Jubel in der Kornmühle Klaviertrio Würzburg brilliert bei Konzert in Bramsche

Von Irina Doelitzsch-Kaufmann

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Katharina Cording, Karla-Maria Cording (Mitte) und Peer-Christoph Pulc freuen sich nach dem gelungenen Konzert. Foto: Irina Doelitzsch-KaufmannKatharina Cording, Karla-Maria Cording (Mitte) und Peer-Christoph Pulc freuen sich nach dem gelungenen Konzert. Foto: Irina Doelitzsch-Kaufmann

idk Bramsche. Von berückender Schönheit war das Konzert mit dem Klaviertrio Würzburg, das im Bramscher Tuchmacher-Museum im Rahmen der Kornmühlenkonzerte stattfand. „Ausverkauft“ war seit Tagen auf der Website des Museums zu lesen und das mit gutem Grund.

Die beiden Geschwister Katharina und Karla-Maria Cording an Geige und Klavier spielten zusammen mit ihrem Cellopartner Peer-Christoph Pulc ein hinreißendes Programm, das das vollbesetzte Haus zu Recht zum Jubeln brachte.

Einen Konzertabend mit Wolfgang Amadeus Mozart zu beginnen, ist dabei immer eine gute Wahl. Sein „Trio G-Dur“ begann freundlich und mit dem Thema im Klavier. Als es in die Geige wechselte, nahm sich die Pianistin angemessen zurück. Angenehm zügig spielte das Ensemble das Andante. Keck und heiter, an einen Ländler erinnernd, klang der Schlusssatz, dessen schwungvolles Thema einen weichen und lyrisch gespielten Mittelteil in Moll umrahmte.

Franz Schuberts „Trio Es-Dur“ ist so umfangreich, dass es die gesamte zweite Konzerthälfte einnahm. Aber keine Sorge, bei diesem herrlichen Schubertschen Melodienreichtum sehnte man sich keineswegs nach weiteren Komponisten.

Wunderbar kantabel und leicht war Karla-Maria Cording am Klavier zu hören. Anklänge an Schuberts Impromptus in Es-Dur und As-Dur op. 90 fanden sich im Klavierpart des Trios wieder. Warum soll man auch nicht auf eigene Werke zurückgreifen, wenn diese so gelungen sind wie die beiden Impromptus?

Die Ensemblepartner standen der Pianistin in punkto zartes Spiel in nichts nach und die Wärme der schubertschen Musik drang wunderbar zum Publikum durch. Überhaupt harmonierte das Trio tadellos, keiner spielte sich in den Vordergrund, jeder wusste, wann man sich zurücknehmen muss, um einer anderen Stimme Raum zu geben. Egal, ob die Musik lyrisches oder eher kämpferisches Spiel erforderte, die drei Spieler bildeten eine gelungene Einheit.

Von annähernd morbider Schönheit war Maurice Ravels „Trio pour piano violon et violoncelle“. Musikalisch sicher das sprödeste Werk an diesem Abend verstand das Klaviertrio es, hiermit eine geradezu greifbare Spannung zu erzeugen. Die Musik changierte zwischen schmerzhafter Leere und lebhafter Virtuosität. Beides wurde kraftvoll und so spannungsreich gespielt, dass einem nahezu der Atem stockte. Die Intensität der Darbietung und die unglaubliche musikalische Steigerung fesselten den Zuhörer zwangsläufig. Das Finale konfrontierte den Hörer erneut mit virtuosen, aber auch lichteren Passagen. Speziell diese präsentierte das Trio schön durchsichtig. Ein solch intensives Klangerlebnis begegnet einem Konzertbesucher nicht alle Tage!

Bleibt zu hoffen, dass das Klaviertrio Würzburg bald wieder nach Bramsche kommt und weitere Zuhörer in den Genuss dieses ergreifenden Spiels kommen können.


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