Mobilhäuser nicht mehr mobil Wildes Bauen auf dem Campingplatz Kalkriese?

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Keinen Bebauungsplan gibt es für den Campingplatz Waldwinkel in Kalkriese. Das macht die Antwort auf die Frage schwierig, was hier außer Zelten und Wohnwagen aufgestellt werden darf. Foto: Heiner BeinkeKeinen Bebauungsplan gibt es für den Campingplatz Waldwinkel in Kalkriese. Das macht die Antwort auf die Frage schwierig, was hier außer Zelten und Wohnwagen aufgestellt werden darf. Foto: Heiner Beinke

Kalkriese. Wurden auf dem Campingplatz Waldwinkel in Kalkriese illegale Bauten errichtet? Diese Frage prüft zurzeit die Stadt Bramsche. Die Antwort ist nicht so einfach.

Idyllisch am Hang gelegen, mit Blick auf einen kleinen See, ist der Campingplatz Waldwinkel in Kalkriese ein schönes Fleckchen Erde. Kein Wunder, dass sich hier auch viele Dauercamper eingefunden haben. Sie haben sich häuslich eingerichtet. Es finden sich hier auch kleine Holzhäuser, und mit ihnen beginnt das Problem.

Baustopp

Die Stadt Bramsche sei durch einen anonymen Hinweis auf diese Häuser aufmerksam gemacht worden, erklärt Baudirektor Hartmut Greife. Die Stadt informierte den Landkreis und der habe bei seinen Überprüfungen „festgestellt, dass die Mobilheime überwiegend keine Mobilheime mehr sind, dass notwendige Grenzabstände (Brandschutz!) nicht eingehalten wurden und auch die Zuwegungen nicht ausreichend sind,“ schreibt Greife auf unsere Anfrage. Noch laufende Bauten seien daraufhin vom Landkreis stillgelegt worden.

Kein Bebauungsplan

Bei dieser Überprüfung hat sich herausgestellt, dass es für den Campingplatz überhaupt keinen Bebauungsplan gibt. „Es ist tatsächlich so, dass der Bebauungsplan für den Campingplatz Waldwinkel vor langer Zeit von der damals zuständigen Bezirksregierung nicht genehmigt wurde und aus heute nicht mehr zu ermittelnden Gründen nicht überarbeitet und damit genehmigungsfähig gemacht wurde,“ erklärt Greife. Er betont, dass es sich um Vorgänge aus den 60er, 70er Jahren, „deutlich vor meinem Dienstantritt“ bei der Stadt Bramsche, gehandelt habe. Das sei in all den Jahren weder dem Landkreis noch der Stadt aufgefallen, „eben weil es keiner Baugenehmigung bedarf, wenn man auf einem Campingplatz ein Wohnmobil/Mobilheim abstellt.“

Abriss nicht angeordnet

Der Landkreis Osnabrück als Bauaufsichtsbehörde verhält sich zunächst abwartend. Über den Baustopp hinaus seien „eine Stillegung oder Nutzungsuntersagung bisher nicht erfolgt“, erklärt Burkhard Riepenhoff als Pressesprecher des Landkreises. „Wenn die Gebäude nachträglich durch die Bauleitplanung legalisiert würden oder genehmigungsfähig wären, wäre eine Abbruchverfügung im Vorfeld nicht verhältnismäßig,“ betont er. Es sei aber nicht absehbar, ob eine nachträgliche Absegnung der Holzhäuser möglich sei.

Stadt ist am Zug

Am Zug ist jetzt die Stadt, die einen Bebauungsplan neu aufstellen muss. „Die Details sind noch zu klären, es handelt sich um ein laufendes Verfahren,“ hält sich Greife dazu bedeckt. Nur so viel: Der Landkreis werde am Ende „aus Brandschutzgründen Rückbaumaßnahmen zu fordern haben.“

Pächter und Verpächter möchten sich zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht weiter zum Verfahren äußern. In einem Rundschreiben an die Camper hat der Pächter lediglich darauf verwiesen, dass er wie der Verpächter nach Treu und Glauben alte Verträge übernommen und danach gehandelt habe. In dem Schreiben geht der Pächter davon aus, dass das Verfahren „zwei, drei oder mehr Jahre dauern“ kann.


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