Verkehrskommission entscheidet Ortsrat Bramsche votiert für Tempo 30 am Lutterdamm

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Zu viel Verkehr: Die SPD-Ortsratsfraktion will den Lutterdamm durch ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern sicherer machen. Archivfoto: Heiner BeinkeZu viel Verkehr: Die SPD-Ortsratsfraktion will den Lutterdamm durch ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern sicherer machen. Archivfoto: Heiner Beinke

Bramsche. Mit den Stimmen von SPD und Grünen gegen die von FDP und CDU hat der Ortsrat Bramsche Tempo 30 für den Lutterdamm zwischen Jägerstraße und Kassings Kamp angeregt. Auch wenn das letzte Wort die Verkehrskommission hat, gab es im Ortsrat am Montagabend eine hitzige Debatte.

 Die kontroverse Diskussion beweise vor allem die Wichtigkeit des Themas nicht nur für die Gartenstadt, meinte vor der Abstimmung der SPD-Fraktionsvorsitzende Christian Lübbe. Der Beschluss des Ortsrates sei "ein Zeichen in Richtung Landkreis", der Träger dieser Kreisstraße ist.

Zuvor hatte Lübbe erläutert, warum die SPD die Temporeduzierung für geeignet hält, für mehr Sicherheit und mehr Lebensqualität am Lutterdamm zu sorgen. Der Abschnit sei 1,7 Kilometer lang, der Zeitverlust für durchfahrende Pkw gegenüber Tempo 50 betrage gerade einmal 70 Sekunden. Da auch für alle Querstraßen Tempo 30 gelte, sei die Lösung schlüssig, die ab dem Abzweig von Jägerstraße und Jahnstraße gelten sol:

Archivfoto: Heiner Beinke


"Das ist der dritte vor dem ersten Schritt", kritisierte dagegen Anette Staas-Niemeyer (FDP). Das Tempolimit würde an den bekannten Problemen nichts ändern. Wichtiger wäre es, die Parksituation in Höhe der Apotheke endlich zu entschärfen, wo Autos zum Parken Rad- und Fußweg kreuzen.Hier wäre wahrscheinlich "schon längst etwas passiert, wenn da statt der Apotheke von Herrn X die Spielhalle von Frau Y wäre," bemängelte sie.Die Apotheke betreibt der stellvertretende Ortsbürgermeister Winfried Müller (SPD).

Das wichtigste Argument aus Sicht der FDP-Ortsratsfrau ist allerdings die Tatsache, dass derzeit ein neuer Verkehrsentwicklungsplan erarbeitet wird. Insellösungen vor Fertigstellung des Planes seien nicht sinnvoll.Das sah auch Imke Märkl so. Es gebe am Lutterdamm insgesamt sehr viele ungelöste Verkehrsprobleme, die sich die Verkehrskommission noch  einmal ansehen sollte.

Streitfälle

Die Grünen unterstützten den Antrag der SPD. Hilmar Franke verwies auf die Reduzierung der Schadstoffbelastung, die mit der geringeren Geschwindigkeit einhergehe. Die sei gar nicht so eindeutig erwiesen, hielt Oliver Reyle (CDU) dagegen. Er ließ auch den Hinweis auf zwei Unfälle am Lutterdamm in der letzten Zeit nicht gelten: Beide Unfälle hätten definitiv nichts mit überhöhter Geschwindigkeit zu tun gehabt.

Stephan Bergmann (SPD) brachte weitere Maßnahmen ins Gespräch, um die Verkehrssicherheit auf dem Lutterdamm zu erhöhen. Abends sei es dort "gefühlt ausgesprochen dunkel," es sei sinnvoll, einmal die Lichtstärke der Straßenlaternen zu messen und sie gegebenenfalls gegen stärkere auszutauschen. Und an Zebrastreifen könnten zusätzliche Reflektoren die Sicherheit erhöhen.

Bitte abgelehnt

Der Antrag sei weder sachlich noch rechtlich haltbar, meinte Conrad Bramm (FDP). Die Stadt könne nicht einfach an einer Kreisstraße Tempo 30 anordnen. das gehe in Absprpache mti dem Landkreis sehr wohl, entgegnete Torsten Neumann (SPD). Anette Staas-Niemeyer bat die SPD schließlich vergeblich darum, den Antrag zurückzustellen und ihn im Zusammenhang mit dem Verkehrsentwicklungsplan erneut zu diskutieren. Es gehe darum, jetzt ein Zeichen zu setzen, entgegnete Christian Lübbe. 

"Wir werden uns mit dem Lutterdamm ganz intensiv auseinandersetzen," versprach Bürgermeister Heiner Pahlmann (SPD). Das gelte sowohl für die Verkehrskommission, die sich unabhängig vom Votum des Ortsrates dort treffen wird, als auch für die Diskussion über den Verkehrsentwiicklungsplan, die sich auch mit der Vermeidung von Verkehr befassen werde. Auch da werde es wieder viele Meinungen geben, war sich der Bürgermeister sicher:

"Straßenverkehr ist ein Thema, bei dem sich jeder auskennt."Heiner Pahlmann




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