Thema Explosionsschutz Bramscher Ingenieurbüro bietet Fortbildung an

Von Andreas Wenk

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Über Explosionsschutz in der Industrie informierte die Firma Protectum-Prüftec im Hotel Surendorff in Hesepe.

Staubexplosion unter kontrollierten Bedingungen: Rainer Junk hat das Experiment vorbereitet: In dem Zylinder befindet sich ein brennendes Teelicht und ein Tiegel mit Bärlauchblütenpollen. Durch einen Luftstoß wird das Pulver aufgewirbelt und explodiert.Über Explosionsschutz in der Industrie informierte die Firma Protectum-Prüftec im Hotel Surendorff in Hesepe. Staubexplosion unter kontrollierten Bedingungen: Rainer Junk hat das Experiment vorbereitet: In dem Zylinder befindet sich ein brennendes Teelicht und ein Tiegel mit Bärlauchblütenpollen. Durch einen Luftstoß wird das Pulver aufgewirbelt und explodiert.

Hesepe. Die Premiere für das erste Explosionsschutz-Seminar des Bramscher Ingenieurbüros Protectum-Prüftec scheint gelungen.

13 Teilnehmer aus verschiedenen Branchen hatten sich angemeldet, viele kamen aus dem Umfeld der Hersteller und Betreiber von Biogasanlagen. So wie Heike Kasbaum. Anders als die meisten anderen Seminarbesucher ist die Ingenieurin aus Mecklenburg-Vorpommern angereist. Dort plant sie Biogas-Anlagen für die Firma Me-Le. Ihr Fazit nach zwei Tagen: Vor allem die Rechtsvorschriften waren für sie nützlich. Elektrotechniker Thomas Gottheil von Bio-Construct in Melle lobt gerade, dass der Stoff „nicht zu theoretisch, sondern praxisnah und vielfältig“ vermittelt wurde.

Obwohl das Thema sehr ernst und die Fehlertoleranz minimal ist, Dozent Andreas Lorch versteht es, auch komplexe Vorschriften und physikalische Zusammenhänge mit viel Humor zu vermitteln. Nach einer eindrucksvollen Demonstration, wie schnell Funken entstehen oder Staub explodiert, zieht er sich die Strickjacke aus und erklärt „denn man tau.“ Er wechselt zwischen förmlichem „Sie“ und überwiegend kollegialem „Du.“ Zwischenfragen pariert er souverän mit Phrasen wie „behaltet die Nerven, das kommt gleich“ oder „wir tasten uns langsam ran an den Feind.“ Die Materie erfordert volle Konzentration. Gerade geht es um Typenschilder an elektrischen Bauteilen und die Frage, unter welchen Umständen sie wie in welchen Gefahrengebieten eingesetzt und installiert werden dürfen. Nach wenigen Minuten schwirren einem die Symbole und Abkürzungen nur so vor den Augen. Als er vom Beamer auf den Overheadprojektor wechselt, sagt er „Jetzt noch ein bisschen salzen, dann ist das Bild scharf.“ Gelächter macht sich in der Runde breit, auch bei denen, die erkennbar nicht ganz so viel vom Stoff verstehen wie die Elektriker in der Runde. Doch das Lachen befreit und steigert offenbar die Bereitschaft, sich der nächsten Lektion zu widmen.

Immer wieder fordert Lorch sein Auditorium zwischendurch auf, „macht Euch nicht unglücklich, bleibt gesund dabei.“ Denn auch wenn er unterhaltsam über Vorschriften, Hintergründe und Gefahrenquellen referiert. Unachtsamkeit kann an Produktionsorten mit explosiven Gasen oder Stauben schnell in einer Katastrophe münden. Selbst scheinbar harmlose Gegenstände wie eine Armbanduhr, ein Handy oder eine Taschenlampe sind geeignet, in einer explosionsfähigen Atmosphäre mit einem Zündfunken verheerende Folgen auszulösen.

Ob rechtliche Grundlagen, Elektrotechnik, Gefahrstoffe oder Dokumentationsvorschriften, um auf jedem Fachgebot einen Experten aufbieten zu können, hat sich Protectum mit den Ingenieurbüros Lorch und Bougs zusammengetan. Die Idee, selbst ein Seminar anzubieten, kam Luisa Noetzel, nachdem sie vergeblich nach einem vergleichbaren Fortbildungsangebot gesucht hatte und auch Kunden Interesse bekundet hatten. Die Vorbereitungen liefen dann ab dem Frühjahr.

Der Ordner mit den umfangreichen Schulungsunterlagen lässt erahnen, dass die Seminarteilnehmer auch nach ihrer Rückkehr an ihren Arbeitsplatz noch eine Menge aufzuarbeiten haben. Das räumt auch Noetzel ein, aber im ersten Schritt gehe es zunächst darum, Gefahrenpotenziale zu erkennen und Sensibilität für das Thema Explosionsschutz er wecken.


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