Weniger ist mehr Lebendiger Adventskalender bringt Achmeraner zusammen

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Heike Hoffmann-Nieporte (mit Kerze im Weckglas) eingerahmt von Tochter Mariella, Ehemann Wilfried und ein paar Teilnehmern am lebendigen Adentskalender vor der neuen Kippe. Foto: Andreas WenkHeike Hoffmann-Nieporte (mit Kerze im Weckglas) eingerahmt von Tochter Mariella, Ehemann Wilfried und ein paar Teilnehmern am lebendigen Adentskalender vor der neuen Kippe. Foto: Andreas Wenk

Achmer. Wie an vielen Orten ist der lebendige Adventskalender in der Friedenskirchengemeinde Achmer auf dem Weg zu einer neuen Tradition.

2018 laden Gemeindemitglieder bereits zum sechsten Mal ein. Jeweils um 18 Uhr treffen sich die Gruppen, um sich gemeinsam auf Weihnachten einzustimmen, zu singen und sich zu unterhalten. Am Mittwoch hatten Heike Hoffmann-Nieporte und ihr Mann Wilfried eingeladen. Sie haben ihren Kotten vor einigen Jahren umgebaut und sich jetzt - unterstützt von einigen Nachbarn – noch einen Wunsch erfüllt. Auf dem Gelände unter einem hohen Baum steht nun eine Krippe, groß und trotzdem dezent.  

Der leichte Regen an diesem Abend stört nur wenig. Zwar hätten die rund 30 Besucher alle trocken unter einem Dach Platz finden können, doch die meisten stehen davor im Halbkreis, lauschen Hoffmann-Nieporte oder singen mit. Man kennt sich, aus der Kirchengemeinde, aus dem Ort und von den einzelnen Stationen des lebendigen Adventskalenders. Zweimal pro Woche, mittwochs und freitags, trifft man sich und reicht das Adventslicht in einem großen Einweckglas weiter. 

Kein vorgegebenes Programm

Ein vorgegebenes Programm gibt es nicht. Hoffmann-Nieporte hat sich zwar im Internet inspirieren lassen, sich am Ende aber für Klassiker entschieden: „Es ist für uns eine Zeit angekommen“ sowie „Lasst uns froh und munter sein“ hat sie auf die verteilten Liederzettel gedruckt, zusammen mit einem Foto der neuen Krippe und einem Quarkstollenrezept. Da der Advent auch eine Zeit des Vorlesens und Erzählens ist, liest Hoffmann-Nieporte die Geschichte von Bischof Nikolaus aus Myra vor und ihr Mann berichtet aus der eigenen Kindheit, wie vor dem Kirchgang am Heiligabend Heu und Wasser für die Rentiere des Weihnachtsmannes bereitgestellt wurden. Zum Schluss beten alle gemeinsam das Vaterunser.

Der lebendige Adventskalender wirkt wie ein Kontrastprogramm zum omnipräsenten „Jingle Bells“-Gedudel und Blinklichtgewitter moderner Weihnachtsmärkte. Einzige Gemeinsamkeit: Familie Nieporte hat nach dem Gebet zu Glühwein und Punsch eingeladen. Offensichtlich geht es um das Miteinander. Sprechen, Austauschen, gemeinsam die Zeit für einen Augenblick anhalten, Glauben und Gemeinde leben. Nach nicht einmal einer halben Stunde ist das Programm beendet. Tochter Mariella und ihre Freundin Angelina Kalkar haben noch ein Weihnachtslied vorgesungen und es beginnt der noch gemütlichere Teil dieses ohnehin schon anheimelnden Adventstreffens.

Obwohl Heike Hoffmann-Nieporte selbst sonst nicht in der Gemeinde aktiv ist, war sie von der Idee des lebendigen Adventskalenders schnell überzeugt. Eigentlich wollte sie schon 2017 mitmachen, es hatte sich dann aber irgendwie nicht ergeben. In diesem Jahr sollte es dann klappen, zumal ihre Tochter Konfirmandin ist. Es fällt auf, dass der lebendige Adventskalender nicht nur bei älteren Gemeindemitgliedern ankommt. Junge Gesichter, und Familien mit Kindern sind ebenso vertreten wie Senioren. Sie alle verbindet offenbar eine wieder wachsende Sehnsucht, sich in einer Welt, die sich immer schneller und schriller dreht, nicht aus den Augen zu verlieren und stattdessen die Vorfreude auf das Weihnachtsfest miteinander zu teilen.


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