Volle Bänke in St. Martin „Ray of Hope“ rockt beim Bramscher Kirchenkreisempfang

Von Andreas Wenk

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Bramsche . Am Vorabend des Reformationstages hatte der Kirchenkreis Bramsche in St. Martin unterhaltsam zum Nachdenken eingeladen.

Voll besetzte Kirchenbänke in St. Martin: Unter den Besuchern auffällig viele Jugendliche, sehr zur Freude von Superintendent Hans Hentschel. Der überlässt die Begrüßung seiner Stellvertreterin Anke Kusche und radelt stattdessen auf einem später zu verlosenden E-Bike gut gelaunt bis vor den Altar.

Das Publikum hatte zuvor die Lobpreisband „Ray of Hope“ eingestimmt, mit modernen, rockig poppigen Kirchenliedern, deren Texte auf eine Leinwand projiziert wurden, damit auch jeder mitsingen konnte. Spätestens da wurde klar, St. Martin würde an diesem Abend nicht Schauplatz eines hoch theologischen Seminars, sondern Begegnungsstätte sein für Mitarbeiter und Ehrenamtliche im Kirchenkreis mit dem Ziel, bestehende Kontakte zu pflegen.

Auffällig viele Jugendliche dabei

Dennoch kamen Reformation und Ökumene, unterschiedliche Sichtweisen und gemeinsames Bekenntnis nicht zu kurz. Ökumenebeauftragter Reinhard Molitor aus dem Bistum Osnabrück, Joachim Jeska, Superintendent des Kirchenkreises Osnabrück, Ina Engemann und Stephanie Wöhrle waren eingeladen, jeweils in drei Minuten zu erklären, was ihnen der neue Feiertag am 31. Oktober bedeutet. Die evangelischen Vertreter zeigten Verständnis für Vorbehalte anderer Konfessionen insbesondere wegen der „schlimmen“ antisemitischen Äußerungen Luthers und nahmen Hentschels Vorschlag auf, den Tag für einen Brückenschlag zwischen Kirche und Gesellschaft zu nutzen. Der bedankte sich für die „wunderbare Warnung“, einem Bedeutungsverlust kirchlicher Feiertage durch einen zusätzlichen Feiertag entgegenzuwirken. Dabei wurde deutlich, dass die Politik die evangelische Kirche positiv überrascht hat. Die sucht nun nach Konzepten, den Reformationstag inhaltlich so auszufüllen, dass er gesellschaftlich wahrgenommen wird. Engemann betonte aus katholischer Sicht, jede Kirche müsse sich ständig „vom Ursprung her erneuern“ und wünschte sich einen Brückenschlag zwischen den Religionen, wie dies im Reformationsjahr gelungen sei.

Damit die einzelnen Standpunkte sacken konnten, gab es zwischendurch wieder Unterhaltung, musikalisch mit Jan von Lingen und zusätzlich durch eine Showeinlage von Johannes Arnold. Der versprach, dem Publikum in zehn Minuten das Jonglieren beizubringen. Erst mit einem, dann sich langsam steigernd mit schließlich sechs Bällen. Sein Tipp für alle, die zuhause noch üben müssen: „Alles, was sich in der Hand befindet, hochwerfen“ und „alles, was runterkommt, auffangen. „ Zumindest bei Arnold schien das mit Bällen wie mit Klötzen oder Keulen auf verblüffende Weise zu funktionieren.

Kaum weniger kunstfertig: Die Live-Performance mit van Lingen an der Gitarre und Hentschel an der Leinwand als „Sonntagsmaler.“ Während von Lingen mit seiner Gitarre „Farbenspiele“ sang, malte Hentschel wie einst der Schnellmaler und Karikaturist „Oskar“ bei „Dalli Dalli“ ein passendes in Konturen gezeichnetes Aquarell. Dabei musste von Lingen zwischendurch improvisieren, damit sein Kollege und Freund noch fertig wurde, sehr zum Amüsement der vielen Besucher. Die konnten die Bildentstehung als Live-Übertragung auf der Leinwand verfolgen, obwohl der Maler mit dem Rücken zum Publikum stand und damit einen direkten Blick auf das Werk verhinderte.

Besonders geehrt wurden an diesem Abend Mitarbeiterinnen der Kitas im Kirchenkreis für ihre langjährige Arbeit: Sigrid Wallberg-Schwarz von der Kita „Springlebendig“ in Wehrendorf anlässlich ihres 40jährigen Dienstjubiläums. 30 Jahre sind Angelika Harris und Christel Thiesing dabei. Nicola Kamenica, Ilona Rohmann und Silke Gerweler arbeiten seit 20 Jahren in Kirchnkreis-Kitas. Zehn Jahre dabei sind: Heike Stallmann, Kerstin Gerder, Martina Mitschke, Angela Blienert, Stefanie Oyen sowie drei weitere Damen, die nicht anwesend waren. Hentschel lobte insbesondere die Arbeit der Erzieherinnen. Er nannte sie „Weltverbesserer“. Sie vermittelten Toleranz und zeigten Kindern „Teilen macht Freude“. Dadurch „verziehen sich die Habemännchen aus den Herzen.“ Als Dank neben Blumen und Buch widmete er den Erzieherinnen einen weiteren Auftritt des Jongleurs Johannes Arnold.


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