Moorbrand und Spinnenalarm Feuerwehr Bamsche-Mitte 2018 mit ungewöhnlichen Einsätzen

Mehrere Einsätze wegen brennender Felder hatte die Feuerwehr Bramsche-Mitte 2018 zu absolvieren. Foto: Henning StrickerMehrere Einsätze wegen brennender Felder hatte die Feuerwehr Bramsche-Mitte 2018 zu absolvieren. Foto: Henning Stricker

Bramsche. Ungewöhnliche Einsätze und Schwierigkeiten bei der Löschwasserversorgung haben das Jahr 2018 bei der Feuerwehr Bramsche-Mitte geprägt. Eine Bilanz.

"Löschhilfe bei einem mehrwöchigen Moorbrand – wenn uns das jemand als Übungsszenario vorgestellt hätte, dann hätten wir gesagt: Denk Dir mal was Realistischeres aus", blickt der Pressesprecher der Feuerwehr Bramsche, Marc Piwinksi, auf einen Einsatz zurück, mit dem so niemand gerechnet hätte. Als Teil der Kreisfeuerwehrbereitschaft Osnabrück-Nord wurden dann aber eben doch auch Feuerwehrleute aus der Tuchmacherstadt angefordert, als es im September auf der Wehrtechnischen Dienststelle 91 in Meppen brannte.


Zur Bekämpfung des Moorbrands auf der WTD 91 in Meppen rückten auch Feuerwehrleute aus Bramsche aus. Foto: Stefanie Witte


Ein weiterer Einsatz, "bei dem man als Feuerwehrmann auch selber staunt, was so alles auf einen zukommen kann", wie Piwinski es ausdrückt: Der Alarm im Alloheim, als aus einer Bananenkiste mehrere möglicherweise hochgiftige Spinnen krabbelten. Interessant an diesem Tag im Mai sei vor allem "das Zusammenspiel der Einsatzkräfte und der unterschiedlichen beteiligten Behörden gewesen", findet Ortsbrandmeister Jörg Ludwigs. Letztlich habe alles "gut geklappt" und die Spinnen seien "zum Glück ja auch harmlos gewesen". Zu spüren sei dennoch gewesen, "dass für alle Mitwirkenden eine solche Situation ungewöhnlich war", so Ludwigs weiter. 

Als besonders fordernde Einsätze, teils auch in psychischer Hinsicht, nennt der Ortsbrandmeister des Weiteren einen Gebäudebrand in Hesepe und ebenfalls in dem Bramscher Ortsteil einen Chemie-Unfall, außerdem eine Explosion bei der Firma Leiber in Engter. Dort hätten die Mitarbeiter ihren verunglückten Kollegen "hervorragende Erste Hilfe geleistet", lobt Ludwigs. Auch einige Verkehrsunfälle, so etwa auf der Autobahn A 1, seien eine Herausforderung gewesen.


Nachdem in einem Chemie verarbeitenden Betrieb in Hesepe Styrol ausgelaufen war, waren die Feuerwehren stundenlang im Einsatz. Foto: Björn Dieckmann


Problematisch sei in den Sommermonaten die Versorgung mit Löschwasser gewesen. "Wir sind da auch auf das Trinkwasser angewiesen. Der Wasserverband kam aber ja angesichts des hohen Verbrauchs während der langanhaltenden Trockenheit kaum noch mit der Abgabe in das Leitungsnetz nach ", blickt Ludwigs auf die Hitzewelle und ihre Begleiterscheinungen zurück. Landwirte hätten deshalb Güllebehälter mit Löschwasser zur Verfügung gestellt, die beispielsweise beim Brand mehrerer Stoppelfelder in Pente auch aus dem nahen Mittellandkanal nachgefüllt wurden. "Das war eine Notlösung. Wir werden uns aber Gedanken machen müssen, wie wir in der Zukunft die Löschwasserversorgung sicherstellen können, wenn es zu ähnlichen Hitzeperioden kommen sollte", macht Ludwigs deutlich, der sich auch darüber ärgert, dass einige weitere Heckenbrände nur deshalb entstanden seien, "weil manche meinen, das Unkraut im Garten noch wegbrennen zu müssen, wenn es seit Wochen knochentrocken ist."

Insgesamt habe die Freiwillige Feuerwehr Bramsche-Mitte im vergangenen Jahr 131 Einsätze absolviert, "das liegt auf dem Niveau des Vorjahres", sagt Ludwigs. Weiterhin hoch bleibe die Zahl der technischen Hilfeleistungen für den Rettungsdienst. "Soziale Notlagen", wie Ludwigs es nennt, wenn alleinlebende Menschen nach einem häuslichen Unfall hilflos in ihrer Wohnung liegen und die Feuerwehr die Tür öffnen muss, "weil es keine vertrauten Menschen aus der Familie oder einem Freundeskreis gibt." Die Feuerwehr gerate dabei des Öfteren auch an ihre Grenzen, so ergänzt Pressesprecher Piwinski, weil Wohnungen und Häuser immer besser gesichert seien. "Das ist im Grunde natürlich gut im Hinblick auf die Einbruchprävention, macht es für uns aber zusehends schwieriger", so Piwinski. 


Die Großveranstaltung "Die Stadt in Kinderhand" hat die Feuerwehr mit organisiert und präsentierte sich auf der Wiese hinter dem Tuchmacher-Museum. Foto: Holger Schulze


117 Mitglieder hat die Feuerwehr Bramsche-Mitte derzeit, fünf mehr als noch vor Jahresfrist: 73 Aktive, 21 Kameraden der Reserve und 23 Jugendliche. Die Jugendfeuerwehr entwickele sich "weiterhin ganz hervorragend", freut sich Ludwigs. Und auch die stellvertretende Jugendfeuerwehrwartin Saskia Schrader verweist darauf, "dass das Interesse größer ist als die Zahl der Plätze, die wir anbieten können." Das allerdings soll sich 2019 ändern: "Wir wollen aufstocken auf 25 Plätze in der Jugendfeuerwehr. Mehr geht dann aber wirklich nicht", so Schrader, die darauf hinweist, dass die Jugendwehr in diesem Jahr auch erstmals in kompletter Stärke die Partnerwehr im polnischen Biskupiec besuchen werde. "Das wird sicherlich ein Highlight", glaubt Schrader, nachdem in 2018 noch "Die Stadt in Kinderhand" mit rund 20.000 Besuchern und das "Spiel ohne Grenzen" für  500 Jugendliche der Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis "ein sehr geiles Wochenende" beschert habe – wie nicht nur Schrader findet, sondern auch Ortsbrandmeister Ludwigs und Pressesprecher Piwinski. "Leider können wir solche Veranstaltungen nicht jedes Jahr auf die Beine stellen", bedauern beide. Die Feuerwehr habe schließlich "noch ein paar andere Aufgaben."


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