Jahresprogramm für 2019 vorgestellt Digitalisierung für Varus-Forscher in Kalkriese immer bedeutender

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Der Geschäftsführer der Varusschlacht-GmbH, Dr. Joseph Rottmann, präsentiert das offizielle Zertifikat des Tourismusverbandes, das dem Museum und Park in Kalkriese eine besondere Kinder- und Familienfreundlichkeit bescheinigt. Foto: Marcus AlwesDer Geschäftsführer der Varusschlacht-GmbH, Dr. Joseph Rottmann, präsentiert das offizielle Zertifikat des Tourismusverbandes, das dem Museum und Park in Kalkriese eine besondere Kinder- und Familienfreundlichkeit bescheinigt. Foto: Marcus Alwes

Kalkriese. Für die Archäologen und die Verantwortlichen der Varusschlacht gGmbH wird die Digitalisierung im Arbeitsalltag immer bedeutsamer. Doch Geschäftsführer Dr. Joseph Rottmann betont auch: "Die Menschen wollen am Ende immer auch das Original im Museum in Kalkriese sehen."

Auf stattliche 445000 Website-Aufrufe im Internet konnten Rottmann & Co. nach eigenen Aussagen zuletzt verweisen. "Für uns ist das eine hohe Zahl", sagt er. Immerhin gehe es bei der Varusschlacht um ein Kampfereignis zwischen Römern und Germanen, das mehr als 2000 Jahre zurückliege. Dass es zu dessen Erforschung und deren Ergebnissen eine starke Nachfrage durch Internet-Nutzer gebe, sei für ihn "nicht selbstverständlich".

Doch nicht nur die Homepage der Kalkrieser finde immer mehr Anklang, auch die Social-Media-Aktivitäten (beispielsweise bei Facebook) würden in diesem Zusammenhang zunehmend stärker beachtet, so Rottmann. "Es ist für uns mit zusätzlichem Aufwand verbunden, doch die Interessenten reagieren auf unsere Angebote." Das sei positiv und sporne an. "Wir können sagen, die Digitalisierung hat unser Haus voll erfasst", stellt der Geschäftsführer heraus.

Die Nutzer der Online-Kanäle seien aber nicht nur an allgemeinen Service-Informationen, Veranstaltungshinweisen oder einem Ticketkauf interessiert, sie würden sich auch für Texte, Bilder und digitalisierte Darstellungen zu den Funden der Forscher sowie deren wissenschaftlichen Erkenntnisse begeistern. Ziel sei es, so Rottmann, "dieses Gesamtpaket noch auszubauen". Unberührt bleibe davon aber der Wunsch vieler Besucher, nicht allein auf der Internetseite bei der Varusschlacht vorbeizuschauen, sondern die Fundstücke und das historische Schlachtfeld irgendwann auch im Museum und Park in Kalkriese selbst zu betrachten. "Wir können festhalten", betont Rottmann, "da weckt das Internet zwar zunächst den Appetit, aber es macht noch nicht satt." Dem Original komme somit weiterhin eine besondere Rolle zu.

Die rund 75000 Menschen im vergangenen Jahr seien – trotz großer und langer anhaltender Sommerhitze – immer noch eine stattliche Zahl an Besuchern im Museum gewesen, findet der Geschäftsführer. Und weil "die Hälfte der Besucher sogar länger als drei Stunden bleibt", spreche das ferner für die angebotenen Ausstellungen, so Rottmann.

Auch für das noch junge Jahr 2019 sei er optimistisch. Der Sonderausstellung "Roms Legionen" werde ab Ende März dabei über mehrere Monate im Mittelpunkt stehen. Sie werde kinder- und familienfreundlich gestaltet. Ebenso die Neuauflage der Römer- und Germanentage zu Pfingsten sowie das Forum Kalkriese zu Anfang Oktober. Mit Spannung erwarte er auch die endgültige Aus- und Bewertung mehrerer Funde der zurückliegenden Grabungen aus 2018. "Wir sind neugierig, was sichtbar wird", sagt Rottmann. Weitere interessante Projekte seien "die Lernzentrale und das Grabungscamp 2.0 in Zusammenarbeit mit dem Medienzentrum Osnabrück" oder auch das Aufstellen und Gestalten von 28 neuen Friedenszeichen im Park, die "kurz vor den Europawahlen im Mai" alle Mitgliedsnationen der EU symbolisieren sollen. "Wir wollen so das Thema Frieden ausdrücklich betonen", sagt Rottmann, "denn Frieden ist keine Automatik".

Allerlei Aufmerksamkeit dürfte im Frühjahr in Kalkriese auch die Aktion "Zeitzeugen" erfahren. "Was ist hier in 30 Jahren Ausgrabungen passiert", fragt Rottmann. Man wolle im Gespräch Geschichten von Menschen sammeln, die im Laufe der Zeit an den Grabungen auf dem Varusschlachtgelände beteiligt waren. Anschließend sollen diese Erzählungen veröffentlicht werden. Selbstverständlich auch digitalisiert im Internet. 


Weitere Grabungen erst in der zweiten Jahreshälfte 2019

Erst in der zweiten Jahreshälfte werden auf dem Gelände in Kalkriese bzw. Niewedde die archäologischen Grabungen wiederaufgenommen. Sie werden deshalb – Stand heute – wohl bis in den Oktober hinein andauern.

Zudem fallen die Grabungen 2019 mit dem alljährlichen „Forum Kalkriese“ im Herbst zusammen (1. bis 3. Oktober). Interessierte Besucher können dann unter anderem auch vor Ort die tiefen Einschnitte in die Landschaft aus nächster Nähe beobachten. An den durchaus ertragreichen Fundstellen des zurückliegenden Jahres soll dabei zunächst wieder angesetzt und weitergegraben werden. 

Die Römer- und Germanentage 2019 in Kalkriese finden unterdessen bereits zu Pfingsten statt (9./10. Juni). 

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