Show im "Universum" Werner Momsen sinniert in Bramsche über Weihnachten

Von Reinhard Fanslau

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Da geht’s lang. Zwei Stunden philosophierte NDR-Figur Werner Momsen über das Weihnachtsfest. Foto: Reinhard FanslauDa geht’s lang. Zwei Stunden philosophierte NDR-Figur Werner Momsen über das Weihnachtsfest. Foto: Reinhard Fanslau

Bramsche. Werner Momsen hat in Bramsche viele eingefleischte Fans. Das zeigte sich am Donnerstagabend, als die aus vielen NDR-Fernsehsendungen bekannte, lebensgroße Klappmaulpuppe im fast ausverkauften "Universum" ihre Weihnachtsshow aufführte.

Zu Weihnachten träume er davon, selbstständig zu werden und nicht immer einen Schatten hinter sich zu haben. Der Wunsch wird nicht in Erfüllung gehen, denn ohne Momsen-Erfinder und Schattenmann Detlef Wutschik geht es nicht. Im schwarzen Overall und mit schwarzer Gesichtsmaske ist der sympathische 52-jährige Hamburger der Mann hinter Momsen. Das macht er so perfekt, dass die Zuschauer schon nach kurzer Zeit vergessen und nicht mehr wahrnehmen, dass hinter der Puppe ein Mensch ist. So bekommt die Figur Momsen Leben und kann alle Register ziehen. 

Zwei Stunden plauderte die aus einem Schaumstoffblock geschnittene Puppe lustig, witzig, originell, hintersinnig und niveauvoll über das bevorstehende Fest der Feste. Das Motto lautete grammatikalisch bewusst unkorrekt „Die Werner Momsen ihm seine Weihnachtsshow“. Momsen bzw. Wutschik hauten eine originelle Botschaft nach der anderen heraus. „Mit Ratio kommt man Weihnachten nicht weit. Wer nicht daran glaubt, kann es gleich sein lassen“, philosophierte er, phasenweise musikalisch untermalt von „White Christmas“ von Bing Crosby. Aber Kinder haben da so ihre Zweifel, an den Weihnachtsmann zu glauben, denn: „Dass der in einer einzigen Nacht alle Kinder der Welt beschenken soll, ist unrealistisch. Dazu müsste er mit seinem Schlitten die 30-fache Schallgeschwindigkeit fahren und mindestens 1000 Meter in der Sekunde zurücklegen.“

Weihnachten in der Familie

Dann beschrieb Momsen Weihnachten in der Familie. Den meisten im Saal wird vieles bekannt vorgekommen sein. Da wäre zum Beispiel Onkel Herbert, der sich nach dem Essen den obersten Hosenknopf aufmacht und im Folgejahr schon vor dem Essen; Tante Gerda, die eine Praline nach der anderen isst und einen Fernet Branca nach dem anderen trinkt, wenn sie sich unbeobachtet fühlt oder die Eltern, die sich heftig über die Spielregeln eines Gesellschaftsspiels streiten, das sie geschenkt bekommen haben. Herrlich auch, wie Momsen darüber schwadroniert, dass ein Münsteraner Professor wissenschaftlich untersucht, wie die Menschen Schokoladenweihnachtsmänner essen. Am häufigsten sind die Kopfbeißer, das sind die Ungeduldigen. Die, die als erstes den unteren Teil abbeißen, sind die Egoisten, denn unten ist die Schokolade am dicksten und die kann ihnen dann keiner mehr nehmen.

„Weihnachten ist auch eine harte Nummer für Pastoren“, sprach Momsen ein weiteres Phänomen dieser Jahreszeit an, denn: „Das ganze Jahr über sind die Kirchen leer, aber zu Weihnachten kommen die Leute schon morgens und legen ihre Handtücher auf die Kirchenbänke.“ An dieser und vielen anderen Stellen steckte auch immer ein bisschen ernstgemeinte Gesellschaftskritik in dem, was Momsen erzählte. So auch in dem folgenden Vergleich: „Warum kommt es einem so vor, dass Pfingsten nicht so häufig ist wie Weihnachten? Weil man an Pfingsten nichts kaufen kann.“ Das alles gipfelte in der Erkenntnis: „Weihnachten ist das Fest, wo man denkt, dass alle einen an der Waffel haben – nur man selber nicht.“ Momsen meckerte nicht nur, sondern hielt auch etliche konstruktive Vorschläge bereit, zum Beispiel Wolfgang Thierse, vollbärtiger Ex-Bundestagspräsident, als staatlich geprüften Weihnachtsbeauftragten zu installieren oder den Tipp für die, denen die Adventszeit zu hektisch und stressig ist: „Gucken Sie ab und zu mal in die Flamme einer Weihnachtskerze. Das ist meditativ.“ Die Gelegenheit, das auszuprobieren, ist schon am ersten Advent da.


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