Bericht im Fachausschuss Trockenmauern mehrfacher Gewinn für Bramsche

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An der Bramscher Allee schichteten die Arbeiter eine 155 Meter lange Trockenmauer auf. Foto: Michael KaufmannAn der Bramscher Allee schichteten die Arbeiter eine 155 Meter lange Trockenmauer auf. Foto: Michael Kaufmann

Bramsche. Genau 566,5 Meter Trockenmauer mit 385,2 Tonnen Steinen hat die Kolonne von Michael Kaufmann im Jahr 2018 aufgeschichtet. Nicht in Zahlen darstellen lässt sich der Wert dieser Arbeit für die Menschen, die hier eine Aufgabe gefunden haben.

Im Bramscher Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt hat Kaufmann über die Arbeit der Gruppe berichtet, die er noch als Geschäftsführer der Berufsbildungsstätte "Die Brücke" in Hesepe aufgebaut hat. Nun betreut er sie als frischgebackener Ruheständler weiter.

Vor rund zehn Jahren ist Kaufmann mit dem Projekt mit "Bürgerarbeitern" gestartet. Sechs Männer wurden eingestellt, die sich erst einmal mit der Aufgabe vertraut machen mussten. Heute arbeiten sieben Männer im Alter zwischen 25 und 62 Jahren mit. "Sie haben alle ihre Probleme im Rucksack" umschreibt Kaufmann die Tatsache, dass alle auf dem ersten Arbeitsmarkt kaum eine Chance hätten. Im Bau von Trockenmauern finden sie nun an vier Tagen in der Woche eine sinnvolle Aufgabe.Finanziert wird das Projekt von der Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück

Viel gelernt

In der Kunst, Natursteine so aufzuschichten, dass sie eine solide Mauer ergeben, haben sich die Arbeiter inzwischen beachtlich weiterentwickelt. "Das sind keine Profis, aber die haben sich eine Menge angeeignet," lobt Wolfgang Tangemann von der Stadtverwaltung. 

Das Vorzeigeprojekt in diesem Jahr ist die Mauer an der neu gestalteten Bramscher Allee. Auf 155 Metern Länge haben sie hier 105,4 Tonnen Steine und 300 Tonnen Schotter verarbeitet. Die Mauern sind im Schnitt 80 Zentimeter hoch und 50 Zentimeter breit. Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

Foto: Michael Kaufmann


Das Projekt soll auch 2019 fortgesetzt werden. Jeder Interessent kann sich laut Kaufmann melden, und zwar am besten bei Wolfgang Tangemann in der Stadtverwaltung, Telefon 0 54 61/8 31 92. Die Eigentümer müssen allenfalls für Schotter, den Mörtel für die Endpunkte und fehlende Steine zahlen, vor allem die Arbeit werde von der Stiftung oder als Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in die Natur finanziert.

Für Kaufmann sind die Eigentümer deshalb die "Nutznießer" eines Projektes, das optische, ökologische und soziale Aspekte vereint. Die Mauern sehen schön aus und sind Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Und ihre Erbauer finden Bestätigung in ihrer Arbeit. Einer der jüngeren Männer habe 700 Sozialstunden bei den Trockenmaurern ableisten müssen, erzählt Kaufmann: Dem habe die Strafe gefallen: "Der hat nicht einen Tag gefehlt."



Trockenmauern als Ausgleich und Sozialprojekt

Die Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück und die Stadt Bramsche fördern aus ihren Geldern bereits seit mehreren Jahren in verschiedenen Ortsteilen erfolgreich die Wiederherstellung von Trockenmauern aus Natursteinen. Handwerklich umgesetzt werden die Vorhaben vom örtlichen Arbeits- und Sozialprojekt „Die Brücke“ und dessen Beschäftigten.

Dass die Trockenmauerprojekte personell im gleichen Umfang wie bislang fortgeführt werden können, ist auch den Ersatzgeldzahlungen der Betreibergesellschaft des Windparks Kalkriese 1 zu verdanken. Dessen Mittel fließen künftig in entsprechende Vorhaben im Stadtgebiet.

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