Zwischenbilanz im Ausschuss Ernüchternde Zahlen für Bramscher Busangebote

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Im August 2017 startete der erste Rufbus in Kalkriese  mit Helmut Bei der Kellen als erstem Passagier. Seither ist die Nachfrage sehr überschaubar. Archivfoto: Heiner BeinkeIm August 2017 startete der erste Rufbus in Kalkriese mit Helmut Bei der Kellen als erstem Passagier. Seither ist die Nachfrage sehr überschaubar. Archivfoto: Heiner Beinke

Bramsche. Die erste Zwischenbilanz fällt ernüchternd aus: Die neuen Rufbusangebote in Bramsche werden kaum genutzt. Und auch beim Nachtbus am Freitag von Osnabrück nach Bramsche ist noch viel Luft nach oben.

Für den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt hatte die Stadtverwaltung die Zahlen zusammengestellt. Der Nachtbus wurde im September 2015 eingeführt. Er sieht je drei Fahrten in der Nacht von Freitag auf Samstag von Bramsche nach Osnabrück und Osnabrück nach Bramsche vor (23:00 Uhr; 01:00 Uhr; 04:00 Uhr). Im Durchschnitt nutzten ihn bisher gut 40 Fahrgäste im Monat, wobei die monatlichen Zahlen zwischen drei und 89 Fahrgästen schwankten. Insgesamt haben 650 Fahrgäste diesen Bus seit September 2016 genutzt. Der Nachtbus kostet die Stadt jährlich 25.146,66 Euro.

Niemand im Rufbus

Der Rufbus fährt seit August 2017 in Epe/Malgarten, Pente und Kalkriese. 44.000 Euro hat die Stadt im Jahr 2018 für dieses auf anderthalb Jahre befristete Probeangebot bereitgestellt. Die Zahlen sind ernüchternd: Von August 2017 bis Juni 2018 wurden in Epe/Malgarten 219 Fahrgäste gezählt, in Kalkriese waren es ganze 18. Und in der Linie in Pente hat in der ganzen Zeit noch niemand den Rufbus angefordert.

„Die Zahlen sprechen leider für sich“, kommentierte im Ausschuss Bernhard Rohe (Linke) die Statistik. Wenn die Zahlen so bleiben, werde es „äußerst schwierig“, die Angebote weiterzuführen. Für die Verwaltung stellte Cornelis van de Water klar, dass es beim Rufbus nur möglich sei, entweder alle drei Linien weiterzuführen oder keine. Die Streichung einer einzelnen Linie, etwa der nach Pente, „spart keinen einzigen Euro“, weil Bus und Fahrer ja weiter zur Verfügung gestellt werden müssten. Vor Schnellschüssen warnte Bürgermeister Heiner Pahlmann. Wenn der Rufbus eingestellt werde, „dann ist es das auch gewesen“, verwies er auf langfristige Konsequenzen. Er wies die Kritik des Kalkrieser Ortsbürgermeisters Helmut Bei der Kellen an mangelnder Werbung zurück: Es habe sogar für Kalkriese einen eigenen Flyer gegeben.

Nachtbus mit Chancen

Dieter Sieksmeyer (Grüne) war der Ansicht, dass eine Stadt von der Größe Bramsche auf ein vernünftiges ÖPNV-Angebot nicht verzichten könne. Er räumte allerdings ein, dass die aktuellen Zahlen „ausbaufähig“ seien.

Für den Rufbus sah auch Andreas Quebbemann (CDU) angesichts der Zahlen schwarz. Den Nachtbus vor allem für Jugendliche nach Osnabrück bewertete er jedoch anders. Hier gelte es, das Potenzial auszuschöpfen. Das sahen auch die Vertreter des Jugendparlamentes so, die in der Sitzung erklärten, sie wollten sich weiter um dieses Thema kümmern. Bei vielen Jugendlichen sei das Angebot nicht bekannt genug.


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