Heilig Geist wird umgebaut Bramscher Martinus-Gemeinde und Caritas planen Senioren-WG

Von Matthias Benz

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Bramsche. Die Planungen für die Umgestaltung des katholischen Kirchenstandorts Heilig Geist in der Bramscher Gartenstadt sind weiter vorangeschritten. Neben der Kirche wird anstelle des Gemeindehauses eine ambulant betreute Wohnanlage für Senioren entstehen. Aus dem dafür durchgeführten Ideenwettbewerb ist ein Planungsentwurf als Sieger hervorgegangen.

Drei Architekturbüros hatten ihre Arbeiten eingereicht. Das Beurteilungsgremium unter dem Vorsitz von Diözesanbaumeister Ralf Schlüter empfahl Anfang November einstimmig den Entwurf der Firma Ahrens & Pörtner. Zur 14-köpfigen Jury gehörten Vertreter der Gemeinde St. Martinus und der Caritas Nordkreis Pflege GmbH, außerdem Bistumsvertreter, der Leitende Baudirektor der Stadt Bramsche, Hartmut Greife, sowie als unabhängiger Experte der Lingener Architekt Bernhard Krämer. Zehn Tage später schlossen sich Kirchenvorstand sowie Pfarrgemeinderat der Empfehlung an und votierten einstimmig für den Entwurf „als Grundlage für die weiteren Planungen“.

Bevor die Planungen vertieft werden können, muss noch der Aufsichtsrat der Caritas Nordkreis Pflege GmbH in seiner Sitzung am 11. Dezember 2018 grünes Licht geben. Die 2015 gegründete Gesellschaft ist ein Zusammenschluss der Caritas-Pflegedienste Fürstenau/Neuenkirchen und Bersenbrück/Bramsche sowie von sechs Alten- und Pflegezentren im Osnabrücker Nordkreis, darunter auch das Martinusheim an der Hermann-Bohne-Straße.

Geschäftsführer Rudolf Fissmann erklärt, was hinter dem Konzept der ambulant betreuten Wohnanlage steckt: Es werde dort keine ständige Rundumbetreuung wie in einer vollstationären Einrichtung geben, sondern vielmehr ein „bedarfsorientiertes Versorgungskonzept“. Dies richte sich individuell an die Bewohner. „So viel Pflege und Unterstützung wie nötig, so wenig wie möglich.“ Jeder Bewohner bekommt zwar eine eigene Kleinwohnung, aber „es soll ein Leben in einer Gemeinschaft sein“, betont Fissmann. Den Bewohnern soll in der Wohngemeinschaft ein hohes Maß an Selbstbestimmtheit geboten werden.

Sowohl Fissmann als auch Pfarrer Tobias Kotte äußern sich bezüglich eines möglichen Baubeginns vorsichtig: Dass es bereits in 2019 losgeht, sei nur vorstellbar, „wenn alles ganz glatt läuft“, bekräftigt Kotte. Insgesamt 24 Wohnungen sollen in dem Neubau zwischen Kirche und Grundschule Im Sande entstehen: je zwölf Einzimmer- und Zweizimmerwohnungen.

Umbau der Kirche

Für Gesprächsstoff sorgen auch die Umbaumaßnahmen in der Heilig-Geist-Kirche selbst: Die Rückwand des Kirchenschiffes auf der Altarseite wird um einige Meter vorgezogen. Dadurch wird das Fassungsvermögen der platzmäßig größten katholischen Kirche Bramsches zwar reduziert, das Erscheinungsbild der Kirche soll aber weitestgehend bestehen bleiben. Der gewonnene Platz im hinteren Teil des Kirchbaus soll zukünftig Gemeinschaftsräume, eine Küche und die Sakristei beherbergen. Von außen wird die Veränderung voraussichtlich kaum zu sehen sein.

„Natürlich gibt es Stimmen in der Gemeinde, die traurig sind, dass die Kirche kleiner wird“, weiß Tobias Kotte, der darauf hinweist, dass die Kirche erst kürzlich 50 Jahre alt geworden ist. Die Verbundenheit der Gemeindemitglieder liege auch daran, dass etliche von ihnen noch den Bau des Gotteshauses miterlebt haben. Umso glücklicher ist der Pfarrer, dass es dem Planungsentwurf gelungen sei, viele Gestaltungsmerkmale zu erhalten: Das gewaltige Relief an der Stirnseite, die Glasfront an der Westseite und auch die bunten Lichtbänder an den Seiten werden markante Bestandteile der „neuen“ Kirche sein.

Seit dem Zusammenschluss der katholischen Gemeinden zur Pfarrei St. Martinus war über die zukünftige Nutzung des Standorts in der Gartenstadt diskutiert worden. „Wir brauchen hier auf die Dauer keine Kirche mit 500 Sitzplätzen mehr“, verdeutlicht Kotte. Auch die Funktionsräume im Gemeindehaus seien zum Teil nicht mehr notwendig. „Wir haben uns gefragt, mit wem wir auf dem Gelände etwas Neues machen können“, so Kotte. Schließlich sei die Wahl auf die Caritas Nordkreis Pflege gefallen, bei der die Martinus-Gemeinde selbst Gesellschafter ist. Diese sehe mit einer weiteren Pflegeeinrichtung die Möglichkeit, neben dem Martinusheim ein zweites Standbein in Bramsche zu haben. „Auch als Stützpunkt für unsere ambulante Pflege, eventuell mit einem Beratungsbüro, kann das genutzt werden“, bestätigt Rudolf Fissmann.

Wie die Heilig Geist-Kirche in Zukunft, also nach der Fertigstellung aller Baumaßnahmen, genutzt wird, muss die Gemeinde noch entscheiden. Klar ist wohl, dass sie von den zukünftigen Bewohnern der Senioren-WG mitgenutzt wird.

So könnte der Kirchenstandort Heilig Geist zukünftig aussehen.

Der Siegerentwurf und auch die beiden unterlegenen Alternativvorschläge können derzeit bis einschließlich Sonntag, 2. Dezember 2018, in der Heilig-Geist-Kirche am Westfalenring eingesehen werden.


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