Konzept für Fußgängerzone Schnelle Abhilfe bei Bramscher Stolperfallen geplant

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Auf der Suche nach Stolperfallen: Die Ratsmitglieder Anette Staas-Niemeyer und Ralf Bergander waren mit Gisela Machmüller (links) und Ruth Brüggemann in der Fußgängerzone unterwegs. Foto: Heiner BeinkeAuf der Suche nach Stolperfallen: Die Ratsmitglieder Anette Staas-Niemeyer und Ralf Bergander waren mit Gisela Machmüller (links) und Ruth Brüggemann in der Fußgängerzone unterwegs. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Die schlimmsten Stolperfallen in der Bramscher Fußgängerzone sollen schnell und unbürokratisch entfernt werden. Dazu waren Stadtratsmitglieder mit denen unterwegs, die die Hindernisse aus leidvoller Erfahrung kennen: Rollstuhlfahrer und Senioren mit Rollatoren.

Am Mittwochnachmittag unternahmen  die Ratsmitglieder Anette Staas-Niemeyer (FDP) und Ralf Bergander (SPD) einen Spaziergang mit Ruth Brüggemann im Rollstuhl und Gisela Machmüller mit Rollator von Böckmann zum anderen Ende der Fußgängerzone. Auf das erste Hindernis stießen sie gleich vor Böckmann: Hier gilt es, die in Naturstein gepflasterte Entwässerungsrinne zu kreuzen. Für Ruth Brüggemann  ohne Begleitung ein Ding der Unmöglichkeit: "Wenn Du im Rollstuhl allein unterwegs bist, dann kannst du hier nirgendwo hin".

Foto: Heiner Beinke


Auch Gisela Machmüller muss aufpassen, dass sich der Rollator nicht verhakt. "Die großen Lücken zwischen den Steinen sind das Problem. Da stecken die Räder schnell fest." Gisela Machmüller hat letztlich den Anstoß für diesen Spaziergang gegeben, als sie den Missstand in der Bürgersprechstunde von Bürgermeister Heiner Pahlmann angesprochen hat.

Anette Staas-Niemeyer sah sich in ihrer Einschätzung bestätigt: Es sei  richtig, ein einheitliches Gestaltungskonzept für die Fußgängerzone zu erarbeiten, wie dies in der City-Offensive geschehe. Das brauche seine Zeit.  Es müsse vorher aber schon provisorische Lösungen geben, die schnell ein barrierefreies Fortbewegen in Bramsches Guter Stube ermöglichen. 

Provisorien

Ralf Bergander vom Koalitionspartner SPD sieht das genau so. So entstand die Idee, mit Betroffenen die schlimmsten Hindernisse ausfindig zu machen und durch eine provisorische Neupflasterung zu ersetzen. Ein Ansatz von 10.000 Euro, der in diesem Jahr für Maßnahmen in der Fußgängerzone bereitsteht, soll dafür genutzt werden. "Wir werden ja sehen, wie weit wir damit in diesem Jahr kommen," erklärt Bergander. Nach einer noch auszuarbeitenden Prioritätenliste sollen in den nächsten Jahren weitere Abschnitte folgen.

Nur wenige Meter nach dem ersten Stopp bei Böckmann hält Gisela Machmüller in Höhe des Eiscafés erneut an. Jetzt im Winter könne sie zwar einfach weiter entlang der Schaufensterfront gehen, aber ab dem Frühjahr stehen hier Tische und Stühle der Außengastronomie. Dann geht es wieder über die Entwässerungsrinne aus Naturstein. 

Sachzwänge

Auch die Wölbung der Pflasterung ist für Rollatorfahrer ein Problem, doch dafür gebe es keine Lösung, erklärt Bergander: "Ein bisschen Gefälle brauchen wir zur Entwässerung, sonst bleibt hier bei Regen das Wasser stehen und wir haben im Winter auch Eis."

Im wahrsten Sinne des Wortes passabel ist für die Testgruppe der Kirchplatz mit seiner barrierefreien Wegespinne. Aber im folgenden Abschnitt bereiten die aus optischen Gründen eingesetzten Natursteinpflasterungen wieder Probleme. Die schlimmste Stolperkante ist nach Ansicht von Ruth Brüggemann und Gisela Machmüller aber eindeutlg die neugeplasterte Münsterstraße in Höhe Sostmann:

Foto: Heiner Beinke


Für Bergander und Staas-Niemeyer ist klar: Barrierefreiheit müsse eindeutig Vorrang vor optischen Überlegungen haben.Wie eine Lösung aussehen kann, ist an der Oberen Großen Straße zu begutachten. Am Abzweig zur Post ist hier in einem Teilstück der Rinne der Naturstein durch Klinger ersetzt worden. "Das geht gleich viel besser", sagt Ruth Brüggemann.:

Foto: Heiner Beinke

In der Oberen Großen Straße ist das Pflaster insgesamt für Rollatoren viel angenehmer. Ralf Bergander weiß auch warum: In diesem erst später fertiggestellten Abschnitt der Fußgängerzone war das Geld knapper, die aufwendigen Streifen aus Naturstein-Pflaster für das optisch schöne Straßenbild wurden gleich eingespart. An Barrierefreiheit habe dabei aber niemand gedacht: "Das war vor 20 Jahren einfach kein Thema," sagt Bergander.


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