Über 15 Prozent mehr in 2018 Besucherzahlen im Tuchmacher-Museum Bramsche gestiegen

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Erfolge verzeichnete das Tuchmacher-Museum Bramsche nicht nur bezüglich der Jahresbilanz, sondern auch am Jacquard-Webstuhl. Darüber freuen sich Museumsleiterin Kerstin Schumann, Weberin Lucia Schwalenberg, Mitarbeiterin Ilka Thörner, sowie die Techniker Antonio Torres, Wolfgang Sternberg und Volker Leismann. Foto: Matthias BenzErfolge verzeichnete das Tuchmacher-Museum Bramsche nicht nur bezüglich der Jahresbilanz, sondern auch am Jacquard-Webstuhl. Darüber freuen sich Museumsleiterin Kerstin Schumann, Weberin Lucia Schwalenberg, Mitarbeiterin Ilka Thörner, sowie die Techniker Antonio Torres, Wolfgang Sternberg und Volker Leismann. Foto: Matthias Benz

Bramsche. Mit einiger Zufriedenheit hat das Tuchmacher-Museum in Bramsche einen deutlichen Zuwachs an Besuchern bei Ausstellungen und Veranstaltungen festgestellt. Museumsleiterin Kerstin Schumann betonte aber, dass die Qualität des Hauses nicht an nackten Zahlen abzulesen sei.

Im Jahr 2018 zählte das Tuchmacher-Museum insgesamt 14.686 Besucher in Ausstellungen und Veranstaltungen. Das sind knapp 2.000 mehr als im Vorjahr und im Verhältnis eine Steigerung von rund 15,4 Prozent. „Wir sind schon sehr zufrieden mit den Zahlen“, meinte Museumsleiterin Kerstin Schumann. In der Gesamtschau seien die Zahlen konstant, einen Ausschlag zum Positiven habe im vergangenen Jahr der erstmalig durchgeführte „Schafstag“ gegeben, eine Großveranstaltung, die im Juni 2019 wiederholt wird und langfristig im Programm des Museums etabliert werden soll. Auch der Tuchmarkt im September brachte erneut viele Besucher. Erfreulich sei, dass bei solchen Events auch immer ein großer Teil zum ersten Mal ins Tuchmacher-Museum komme.

Neben diesen harten Zahlen erfasst das Museum per Strichliste auch die sogenannten „touristischen“ Besucher, also jene, die die Tourist-Info oder den Museumsladen aufsuchen. 13.754 touristische Besucher wurden gezählt (2017: 16.610) Zusammengerechnet komme man so auf eine Gesamtzahl von 28.440 Besuchern in 2018 (2017: 29.334).

Zahlen nicht überbewerten

Trotzdem warnt Kerstin Schumann davor, die Zahlen überzubewerten: „Die sagen nicht viel aus.“ Ein Workshop mit acht Kindern, die intensiv betreut werden und für die extra ein Programm erstellt wird, lasse sich eben nicht mit einer Großveranstaltung mit Hunderten Besuchern vergleichen.

Im abgelaufenen Jahr wurde auch die Internetseite erneuert, außerdem ist das Museum seit Mai auf Facebook aktiv. „Da können Leute auch mal einen Blick hinter die Kulissen werfen“, erklärt die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Mitarbeiterin Ilka Thörner. Außerdem werde das Projekt „Museum digital“ fortgeführt: In einer Onlinedatenbank wird die Tuchmacher-Sammlung Stück für Stück inventarisiert. Bereits jetzt sind die wichtigsten Maschinen auf dem Portal ( www.museum-digital.de) einzusehen, versehen mit Beschreibungen, Fotos und historischen Daten.

Bauhaus-Projekt mit der Uni Osnabrück

Dort finden sich unter anderem auch der Jacquard-Webstuhl und die Kartenschlagmaschine. Diese beiden historischen Geräte werden aktuell von den Museumstechnikern und weiteren Experten repariert und sollen für eine große Ausstellung zum Thema „100 Jahre Bauhaus“ wieder in Produktion gehen. Dass die Karten aus der Schlagmaschine mit dem Webstuhl kompatibel sind, ist reiner Zufall. „Das ist ein Glücksfall für das Museum. Dass diese Maschinen sozusagen miteinander sprechen, ist wie ein Sechser im Lotto“, zeigt sich Weberin Lucia Schwalenberg begeistert. Seit Monaten arbeitet sie mit Museumstechniker Antonio Torres an der Programmierung. Mit Studierenden der Uni Osnabrück wird Schwalenberg moderne Designs entwerfen, die dann in Bramsche produziert werden können.

Vielseitiges Programm

Bevor am 5 Juli 2019 die Bauhaus-Ausstellung „Auf den zweiten Blick“ eröffnet wird, gibt es noch fünf andere Ausstellungen alleine im ersten Halbjahr 2019. „Wir sind pickepackevoll“, freut sich Kerstin Schumann. Statt eines Flyers musste schon ein kleines Heft gedruckt werden, um das gesamte Programm der ersten Jahreshälfte abzubilden. Vorträge und Workshops gehören ebenso zum Programm wie die Diskussionsabende „Stadtgespräche“, die das Museum gemeinsam mit der Stadt Bramsche ausrichtet, oder die Kornmühlen-Konzerte, die im vergangenen Jahr fast immer ausverkauft waren.

Mit dem vielseitigen Programm sind sich Kerstin Schumann und Ilka Thörner sicher, dass die Besucherzahlen weiterhin konstant bleiben. „Unsere Räumlichkeiten sind schon gut ausgeschöpft“, meint Schumann.


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