Archäologische Grabungen beendet Historische Funde in Schleptrup bis zu 4000 Jahre alt

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Schon einige Erdbewegungen hat es im künftigen Industrie- und Gewerbegebiet Eiker Esch in Schleptrup gegeben, bislang allerdings ausschließlich für die archäologischen Grabungen. Im Hintergrund verläuft die B218, auch der Fernsehturm ist zu sehen. Foto: Björn DieckmannSchon einige Erdbewegungen hat es im künftigen Industrie- und Gewerbegebiet Eiker Esch in Schleptrup gegeben, bislang allerdings ausschließlich für die archäologischen Grabungen. Im Hintergrund verläuft die B218, auch der Fernsehturm ist zu sehen. Foto: Björn Dieckmann

Schleptrup. Die archäologischen Grabungen im künftigen Gewerbe- und Industriegebiet "Eiker Esch" in Schleptrup sind beendet. Einige der Funde sind schätzungsweise rund 4000 Jahre alt.

"Wir sind mit unserem Programm unmittelbar vor Weihnachten fertig geworden", teilt Axel Friederichs, der Leiter der Osnabrücker Stadt- und Kreisarchäologie, mit. Im November hatten die Arbeiten begonnen. In einem ersten Suchschnitt auf dem Acker, auf dem später einmal das Industrie- und Gewerbegebiet Eiker Esch entstehen soll, blieben die Archäologen noch erfolglos. Dann aber wurden schnell die ersten Keramikscherben gefunden, und schnell wurden es immer mehr.

Datieren diese Funde überwiegend aus der vorrömischen Eisenzeit um 700 vor Christus, kamen in den vergangenen Wochen auch noch einige Funde "aus dem letzten Ende der Jungsteinzeit" zum Vorschein, wie Friederichs sagt. Es handele sich dabei um die sogenannte "Phase der Riesenbecher" rund 2000 vor Christus.

Ungefähr 4000 Jahre alt sind also die ältesten Funde. Nicht nur deshalb findet Friederichs sie "hochspannend". Sondern auch, "weil sich damit gezeigt hat, dass im Eiker Esch die Fläche gleich zwei Mal in unterschiedlichen Epochen für Siedlungen genutzt wurde", so Friederichs weiter. Außerdem werde "wie schon bei den Grabungen am Stapelberger Weg in Hesepe erneut deutlich, dass der Bramscher Raum offenbar schon früher siedlungsgünstig war mit seiner Lage an der Hase und der Nähe zum Mittelgebirge, als wir bislang angenommen hatten."


Im November haben Kreisarchäologe Axel Friederichs und Mitarbeiterin Judith Franzen erste Funde vom Eiker Esch in Schleptrup gezeigt. Nun wurden die Grabungen abgeschlossen. Foto: Björn Dieckmann


Bislang nur wenige Riesenbecher-Funde

Hinzu komme auch, dass es bislang in der hiesigen Region nur recht wenige Funde der Riesenbecher gegeben habe. "Bei Bersenbrück gab es einige, das war aber schon in den 1930er-Jahren. Ein paar auch in Kalkriese. Aber sonst kaum", sagt Friederichs. In Schleptrup sei deshalb nun "durchaus ein Fortschritt für die Archäologie im Osnabrücker Land" erzielt worden.

Die Befunde seien allerdings längst nicht so gut erhalten wie noch bei den Grabungen am Stapelberger Weg, so der Archäologe weiter. Durch den Auftrag von Plaggenesch "vermutlich im 16. oder 17. Jahrhundert" sei vieles kaputtgegangen. Es sei dadurch deutlich aufwendiger, die Grabungsergebnisse konkret einzuordnen.

Die Arbeiten vor Ort wurden derweil aber beendet. Im Frühjahr 2019 soll die Erschließung des neuen Industrie- und Gewerbegebiets Eiker Esch in direkter Nachbarschaft zu den Firmen Amazone und Elos beginnen, die ihre Werke in diesem Jahr in Betrieb genommen haben.   


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