Insekten, Lurche, Kriechtiere Neue Studien zur Artenvielfalt auf dem CSA-Hof Pente

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Auch ein großes Aufkommen an Schmetterlingen wurde auf dem CSA-Hof Pente und in der Umgebung festgestellt, so wie auf unserem Bild ein „Kleiner Fuchs“ auf einer „Silberkerze“. Foto: Rolf HammerschmidtAuch ein großes Aufkommen an Schmetterlingen wurde auf dem CSA-Hof Pente und in der Umgebung festgestellt, so wie auf unserem Bild ein „Kleiner Fuchs“ auf einer „Silberkerze“. Foto: Rolf Hammerschmidt

Pente. Nach einer Vogelstudie auf dem CSA-Hof Pente im Jahre 2015 hat der Bramscher Naturforscher Rolf Hammerschmidt zusammen mit seiner Frau Lene und Heinz Düing zwei weitere Studien zur Artenvielfalt vorgelegt. Diesmal zur Lage der Insekten sowie zu Lurchen und Kriechtieren.

„Die Ergebnisse sind einerseits aufsehenerregend und zeigen andererseits einen erfolgreichen Weg“, meint Rolf Hammerschmidt. „Denn die überwältigenden Ergebnisse unserer ersten Studie hinsichtlich der mittlerweile entstandenen Vogelvielfalt auf dem CSA-Hof Pente sind nur erklärlich, wenn es ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Produzenten und Konsumenten gibt. Ohne eine ausreichende Nahrungsgrundlage in Form von Insekten kann es keine Vogelvielfalt geben“. Und diese Nahrungsvielfalt sei in erster Linie ein Effekt des absoluten Verzichts auf chemische Pestizide, vor allem Insektizide. Aber auch ein Ergebnis der angebauten Pflanzenvielfalt.

Der Untersuchungsbereich bezieht zum Vergleich auch Beobachtungen und dokumentierte Ergebnisse der Umfeldregion, wie zum Beispiel die Fließgewässer Hase, Bühner Bach, Nonnenbach, Ueffelner Aue, Engter Bach und Wallenhorster Bach mit ein.

Weltweit gibt es derzeit rund eine Millionen entdeckter, beschriebener und benannter Insektenarten. Diese Vielfalt steht den Nahrungsketten der Landlebewesen zur Verfügung. V ergleichsweise vielfältig sind auch noch die Biotope zwischen dem Hasetal, dem Wiehengebirge und seinen vorgelagerten Flächen. „Es ist die Naht zwischen der norddeutschen Tiefebene und den anschließenden Mittelgebirgen. Die besondere Verknüpfung von Nahrungsketten sind jeweils Multiplikatoren für eine größere Vielfalt, wie sie sich auch im Umfeld des CSA-Hofes entwickelt hat“, so Hammerschmidt.

Untersuchung mit Überraschungen

Auch die Untersuchung der Lurche und Kriechtiere brachte Überraschungen. Das Erhebungsgebiet erstreckte sich vom Nordhang des Penter Knapp mit der neuen Trassenführung der Bundesstraße 68 über die im Bergwald des Wiehengebirgs-Ausläufers vorhandenen Lurchgewässer mit ihren volkstümlichen Bezeichnungen Schwarzer See, Grüner See und Blauer See bis hin zum Nassabbau am Hörnschen Knapp. Sie wurden auch hinsichtlich des Artenaustausches näher untersucht. Und auch hier ergab sich eine ungewöhnliche Vielfalt. Allerdings erreichte der Naturforscher mit dem jetzigen Vorhaben, die Gesamtlebewelt in der genannten Region zu beleuchten, schnell die Grenze der Leistungsfähigkeit des kleinen Teams, wie er betonte.

Hammerschmidt wies darauf hin, dass dieser Blick in die Vielfalt und „wunderbare Welt der Lebensformen“ die Einzigartigkeit des komplexen Systems Natur erahnen lässt. „Besonders mit dem Artenreichtum der Insekten hat es die Evolution immer wieder verstanden, die richtigen Spezies zu entwickeln und sie zur richtigen Zeit an den richtigen Ort zu bringen.“

Wichtig sei heute die Entwicklung einer Form von Landwirtschaft, vor der die Natur nicht mehr geschützt werden muss. Die Vielfalt nur durch einige geschützte Biotope und isolierte Randstreifen erhalten zu wollen, sei dagegen auf lange Sicht zum Scheitern verurteilt, so Hammerschmidt. „Wir müssen endlich begreifen, dass es nicht um ‚Umweltschutz‘ geht, sondern um ‚Mitweltschutz‘. Denn es werde immer wieder übersehen: „Wir Menschen sind untrennbarer Teil des Systems ‚Leben‘ auf unserem einzigartigen Planeten. Und was wir der Natur antun, tun wir letzten Endes uns selbst an.“


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