Ingrid Jahn geht nach über 30 Jahren Bramscher Konrektorin in Ruhestand verabschiedet

Meine Nachrichten

Um das Thema Bramsche Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Mit Blumen verabschiedeten die Grundschüler die langjährige Konrektorin Ingrid Jahn. Foto: RenzenbrinkMit Blumen verabschiedeten die Grundschüler die langjährige Konrektorin Ingrid Jahn. Foto: Renzenbrink

Bramsche. Die Bramscher Grundschule Im Sande hat am Mittwoch die Konrektorin Ingrid Jahn in den Ruhestand verabschiedet. Über 30 Jahre war die Bramscherin allein an dieser Schule tätig gewesen.

Nachdem sich die Grundschüler mit Blumen von ihrer Lehrerin verabschiedet hatten, gab es die eigentliche Feierstunde im Lehrerzimmer. Schulleiter Klaus Feldkamp würdigte Jahns Engagement in dem "nicht immer einfachen Job", Stundenpläne und Vertretungen zu organisieren. Ihre Entscheidungen habe sie "immer offen vertreten"..Jahn sei erst die zweite Konrektorin der Schule nach Waltraud Schröer gewesen, die dieses Amt im Jahr 1997 abgegeben habe. Im offiziellen Teil übergab Feldkamp die Entlassungsurkunde an die frischgebackene Ruheständlerin:

Foto: Heiner Beinke

Als ehemalige Bürgermeisterin und "gute Freundin" blickte Liesel Höltermann auf den Lebensweg von Ingrid Jahn zurück. Sie erinnerte an die gemeinsame Zeit als politische Weggefährtinnen in den 80er Jahren, die gemeinsam dafür kämpften, mehr Frauen für die Kommunalpolitik. Außerdem habe sich Jahn, die wie so viele in diesen Jahren die Schulen von einer Feuerwehrstelle zur nächsten wechseln mussten, bei der Beschäftigungsinitiative Tuchmachermusem engagiert, die den Aufbau des Museums vorangetrieben hat. Ein "langfristiges und anspruchsvolles Vorhaben", wie Höltermann betonte. 

Mit dem Wechsel zur Schule Im Sande, damals noch verteilt auf zwei Standorte in der Gartenstadt, habe dann 1989 ein "30-jähriger Schulmarathon" an immer derselben Schule begonnen. Die Aufgabe der Konrektorin, die sie dann übernahm, "steht nicht auf der Hitliste der schönsten Beschäftigungen im Schuldienst", meinte Höltermann. Geholfen habe Ingrid Jahn dabei ihre "energische Art", die vielleicht nicht immer auf Gegenliebe stoße, in dieser Position aber unerlässlich sei.

Für den Ruhestand wünschte sie nun Urlaub "außerhalb der Ferien", warnte aber vor einem Nachteil, den sie aus eigenen Erleben kenne: 

"Nichts mehr zu sagen zu haben ist zu Hause nicht zu kompensieren."Liesel Höltermann, ehemalige Bürgermeisterin

Ingrid Jahn ihrerseits erinnerte an die Fortschritte bei den Frauenrechten, die im Laufe ihres Berufslebens erreicht worden seien. Am Ende ihres Studiums habe sie rechtlich ihren Mann Wolfgang noch um Erlaubnis fragen müssen, um arbeiten zu können, betonte sie. Als verheiratete Frau mit Kind wäre ihr der Beruf des Lehrers früher ohnehin verwehrt gewesen, da nur unverheiratete Frauen Lehrerinnen werden konnten. So sei im Kampf um Fauenrechte viel erreicht worden, meinte Jahn, die sich vorstellen kann, sich im Ruhestand wieder mehr politisch zu engagieren.

Dafür wie auch für viele gemeinsame Reisen wünschten die Gäste, darunter auch der ehemalige Schulleiter Klaus Dibowski, viel Glück und viel Vergnügen, immer ganz im Sinne ihres gereimten Mottos: "Warte gespannt auf jeden Tag, bereit für das was komen mag."


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN