Taten in Bramsche und Quakenbrück 34-Jähriger wegen Schmuckdiebstahls im Nordkreis verurteilt

Von Heiko Kluge

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Weil er in Bramsche und Quakenbrück Schmuck aus Geschäften gestohlen hat, ist ein 35-Jähriger vor dem Landgericht Osnabrück verurteilt worden. Foto: Michael GründelWeil er in Bramsche und Quakenbrück Schmuck aus Geschäften gestohlen hat, ist ein 35-Jähriger vor dem Landgericht Osnabrück verurteilt worden. Foto: Michael Gründel

Bramsche/Quakenbrück. Ein Mann, der bei Juwelieren in Bramsche und Quakenbrück Goldketten gestohlen hatte, wurde zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt.

In der Berufungsverhandlung am Landgericht Osnabrück wehrte sich der Angeklagte gegen seine erstinstanzliche Verurteilung am Amtsgericht Bersenbrück. Dort war man davon überzeugt gewesen, dass sich der heroinabhängige Mann am 27. März 2017 in einem Juweliergeschäft in der Großen Straße in Bramsche mehrere Goldketten und Anhänger hatte zeigen lassen. Das Kaufinteresse soll der Mann nur vorgetäuscht haben. Schließlich soll er die Verkäuferin nach hinten gestoßen und mit einer Goldkette samt Anhänger im Wert von 500 Euro geflüchtet sein. Nur zwei Tage später soll der Angeklagte dann in einem Juweliergeschäft in Quakenbrück aufgetaucht sein. Als die dortige Verkäuferin durch eine neue Kundin abgelenkt worden sei, soll der Mann mit einer Goldkette im Wert von 567 Euro das Geschäft verlassen haben. 

Zusammenhang mit Drogenabhängigkeit

Wegen des Stoßes gegen die Verkäuferin in Bramsche hatte das Gericht den ersten Fall als Raub und damit auch als strafrechtlich deutlich schwerwiegender eingestuft. Der heute 34-Jährige wurde daher wegen Raubes in Tatmehrheit mit Diebstahl zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt. Da die Straftaten in direktem Zusammenhang mit der Hartdrogenabhängigkeit des Mannes einhergingen, hatte das Amtsgericht Bersenbrück auch seine Unterbringung in eine Entziehungsanstalt angeordnet. Außerdem waren die Richter von einer verminderten Schuldfähigkeit ausgegangen. 

Nach seiner Einschätzung liege bei dem Bramscher Fall kein Raub vor, erklärte der Verteidiger den Grund der Berufung jetzt vor dem Landgericht Osnabrück. „Raub ist eine andere Hausnummer“, betonte er. Für die Einschätzung der Gefährlichkeit seines Mandanten, der momentan in Haft sitzt und auf einen freien Platz zur Drogenentwöhnungstherapie wartet, spiele das durchaus eine Rolle. Er habe die Verkäuferin auch nicht geschubst, betonte der 34-Jährige. „Das war nicht so.“ Auch wenn die Verkäuferin dies gleich nach dem Geschehen anders geschildert hatte, ließ sich eben dieser für die rechtliche Bewertung relevante Schubser nicht mehr feststellen. 

Keine klare Erinnerung

Als Zeugin trat die Frau nicht auf. Statt dessen verlas der Richter einen Brief, in dem sie dem Gericht schilderte, keine genauen Angaben über den Vorfall mehr machen zu können. Dass der Angeklagte geschubst oder gestoßen habe, daran habe sie keine klare Erinnerung, so der Brief. Auch die Kollegin der Frau konnte nicht weiterhelfen, da sie im entscheidenden Augenblick im hinteren Bereich des Geschäfts gewesen war und keine eigenen Beobachtungen hatte machen können. 

 Aus diesem Grund waren sich alle Beteiligten einig, dass der 34-Jährige sich lediglich zweier Diebstähle schuldig gemacht hatte. Dem Antrag der Staatsanwältin entsprechend, setzte das Gericht für beide Fälle jeweils Einzelstrafen von fünf Monaten an. Da die Richter allerdings noch eine weitere Verurteilung des Mannes in die Entscheidung einführen mussten, kam es schließlich zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten. „Einen Raub konnten wir in der Tat nicht feststellen“, resümierte der Vorsitzende. „Dazu waren die Angaben der Beteiligten zu dürftig.“ Die Entscheidung, den Mann zur Behandlung seiner Drogensucht in einer geschlossenen Anstalt unterzubringen, entsprach auch dem ausdrücklichen Wunsch des 34-Jährigen. „Sie sind auf einem guten Weg, glaube ich“, gab der Vorsitzende ihm zum Schluss mit auf den Weg. „Machen Sie weiter so.“


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