Transport ohne Emissionen Bramscher Peter Gronemann organisiert erste "Schokofahrt"

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Ihm  schmeckt's: Peter Gronemann probiert schon mal ein Stückchen der emissionsfrei transportierten Schokolade, die er und seiner Mitstreiter im April per Rad von Amsterdam nach Bramsche bringen wollen. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeIhm schmeckt's: Peter Gronemann probiert schon mal ein Stückchen der emissionsfrei transportierten Schokolade, die er und seiner Mitstreiter im April per Rad von Amsterdam nach Bramsche bringen wollen. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Für die Osterferien planen Peter Gronemann und ein paar Mitstreiter eine Fahrradtour der besonderen Art. Per Rad bringen sie Schokolade von Amsterdam nach Bramsche und übernehmen damit die letzte Etappe eines komplett emissionsfreien Transports.

"Schokofahrt" nennt sich die Initiative begeisterter Radfahrer, die bereits in ungefähr 30 deutschen Städten aktiv ist. Ab 2019 wird auch die Fairtrade Town Bramsche dazugehören.

Die Idee, so erzählt Gronemann, der selbst Lehrer an der Waldorfschule Evinghausen ist, geht auf seinen Freund und Lehrerkollegen Christian Kahlmeier zurück. Kahlmeier ist begeisterter Liegeradfahrer, besitzt auch ein Transportrad und umrundet in den Ferien schon mal die Ostsee auf zwei Rädern. Von anderen Rad-Begeisterten hörte er von der Initiative "Schokofahrt", die bereits in Münster und Oldenburg mit Gruppen vertreten ist. Am Anfang stand die Idee eines kleinen Unternehmens, das mit einem alten Segelschiff versucht, einen komplett emissionsfreien Warentransport aus Übersee nach Europa zu organisieren. 

40 beziehungsweise 75 Prozent Kakao enthält die Schokolade aus der Amsterdamer Manufaktur. Foto: Maria Stuckenberg

Man kam in Kontakt mit einer Schokoladenmanufaktur in Amsterdam, die den Rohkakao zu qualitativ hochwertiger Schokolade mit 40 beziehungsweise 75 Prozent Kakaoanteil übernahm. Fehlte nur noch die Auslieferung an den Endverbraucher. Die Idee des Transports per Rad war geboren.

Start am 6. April 2019

Jeweils im Frühjahr und Herbst starten die Touren. "Es wäre ja nicht so gut, wenn die Schokolade unterwegs schmelzen würde", lacht Gronemann. Also geht es ab dem 6. April, dem ersten  Tag der Osterferien, mit leeren Lastenrädern oder Fahrradanhängern nach Amsterdam. Für Hin- und Rückfahrt sind jeweils drei Tage eingeplant, ein Schnitt von rund 80 Kilometern pro Tag. Ein durchaus sportliches Programm, räumt Gronemann ein, aber immerhin sind auch E-Bikes zugelassen. Übernachtet wird je nach Budget in Gemeindehäusern oder Gasthöfen. Superintendent Hans Hentschel hat seine Teilnahme schon zugesagt, auch ein paar andere Fahrrad-Enthusiasten sind dabei. "Aber ein paar mehr könnten es noch werden", hofft Gronemann.

80 Tafeln pro Karton

Alle Teilnehmer werden ihre Räder in Amsterdam mit den Kartons beladen, die jeweils 80 Tafeln Scholokade enthalten. Und daraus erklärt sich Gronemanns zweiter Appell. Es werden noch weitere Abnehmer für das fair gehandelte und biologisch produzierte Produkt gesucht. Der Weltladen, die Stadt Bramsche über das Stadtmarketing, die evangelische Gemeinde St. Martin und die Christuskirchengemeinde Hesepe, die katholische St. Martinusgemeinde machen mit, ebenso der Biolandhof Kruse, der Friseursalon "Perfect Hair", das "Steckenpferd" in Evinghausen und das Osnabrücker Unternehmen "Holz und Haus". Gronemann rechnet: "Ein Karton Schokolade wiegt acht Kilo, ein Lastenrad kann bis zu 100 Kilogramm transportieren". Kapazitäten wären also bei rund zehn Radlern genügend vorhanden. Der Organisator ergänzt: "Man muss nicht eine ganze Kiste abnehmen. Besteller können sich auch zusammentun. Außerdem hat der Weltladen angeboten, für Andere mit zu bestellen". 

Gronemann selbst liebt die dunkle Schokolade mit 75 Prozent Kakaoanteil. "Die ist richtig lecker", lobt er die Handwerkskunst der "Chokolademakers" aus Amsterdam. 

Weitere Informationen auf  http://schokofahrt.de/de/



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