Werner Hagemann hört auf Ende einer Ära im Bramscher Seniorenrat

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Den Vorsitz im Seniorenrat hat Werner Hagemann (links) an Rüdiger Albers abgegeben. Foto: Heiner BeinkeDen Vorsitz im Seniorenrat hat Werner Hagemann (links) an Rüdiger Albers abgegeben. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Seit der Gründung des Bramscher Seniorenrates vor 23 Jahren war Werner Hagemann dessen Vorsitzender. Am Mittwoch ging diese Ära in einer emotionalen Versammlung zu Ende, in der Rüdiger Albers zu seinem Nachfolger gewählt wurde.

„Sie waren nicht nur Gesicht, sondern auch Motor und Initiator des Seniorenrates,“ würdigte der Erste Stadtrat Ulrich Willems Hagemanns Verdienste. Hagemann sei in der Verwaltung ein immer gern gesehener, wenn auch wegen seiner Hartnäckigkeit nicht immer einfacher Gesprächspartner gewesen. Im Interesse der Bramscher Senioren habe der Vorsitzende seine Finger immer wieder in offene Wunden gelegt und viele Verbesserungen erreicht, lobte Willems den scheidenden Vorsitzenden.

„Immer gerade Furche gepflügt“

„Das ist mir schon ein bisschen wie Öl runtergegangen“, gestand Hagemann. „Ich habe immer eine gerade Furche gepflügt“, meinte der Vorsitzende, der sich bei allen entschuldigte, denen er dabei „auf die Füße getreten“ sei. Sichtlich gerührt nahm Hagemann auch die dankenden Abschiedsworte seiner Stellvertreterin Marianne Dierkes und des Wahlleiters Ewald Fisse entgegen. In dessen Amtszeit als Bramscher Bürgermeister fiel Hagemanns Wahl zum Vorsitzenden des 1995 gegründeten Seniorenrates. „Ohne Hartnäckigkeit erreicht man nichts“ lobte auch Fisse das Engagement des Seniors, der aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegte.

Nachfolger Rüdiger Albers

Die zahlreich anwesenden Mitglieder des Seniorenrates wählten bei einer Gegenstimme Rüdiger Albers zum neuen Vorsitzenden. Der Gartenstädter arbeitet seit seiner Pensionierung vor gut zwei Jahren im Seniorenrat mit. In der Sitzung stellte sich der ehemalige Telekom-Vertriebsmitarbeiter mit einem Vortrag zum Umgang mit belästigenden Telefonanrufen vor. Angesichts der Tricks von Gaunern und Geschäftemacher empfahl er den Senioren, angestammte Höflichkeitsregeln über Bord zu werfen: Immer ans Telefon zu gehen, den Anrufer ausreden und ihn auch stets das Gespräch beenden zu lassen sei nicht mehr zeitgemäß: „Sie verschaffen dadurch Geschäftemachern eine Chance“.

Bezahlbarer Wohnraum Hauptforderung

Zuvor hatte Werner Hagemann in seinem letzten Jahresbericht noch einmal die Themen umrissen, die den Ortsrat seit Jahren beschäftigen. An erster Stelle nannte er fehlenden bezahlbaren Wohnraum in der Stadt. Hagemann erinnerte daran, dass es in Bramsche nach dem Zweiten Weltkrieg eine städtische Wohnungsbaugesellschaft gegeben habe, um die Wohnungsnot zu bekämpfen. „Vielleicht kann man das in die heutige Zeit übernehmen,“ empfahl der scheidende Vorsitzende.

Einen großen Bedarf gebe es auch bei den Langzeit-Pflegeplätzen. „Um die 70 Bramscher“ leben nach Hagemanns Erkenntnissen derzeit in Heimen außerhalb Bramsches, weil es in ihrer Heimatstadt nicht genügend Plätze gebe. „Das darf kein Dauerzustand sein“, mahnte Hagemann, der mit dem Angebot in der Tages- und Nachtpflege hingegen zufrieden ist.

Ein „leidiges Thema“ sei auch die fehlende Barrierefreiheit. Ein ebeneres Pflaster in der Fußgängerzone habe auch bei der Wunschliste zur City-Offensive ganz oben gestanden. Hier sei der Seniorenrat auch in Zukunft gefordert. Die Hagemann eigene Hartnäckigkeit ist im Seniorenrat also weiterhin gefordert.


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