material muss diesen Kriterien entsprechen", sagt Heidebreck, die den Nachschub auch im eigenen Hofladen anbietet für diejenigen, die nicht bestellen möchten.

Ansonsten versprechen die "Ackerhelden" aber eine Rundumbetreuung für ein internetaffines Publikum. "Es sind ganz viele junge Familien dabei", erzählt Paulert von seinen Erfahrungen in Hamburg, München, Berlin, Düsseldorf oder Essen. "Heute hat doch jeden ständig sein Handy dabei". Michael Kruse und Martina Heidebreck stellen Wasser und einen Bauwagen für die Gartengeräte. Beratung und Betreuung laufen  online. Martina Heidebreck findet das sinnvoll: "Wir könnten das neben unserer eigenen Arbeit auf dem Hof nicht leisten". Per Mail gibt es zusätzlich Rezepte für das Erntegut, zu dem neben Kohlrabi, Roten Beten, Kartoffeln oder Salaten auch Kräuter und Blumen gehören -schließlich soll sich die "heldenhafte" Arbeit auch lohnen


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