"In Peru und weltweit" Sternsinger sammeln in Bramsche für inklusive Projekte

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Noch viel zu tun: Klaus-Heinrich Rahe, Marianne Brörmann und Nicole Schuckmann sichten im Forum Martinum die Ausstattung der Sternsinger. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeNoch viel zu tun: Klaus-Heinrich Rahe, Marianne Brörmann und Nicole Schuckmann sichten im Forum Martinum die Ausstattung der Sternsinger. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Rund um den 6. Januar 2019, dem Dreikönigsfest, sind in Bramsche wieder Kinder und Jugendliche als Sternsinger unterwegs, um für ihre weniger privilegierten Altersgenossen in aller Welt zu sammeln. Im Mittelpunkt stehen 2019 inklusive Projekte für Kinder in aller Welt, beispielhaft vorgestellt am "Yancana huasy", einer Einrichtung für Kinder mit Behinderungen am Rande der peruanischen Hauptstadt Lima.

Am 2. Januar finden jeweils um 15 Uhr  die Vorbereitungstreffen für die Sternsinger an den drei Standorten Forum Martinum, Pfarrheim Heilig Geist und im Pfarrheim Malgarten statt. Schon im Vorfeld hat das Organisationskomitee um Nicole Schuckmann, Marianne Brörmann und Pastoralreferent Klaus-Heinrich Rahe viel zu tun. Die Kostüme, die von Dreikönigstag zu Dreikönigstag in den Teilgemeinden eingelagert werden, müssen kontrolliert und im Bedarfsfall ausgebessert werden. In diesem Jahr gibt es erstmals wasserfeste, verstellbare Kronen, die einsatzbereit gemacht werden müssen. Nicole Schuckmann zeigt den Karton mit den Vorgängern aus goldener Wellpappe.  Viele der Königsutensilien sehen nicht mehr standesgemäß aus - abgeknickte Spitzen, eingerissene Kanten, eigentlich nur noch ein Fall fürs Altpapier.

 Bei den prachtvollen Königsgewändern hat so manche alte Brokatgardine mit goldenen oder anders glänzenden Verzierungen eine zweite Verwendung gefunden. Das Verkleiden spielt gerade für die jüngeren Sternsinger eine große Rolle, gibt Rahe zu. Die Liedertexte sind gedruckt, die Listen derer, die auf den Besuch der Sternsinger warten, überarbeitet, die Spendendosen durchgezählt, die Kreide für den traditionelle Segensspruch "20*C+M+B+19" beschafft, ebenso wie die entsprechenden Aufkleber. "Es hält sich mittlerweile die Waage", sagt Marianne Brörmann. Es ist nur eine Frage der Form, nicht der Bedeutung. C+M+B  steht übrigens für "Christus Mansionem Benedicat" (Christus segne dieses Haus),  nicht, wie oft angenommen für die drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar.

"Jetzt müssen nur noch die Kinder kommen", seufzen Schuckmann, Brörmann und Rahe einhellig. Rund 80 bis 90 Jungen und Mädchen machten sich in den vergangenen Jahren nach dem Aussendungsgottesdienst in der St. Martinskirche auf den Weg von Haus zu Haus. Leider ist die Tendenz eher abnehmend. "Vielen Eltern ist die Tradition des Sternsingens einfach nicht mehr vertraut", hat Brörmann beobachtet, und das, obwohl das Sternsingen im überwiegend evangelischen Bramsche seit etlichen Jahren eine ökumenische Veranstaltung ist. Das Sternsingen ist zwar eine ursprünglich katholische Tradition, das Anliegen zu helfen haben sich die evangelischen Gemeinden in Bramsche aber  längst mit zueigen gemacht. Deshalb auch der Aussendegottesdienst in der evangelischen Martinskirche. "Das ist zudem einfach die größte Kirche in der Stadt", fügt Brörmann ganz pragmatisch hinzu.

Noch für das Sternsingen anmelden

Ein paar Tage sind es noch bis zum ersten Treffen und deswegen möchte das Vorbereitungsteam noch einmal kräftig die Werbetrommel rühren. Wer noch mitmachen möchte, kann sich bei Klaus-Heinrich Rahe (Tel: 05461/937564) und Pastorin Stephanie Seger (05461/4220) für das Treffen im Forum Martinum anmelden.  Ingrid Garlich (05461/969661) und Marianne Brörmann nehmen Anmeldungen für das Vorbereitungstreffen in Heilig Geist entgegen und für Malgarten steht Daniel Mittelstaedt (05461/9455803 zur Verfügung. Bei diesen Nummern kann sich auch melden, wer einen Besuch von den Sternsingern wünscht. "In der Gartenstadt versuchen wir allerdings, einfach alle zu besuchen", erklärt Brörmann kleine organisatorische Unterschiede zwischen den Ortsteilen. Erwachsene Begleitpersonen für die Kinder und Jugendlichen werden ebenfalls noch gesucht. Auch wer nicht an den Vorbereitungstreffen teilnehmen kann, ist als Sternsinger willkommen.

Die Sternsinger sind in Bramsche und Umgebung am 5. und/oder 6. Januar im Anschluss an den um 9.30 Uhr stattfindenden Gottesdienst unterwegs. In den Mittagsstunden machen sie eine Pause, in der engagierte Gemeindemitglieder oder Eltern für ein gemeinsames Mittagsessen sorgen. Spannend wird es dann noch einmal am Nachmittag, wenn die Spendendosen gelehrt werden und sich herausgestellt, wieviel die engagierten Kinder und Jugendlichen gesammelt haben.


Sternsingeraktion 2019

"Wir gehören zusammen - in Peru und weltweit" lautet 2019 das Motto der Sternsingeraktion. Worum es geht, veranschaulichen ein umfangreiches Informationsheft und der Film "Willi in Peru", für den sich Reporter Willi Weitzel für die Sternsingeraktion auf den Weg in die peruanische Hauptstadt Lima und dort besonders in die armen Wohngebiete am Rande der Stadt gemacht hat. Mit "Yancana huasy" (Quetchua für "Haus der Arbeit") entstand nämlich im Armenviertel Canto Grande im Jahr 1981 eine Einrichtung, in der Kinder mit den verschiedensten Formen einer Beeinträchtigung durch liebevolle Förderung, Gemeinschaft und bestmögliche Therapien auf ein möglichst selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben vorbereitet werden - immer vor dem Hintergrund, nicht das Einschränkende sondern das Besondere und Verbindende herauszustellen.Inzwischen widmet sich "Yancana huasy" auch der Lobbyarbeit für Kinder mit Behinderung in dem südamerikanischen Land. Nach staatlichen Angaben leben in Peru fünf Prozent der 28 Millionen Einwohner mit einer Behinderung. Die UN gehen mit 8,9 Prozent von einer wesentlich höheren Quote aus. "Yancana huasy" steht allerdings nur beispielhaft für ähnliche inklusive Projekte in aller Welt, die die Sternsinger mit ihrer Aktion 2019 unterstützen. Mehr Informationen im Internet unter https://www.sternsinger.de.

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