Bewerber für Sommer gesucht FSJler in den Kitas in Engter "einfach unersetzlich"

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FSJlerin Leonie rollt mit den Kindern der Kita Wirbelwind in Engter Nudeln aus. Saskia und Till schauen zu. Fotos: Hildegard Wekenborg-PlackeFSJlerin Leonie rollt mit den Kindern der Kita Wirbelwind in Engter Nudeln aus. Saskia und Till schauen zu. Fotos: Hildegard Wekenborg-Placke

Engter. Leonie, Saskia und Till absolvieren zur Zeit ein Freiwilliges Soziales Jahr an den Kindertagesstätten Wirbelwind und Pfiffikus in Engter. "Einfach perfekt zur Orientierung", findet Till. "Unverzichtbar" meint Kita-Leiterin Elke Bethge. FSJler sind gesucht, nicht nur in Kindergärten.

Deshalb stehen die Drei aus Engter auch nur beispielhaft für viele Altersgenossen, die nach der Schule noch ein bisschen Orientierung brauchen oder einfach ein bisschen Praxisluft schnuppern möchten. Sie engagieren sich in Vereinen, bringen sich in Jugendeinrichtungen, Schulen oder Kindergärten ein oder in der Alten- oder Krankenpflege, helfen  als Absolventen eines FÖJ (Freiwilliges ökologisches Jahr), die Umwelt zu erhalten oder machen  im Rahmen eines Freiwilligenjahres Kultur bei Theater-, Musik- oder Kunstprojekten mit. Wieder andere absolvieren einen Bundesfreiwilligendienst oder ein Langzeitpraktikum. 

Drei FSJ-Plätze hat allein die Kindertagesstätte Wirbelwind ab Sommer zu besetzen, einer mehr als noch in diesem Jahr. Eine Bewerbung liegt bereits vor. Elke Bethge hofft genau wie ihre Kollegin Karin Richter von der Kita Pfiffikus, die zwei Stellen besetzen könnte, darauf, dass es noch mehr werden. "Wir haben bisher mit den jungen Leuten nur gute Erfahrungen gemacht. Es sind hoch motivierte junge Menschen, die  bei uns voll mit eingespannt werden, lobt sie. "Tolle zusätzliche Kräfte. Einfach unersetzlich", findet Bethge, "ein Riesengewinn" sagt Karin Richter.

Und die jungen Leute selbst? "Ich habe schon lange den Plan, Erzieher zu werden", erzählt Till. Diverse Praktika im sozialen Bereich hatte er bereits hinter sich, als er sich bei der Kita Wirbelwind bewarb. Es war eine Rückkehr zu den Wurzeln. "Ich war früher selbst bei Frau Bethge in der Gruppe", lacht er.  Die freut sich über den Rückkehrer: 



"Es ist ganz toll, wenn hier mal ein Mann auf der Bildfläche erscheint"Till, FSJler in der Kita Wirbelwind

 Erzieher sind in Kindergärten immer noch absolute Mangelware. Für viele Kinder allgemein und ganz besonders für die Jungen ist eine männliche Bezugsperson enorm wichtig, sagt seine "Chefin". Zuhause gibt es die längst nicht immer. Heute hat er mit einer Gruppe ein Flugzeug aus Pappe gebastelt. Es war seine Idee und sie ist gut angekommen. "Man hat hier einfach Vertrauen zu uns und man vermittelt uns, dass wir es schaffen können", freut sich der junge Mann. Seine Mit-FSJlerin Leonie bestätigt:


"Man hat das Gefühl, dass man hier wirklich gebraucht wird". Leonie, FSJlerin

Leonie rollt große Teigplatten aus, die  Kinder schneiden sie in feine Streifen. "Wir machen gerade Nudeln", erklärt sie. Dazu gibt es dann Tomatensoße. Die Kinder sind mit Feuereifer  bei der Sache. Till sorgt währenddessen dafür, dass die erste Portion Nudeln nicht überkocht.



Till berichtet: "Ich repariere auch gern Sachen. Dann sind immer ein paar Kinder dabei. Und wenn ich die Küche vorbereitet oder aufräume, kommen sie auch immer und helfen."

Saskia ist an diesem Morgen nur zu Besuch in der Kita Wirbelwind. Ihr Standort ist die Partnerkita Pfiffikus am Schleptruper Kirchweg, die sich  ebenfalls in Trägerschaft der evangelischen  Kirchengemeinde Engter befindet.  "Es ist eine ganz intensive Zeit", sagt die junge Frau, die im vergangenen Jahr ihren Realschulabschluss gemacht hat. "Ich wusste nur, dass ich irgendetwas im medizinischen oder sozialen Bereich machen wollte. In der Kita kann man ganz viele Einblicke gewinnen. Ich kann auch schon in Absprache mit den festen Kräften eigene kleine Angebote machen".




In der Kita Wirbelwind gehört auch, dass die beiden FSJler nach einer von einer Fachkraft begleiteten Phase jetzt  die Kleinen  mittags beim Zubettgehen und beim Mittagsschlaf beaufsichtigen. ""So müssen wir nicht mit dem Babyphon arbeiten. Die jungen Leute sehen beispielsweise, wenn ein Kind unruhig wird und können mit ihm herausgehen, so dass die Anderen nicht gestört werden. Sie sind den Kindern vertraut und die Fachkrafte können sich in der Zeit anderen Aufgaben widmen", berichtet Bethge.

Das Vertrauen, dass die Erzieherinnen in die FSJler setzen und das diese offensichtlich rechtfertigen, überträgt sich auch auf die Eltern. Für Leonie ist es "ein schönes, familiäres Gefühl, wie die Eltern uns akzeptieren". Mittlerweile sind die drei auch schon dabei, wenn die Kinder abgeholt werden. "Manchmal sind es ja nur kleine Dinge, die die Eltern fragen."

Für Leonie, Saskia und Till steht mittlerweile fest: Sie haben ihren Beruf gefunden. Im Sommer schließt sich die Erzieher-Ausbildung an. Elke Bethge und Karin Richter warten derweil auf Bewerbungen. Wie soviele andere Anbieter auch. Und Bethge fügt hinzu, was viele ihrer Kolleginnen bewegt: "Wir  hoffen damit natürlich auch auf Personal".


Freiwilliges Soziales Jahr oder Bundesfreiwilligendienst

Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) ist seit mehr als 50 Jahren gesetzlich als Bildunsgjahr verankert. Im Gegensatz zum Bundesfreiwilligendienst (BFD) gibt es hier allerdings mit der Beendigung des 27. Lebensjahres  Jahren eine Altersgrenze. Sowohl FSJ wie auch BFD können für sechs bis 18 Monate, in Ausnahmen bis zwei Jahre, geleistet werden. Der Bundesfreiwilligendienst kennt keine Altersbegrenzung und kann außerdem im Abstand von jeweils fünf Jahren wiederholt werden. Träger des FSJ sind anerkannte freie Träger auf Landesebene, Träger des Bundesfreiwilligendienstes ist die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. FSJler haben einen Anspruch auf verschiedene Bildungsmodule. Im Falle der FSJler aus den Engteraner Kindertagesstätten sind das fünf jeweils fünftägige fachbezogene Seminare. Sowohl FSJler wie "Bufdis" erhalten ein Taschengeld von 390 Euro. Sie sind sozialversichert und der Träger zahlt eine Pauschale von 120 Euro für die Bildungsarbeit. Gergebenenfalls wird auch die Unterkunft bis zu einem Satz von 231 Euro übernommen.

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