4. Stadtgespräch Bramscher Senioren verlangen mehr Mitsprache

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Viel Lob von allen Seiten erhielten die Engteraner. Otto Ahlf von Rat und Tat sowie Brigitte Brackmann vom Freiwilligenforum boten Unterstützung an, falls sich in anderen Ortsteilen vergleichbare Initiativen gründen wollen.Viel Lob von allen Seiten erhielten die Engteraner. Otto Ahlf von Rat und Tat sowie Brigitte Brackmann vom Freiwilligenforum boten Unterstützung an, falls sich in anderen Ortsteilen vergleichbare Initiativen gründen wollen.

Bramsche. Einen bunten Strauß an Wünschen haben Bramscher Senioren beim vierten Stadtgespräch Politik und Verwaltung ins Stammbuch geschrieben.

Ehrenamtskoordinatorin Maria Stuckenberg und Bürgermeister Heiner Pahlmann dankten den Senioren für ihre rege Teilnahme und engagierte Mitarbeit im Tuchmacher-Museum. Gesucht waren Ideen und Anregungen, wie sich Bramsche auf den demografischen Wandel und die spezifischen Bedürfnisse der Senioren einstellen kann.

Stuckenbergs Fazit nach mehr als zwei Stunden intensiver Projektarbeit: „Wir haben echt viele Angebote.“ „Rat und Tat“ oder das „Freiwilligenforum“ in Engter funktionierten „unglaublich gut“, auch der Malteser-Einkaufswagen sei eine „tolle Einrichtung“, aber bei vielen Senioren offenbar nicht bekannt.

An mehreren Tischen wurde über das Angebot für Senioren in Bramsche diskutiert. Foto: Andreas Wenk


Information war beim Stadtgespräch das zentrale Thema: Den rund 40 Gästen standen an fünf Tischen Experten zur Verfügung, um verschiedene Fragestellungen zu diskutieren. Nach rund zehn Minuten sollten sich die Teilnehmer jeweils an einen neuen Tisch begeben. Am Ende wurden die Ergebnisse auf Flipchart – Papier an Stellwände geheftet vorgestellt. Alle Gruppen beklagten mangelnde Informationen. Bürgermeister Pahlmann zeigte sich überrascht, weil die Zeitung ausführlich berichte. Eine Umfrage bestätigte am Ende, dass fast alle Teilnehmer regelmäßig die Tageszeitung lesen. Dennoch fühlten sich viele nicht ausreichend über Angebote und Anlaufstellen informiert.

Anlaufstelle gewünscht

Immer wieder kam der Wunsch nach einer zentralen Anlaufstelle für Senioren im Rathaus auf. Viele wünschten sich auch einen Info-Point im Empfangsbereich als ersten Bürgerkontakt, um den richtigen Ansprechpartner für ihr Anliegen zu finden. Der Seniorenrat drängte darauf, die Belange ihrer Zielgruppe bei der Überarbeitung des Internetauftritts der Stadt stärker zu berücksichtigen.

Neben der Information kristallisierte sich als zweiter Themenschwerpunkt die Beteiligung der Senioren heraus. So wünschte sich Johann Lülker, Senioren stärker in politische Prozesse einzubinden. Bei der Planung der Fußgängerzone habe das seinerzeit gut funktioniert, heute würden Heimat- und Verkehrsverein oder der Kulturverein kaum noch einbezogen, beklagte er. Dass ihm dieses Anliegen sehr am Herzen liegt, zeigte sich bei der Vorstellung der Ergebnisse, da tauchten das Thema und namentlich der Heimat- und Verkehrsverein, an verschiedenen Stellen immer wieder auf.

Susanne Klesse ging an ihrem Tisch der Frage nach, ob es genügend ehrenamtliche Angebote in Bramsche gibt und ob Senioren bereit sind, sich selbst weiter zu engagieren. Foto: Andreas Wenk


Am Tisch von Susanne Klesse vom Seniorenbüro des Landkreises ging es um das Ehrenamt. Auch hier wurde deutlich, dass einige Angebote kaum publik sind. „Da muss noch mehr kommen“, so Klesse. Spannend dann die Frage, was wären die Senioren selbst bereit, an ehrenamtlicher Arbeit zu leisten. Hier zeigte sich, dass viele Senioren bereits in Vereinen so aktiv sind, dass sie gerne eher kürzen treten würden. Andere wie Irma Füth forderten die Senioren auf, sich untereinander stärker zu vernetzen, beließ es aber nicht dabei, auf Vorbilder aus den Niederlanden zu verweisen. Als ein Teilnehmer berichtete, er solle nicht mehr Autofahren, bot sie ihm spontan Hilfe an. Günter Meiners kündigte an, einen Senioren-Gesprächskreis gründen zu wollen und sucht Mitstreiter. Interessenten dürfen sich telefonisch bei ihm unter 05461/7039163 melden. Er hofft, dass andere daran ebenso interessiert sind wie er selbst. Noch fährt er zu einem solchen Zirkel regelmäßig nach Georgsmarienhütte. Offenbar sieht das auch Füth so. Etwas verschmitzt sagt sie, „alte Leute haben immer ein großes Mitteilungsbedürfnis.“

Neben Susanne Klesse standen als Experten Rüdiger Albers vom Seniorenrat, Anke Hennig als Vorsitzende des Sozialausschusses, Wolfgang Furche und Manuela Hintz vom Fachbereich 3 für Soziales sowie Vertreter von Rat und Tat und dem Freiwilligenforum aus Engter an den Tischen zur Verfügung.

Deutlich wurde am Ende, dass Einrichtungen wie der Seniorenrat oder auch die Ehrenamts-Koordinationsstelle noch nicht genügend im Bewusstsein der älteren Bevölkerung verankert sind. Stuckenberg versprach, „da muss ich noch mehr Gas geben“. Noch mehr scheint allerdings kaum möglich zu sein. In seinem Schlusswort fragte Pahlmann: „Was soll ich da noch erzählen?“ In ihrer beherzt zupackenden Art, wie Stuckenberg ihre Aufgaben angehe, habe sie bereits alles zur Sprache gebracht. 

Die zentrale Anlaufstelle für Senioren, räumte Pahlmann ein, „kommt auf uns zu.“ Am Ende versprach er, „wir bleiben in Verbindung.“ Stuckenberg forderte die Senioren auf: „Kommen Sie in unsere Büros.“ Auch und insbesondere für Interessenten, die nach dem Vorbild in Engter ähnliche Initiativen in ihren Ortsteilen gründen oder dabei mitarbeiten wollen, bietet sich die Ehrenamtskoordinatorin als Ansprechpartnerin an. Sowohl in Achmer als auch in Bramsche Mitte gebe es bereits solche Bestrebungen, die weitere Mitstreiter suchen. 


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