Investorenwettbewerb Breslauer Straße Volle Unterstützung für Bramscher Wettbewerb zu Wohngebiet

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Einen Spielplatz soll es auch künftig an der Breslauer Straße geben. Ob an dieser oder anderer Stelle ist Sache des Planers. Foto: Heiner BeinkeEinen Spielplatz soll es auch künftig an der Breslauer Straße geben. Ob an dieser oder anderer Stelle ist Sache des Planers. Foto: Heiner Beinke

Bramsche.. Die Bramscher Kommunalpolitik steht geschlossen hinter dem Investorenwettbewerb für 80 bis 100 Wohnungen an der Breslauer Straße. Kritische Anmerkungen zur Wohnbaupolitik gibt es trotzdem.

Einstimmig haben der Ortsrat Bramsche und die Mitglieder des Ratsausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt am Dienstag in gemeinsamer Sitzung die Bedingungen zur Auslobung des Wettbewerbs gebilligt. Teams aus Architekten und Investoren können sich mit ihren Vorstellungen, wie die 6170 Quadratmeter große Fläche nach den städtischen Vorgaben bebaut werden soll, bis zum 15. Mai 2019 bewerben. Das Preisgericht aus vier Sachpreis- und fünf Fachpreisrichtern tagt am 20. Juni.

Günstiger Zeitpunkt

Der Leitende Baudirektor Hartmut Greife räumte ein, dass seit dem Abriss der alten Mietshäuser an der Breslauer Straße einige Zeit vergangen sei, doch es sei "nicht schlecht, dass wir mit diesem Projekt in dieser Zeit gelandet sind." Die schwierige Lage auf dem Wohnungsmarkt und die Frage, wie die Stadt bezahlbaren und angemessenen Wohnraum schaffen könne, seien ein guter Hintergrund für dieses "Projekt, wo man übt," meinte Greife. Hier könne die Stadt schon lernen für das nächste Vorhaben am Penter Weg. Hier haben die Gremien in der selben Sitzung grünes Licht für ein Baugebiet mit Kita und mehrgeschossigen Mietwohnungsbauten gegeben

Vorgaben

Für die Bauverwaltung erläuterte Christian Müller, dass der Wettbewerb EU-weit ausgeschrieben werde. Es gebe eine Ausschlussprüfung. Die Teams aus Architekten und Investoren müssten nachweisen, dass sie ein Projekt dieser Größenordnung auch tatsächlich realisieren könnten Vorgeben sei auch eine dreigeschossige Bauweise bei einer maximalen Firsthöhe von 13.50 Metern.

Kritik am Wohnungsmix

Vertreter aller Parteien im Ortsrat und im Ausschuss begrüßten den Investorenwettbewerb. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Quebbemann kritisierte allerdings den vorgesehenen Wohnungsmix aus 40 Prozent öffentlich gefördertem Wohnraum mit Mietpreis- und Wohnungsbelegungsbindung, 30 Prozent Eigentumswohnungen sowie 30 Prozent frei zu finanzierenden Wohnungen. Dies müsse flexibler gehandhabt werden, um den Investoren mehr Spielraum zu ermöglichen, forderte er.  Außerdem sei es nicht gerecht, wenn ein Beschäftigter sich eine Wohnung nicht leisten könne, die ein Leistungsempfänger bekommt, weil für ihn bei öffentlich gefördertem Mietraum die Miete gezahlt werde.

Setzen auf den Markt

Dennoch ist auch die CDU für den Wettbewerb, weil er die Frage, wer für bezahlbaren und angemessenen Wohnraum sorgen soll, eindeutig beantworte: Der Markt müsse es richten und nicht die Stadt als Bauherr, fand Quebbemann. Bramsche habe so großen Nachholbedarf, weil im letzten Jahr in den anderen Kommunen des Landkreises  viermal so viele Wohnungen in Mehrfamilienhäusern fertiggestellt worden seien als in Bramsche.Auch an der Breslauer Straße "könnten heute schon Leute wohnen", kritisierte er die langsame Entwicklung.

"Die öffentliche Hand muss bei Mieten den Daumen drauf haben"Oliver Neils, SPD-Fraktionsvorsitzender


Der SPD-Fraktionsvorsitzende Oliver Neils nahm die Bauverwaltung in Schutz, die bei der Vielzahl von Aufgaben mehr nicht ohne Personalaufstockung leisten könne. Es sei auch falsch, allein auf die Kräfte des freien Marktes zu setzen, wie die Praktiken der Wohnungsbaugesellschaft Vonovia zeigten. "Es ist zwingend erforderlich, dass die öffentliche Hand da den Daumen drauf hat", meinte Neils.

Spielplatz

Konkrete Nachfragen zum Gebiet bezogen sich vor allem auf den vorhandenen Spielplatz im hinteren Teil Stefan Bergmann (SPD) und Werner Hagemann vom Seniorenrat plädierten dafür, den jetzigen beizubehalten. In den Bedingungen ist  lediglich vorgesehen, dass es eine Fläche für einen Spielplatz geben muss, aber nicht wo und wie groß.

Viel Lob

Grundsätzlich fand Bergmann, dass die Verwaltung mit dem Wettbewerb "etwas Tolles" an den Start bringe.Das sei der "absolut richtige Weg", fand auch Anette Staas-Niemeyer. Für die Grünen freute sich Barbara Pöppe über einen "guten ersten Schritt" zur Schaffung von Wohnraum. Bernhard Rohe von den Linken betonte die Verpflichtung der Stadt, Wohnraum vorzuhalten. Da sei der Wettbewerb "genau das richtige Konzept zum richtigen Zeitpunkt," fand Winfried Müller (SPD).




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