Basketballer Marko Primorac Kroatischer "Red Devil" fühlt sich in Bramsche fast wie zuhause

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Marko Primorac am Ball – und in seinem Element: Derzeit hat der Kroate alles dem Basketballsport untergeordnet und will mit den Bramscher "Red Devils" aufsteigen. Foto: Rolf KamperMarko Primorac am Ball – und in seinem Element: Derzeit hat der Kroate alles dem Basketballsport untergeordnet und will mit den Bramscher "Red Devils" aufsteigen. Foto: Rolf Kamper

Bramsche. Sie leben in Bramsche, Neuenkirchen-Vörden, Rieste. Manche seit Jahrzehnten, andere erst seit ein paar Monaten. In unserer Serie "Angekommen" stellen wir Menschen vor, die in unserer Region ihre zweite Heimat gefunden haben. Heute: Marko Primorac aus Kroatien.

Seit fast zwei Jahren lebt Marko Primorac nun bald in Bramsche. Im Januar 2017 kam der Kroate als Neuzugang zu den "Red Devils"-Basketballern vom TuS. Eingelebt hat er sich sehr gut: "Bramsche ist schön, von der Größe her erinnert es mich an meine Heimat. Das gefällt mir", sagt er. Und weil die Stadt eben nicht so groß ist, lerne man auch schnell Menschen kennen. "Im Verein sowieso, aber auch, wenn man privat unterwegs ist", betont Primorac.

Wobei das mit dem "unterwegs sein" nicht in dem Sinne zu verstehen ist, dass der Kroate sich bei jeder Gelegenheit in dem – ohnehin übersichtlichen – Nachtleben in Bramsche austoben würde. "Ich gehe ab und zu ins Rebano, und mit dem Team treffen wir uns öfter nach den Heimspielen beim Divan, dem türkischen Restaurant in der Innenstadt", berichtet Primorac – aber da, so ergänzt "Red Devils"-Teammanager Gunnar Elsemann schmunzelnd, "ist Marko fast immer der erste, der nach Hause geht."

Nicht, dass Primorac kein geselliger Typ wäre. Aber: "Im Moment ist mir das Basketballspielen am wichtigsten. Dafür lebe ich." Und das erfordert es nun einmal, dass sein Lebenswandel nicht allzu ausschweifend ist. Training und regelmäßige Einheiten im Fitnessstudio stehen im Vordergrund für den Halbprofi, der zudem noch einen Teilzeitjob im Gartenbau hat.

Urlaube in der Heimat

In den Saisonpausen - im Sommer und über Weihnachten - zieht es Primorac stets in seine kroatische Heimat. Nach Sinj, rund 25 Kilometer von Split entfernt in der Region Dalmatien. "Das ist mir schon sehr wichtig", so Primorac, "die Familie – meine Eltern, meinen Bruder – regelmäßig wiederzusehen" – und Sinj, das mit seinen ungefähr 25.000 Einwohnern eben so ähnlich sei wie Bramsche. Und in dessen Gegend, so meinen manche Archäologen, das Fußballspiel erfunden wurde. Denn in dem nahegelegenen Ort Trilj wurde eine Büste aus dem 1. Jahrhundert vor Christus entdeckt, die einen Mann mit einem Ball darstellt. "Ja, stimmt. Da ist auch jedes Jahr ein Fest, das damit zu tun hat", weiß Primorac. Auch er hat mal Fußball gespielt. "Mit sechs habe ich angefangen, mit acht bin ich aber zum Basketball gewechselt", erzählt er.

Dass er Talent hat, wurde schnell klar. Primorac schnupperte er an der Ersten Liga, spielte dann in der Zweiten Liga. So richtig zufrieden war er damit nicht. Deshalb suchte er zusammen mit seinem Berater den Weg nach Deutschland, spielte zunächst für einen Klub bei Aschersleben, bevor die Bramscher "Red Devils" ihn verpflichteten. "Wir kennen Markos Agenten sehr gut und vertrauen ihm voll und ganz, wenn er uns einen Spieler empfiehlt", erläutert Teammanager Elsemann. Auch bei Primorac sei dieses Vertrauen gerechtfertigt gewesen: "Marko ist Allrounder und ein ein wahrer Teamplayer, der immer mannschaftsdienlich spielt", lobt Elsemann.

Mit den "Red Devils" aufzusteigen, das ist Primoracs großes Ziel in dieser Saison. "Wenn wir das schaffen, bleibe ich dann auch mal etwas länger bei der Feier danach", lacht der 27-Jährige. Wie es danach weitergeht, weiß er noch nicht. Eine weitere Saison für den TuS zu spielen, ist durchaus denkbar, genauso aber auch ein Wechsel. Und so sehr Marko Primorac Bramsche auch mag: Irgendwann in ein paar Jahren wird er wohl nach Kroatien zurückkehren, um sich dort für sein weiteres Berufsleben neu zu orientieren.


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