Bühnings werden Biolandhof NDR-Nordstory am 11. Januar vom Schleptruper Strang

Meine Nachrichten

Um das Thema Bramsche Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Rebecca und Nina Bühning mit den gerade eingestallten Ferkeln der Bunten  Bentheimer. Die Tiere sind schon seit Wochen als Gruppe mit einer festen sozialen Struktur zusammen und werden es auch bleiben. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeRebecca und Nina Bühning mit den gerade eingestallten Ferkeln der Bunten Bentheimer. Die Tiere sind schon seit Wochen als Gruppe mit einer festen sozialen Struktur zusammen und werden es auch bleiben. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Schleptrup. Seit 2016 stellt Familie Bühning aus Schleptrup ihren landwirtschaftlichen Betrieb auf Bio um. Der NDR hat diesen Prozess über neun Monate begleitet. Der Beitrag aus der Reihe "Nordsstory" wird unter dem Titel "Klasse statt Masse" am 11. Januar 2019 um 2015 Uhr auf N3 ausgestrahlt.

"Gespannte Vorfreude" umschreibt Nina Bühning das Kribbeln, dass  kurz vor der Ausstrahlung von allen Familienmitglieder Besitz ergriffen hat. Bisher hat niemand den fertigen Film gesehen, Trotzdem ist die große Leinwand schon bestellt, auf der die verschiedenen Generationen Bühning gemeinsam mit Nachbarn und guten Freunden die Produktion anschauen wollen, die zwischen Januar und September 2018 auf dem Hof entstanden ist. Etwa zehnmal war ein Team des NDR Fernsehens am Schleptruper Strang, um den Prozess der Umstellung  von einem konventionellen auf einen Biolandhof im Lauf der Jahreszeiten zu dokumentieren. "Es sollte ein Rundum-Blick darauf werden, wie ein Bio-Hof funktioniert", meint Nina Bühning. Immer Dreierteams kamen nach Schleptrup, Kameramann, Tontechniker  und Redakteur Christian Pietscher, dem es wohl in Schleptrup so gut gefiel, dass er einmal seine Familie mitbrachte und auf dem Bühningschen Ferienhof logierte.

"Es war schon eine spannende Zeit", erinnern sich Rebecca und Nina Bühning. Da saß schon mal der Kameramann auf der Traktorhaube.  




Beim Gehen galt es auf, auf richtiges Tempo und Abstände zu achten "sonst bekommt man ein Mikrofon an den Kopf". Gestellt sollte es aber auch nicht wirken. Gar nicht so einfach. Aber die Bühnings entwickelten langsam Routine. "Man vergisst das fast". Irgendwann gehörte das Team fast zur Hofgemeinschaft. "Man kannte sich einfach irgendwann", erinnert sich Rebecca Bühning. Mittags saß das NDR-Team ganz selbstverständlich mit am Tisch.

Bunte Bentheimer für die Fleischerei Sostmann

Thematisch bildet der Neubau der Offenställe für die Schweine im Zuge der Umstellung auf Bio das "Gerüst" des Films. Die Kamera war dabei, als Carsten und  Jan-Dirk Bühning die ersten  Löcher in die alten Stallwände stemmten, sie war auch dabei, als die ersten Bunten Bentheimer- Ferkel ihr neues Quartier bezogen. Irgendwann werden die Tiere an die Fleischerei Sostmann verkauft, die das Fleisch dieser alten Haustierrasse vermarktet, das von Feinschmecker wegen ihrer zarten Fettmarmorierung geschätzt wird. Die Schweine der anderen Rassen gehen an die Edeka-NRW, die eine Biofleisch-Produktreihe im Programm hat.




Es 16 Menschen leben und arbeiten auf dem Hof am Schleptruper Strang, bewirtschaften das Ackerland, mästen Schweine und Kühe, betreiben eine Biogasanlage und  einen kleinen Hofladen, bieten auf einem weiteren Hof Ferienwohnungen an. Nina Bühning und ihre Schwägerin Rebecca klären die staunende Besucherin mit einem Lachen auf. Familie Bühning - das sind eigentlich mehrere Familien. Jan-Dirk Bühning, Ninas Mann und sein Bruder Carsten sind Landwirtschaftsmeister. Sie haben den Hof von den Eltern übernommen. Dann kam noch Schwester Rebecca dazu, die sich besonders um die Ferienwohnungen kümmert. 

Gemeinschaftliche Entscheidung

2016 stellten Bühnings den Antrag auf Umstellung zum Bioland-Betrieb. Mit dem Gedanken trugen sich die jungen Leute seit geraumer Zeit. Die Preise für Schweinefleisch sind seit Jahren im Keller. Perspektiven  für die Zukunft sind gefragt. Immer größer, immer mehr Masse statt artgerechter Tierhaltung?  Mit dieser Perspektive kann sich  die junge Generationen nicht anfreunden. Die Entscheidung, "nochmal auf Null zu gehen", fällt schließlich gemeinschaftlich. "Jetzt macht die Arbeit auf dem Hof wieder Spaß", sagt Nina Bühning. 

Schweine wurde am Schleptruper Strang schon lange konventionell gemästet. "Unter Tage" nennt Jan-Dirk Bühning im Rückblick die Arbeit, die ihm immer weniger Freude machte. Weder Schweine noch Menschen sahen in den alten Ställen Tageslicht. Jetzt gibt es Licht und Luft reichlich. Die Schweine haben jederzeit Auslauf aus den offenen Ställen, finden aber auch geschützte Ecken "sogar mit Fußbodenheizung" (Nina Bühning). Die Kälte macht weder den Bentheimern noch den Schweinen anderer Rassen etwas aus. 




Mehrmals täglich wird ausgemistet. Die Hinterlassenschaften  landen in der Biogasanlage, die besagte Kuschelecke heizt, aber auch den Hof versorgt und darüber hinaus noch genug zum Einspeisen in das Stromnetz hergibt. Autark zu sein, ist für die Großfamilie wichtig. Auch das Futter für die Schweine und die Mutterkuhherde wird zum größten Teil selbst angebaut. So weiß man schließlich, was man verfüttert.

Mitte 2019 sind die drei Jahre Umstellungsphase um, die der Bioland-Verbund vorschreibt. Die Kriterien sind streng. Besonders die ersten Monate waren wirtschaftlich eine schwere Zeit. Bio-Saatgut ist teurer als konventionell erzeugtes. Das gleiche gilt für die Ferkel, die ebenfalls von Bioland-Züchtern kommen müssen. Jetzt ist es fast geschafft. Die jungen Landwirte wirken zufrieden. Stillstand wird es dennoch nicht geben. "Wir haben noch viele Ideen", sagt Ina Bühning. 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN