Auf dem CSA-Hof Pferde in der Landwirtschaft – Workshop in Pente

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Den Einsatz von Pferden in der Landwirtschaft probten die Teilnehmer eines Workshops in Pente. Foto: Elena BeleitesDen Einsatz von Pferden in der Landwirtschaft probten die Teilnehmer eines Workshops in Pente. Foto: Elena Beleites

Pente. Gärtner und Landwirte hatten sich r für ein Wochenende auf Hof Pente eingefunden, um im Zugpferdeeinsatz für Landwirtschaft und Gartenbau ausgebildet zu werden.

Ziel dieses Wochenendes war es, zu den Bereichen Anspannung, Umgang mit den Pferden und der spezifischen Arbeitsweise von pferdegezogener Landtechnik Erfahrungen zu vermitteln, den praktischen Einsatz zu üben und die entsprechende Prüfung abzulegen.

Vielen mag die Vorstellung des Einsatzes von Pferden in der modernen Landwirtschaft und im Gartenbau völlig unzeitgemäß erscheinen. Der Referent und Trainer Klaus Strüber, der selbst seit 20 Jahren zu diesem Thema praktisch arbeitet und forscht, machte deutlich, dass bei einer Gesamtbetrachtung in vielen Fällen dieses Thema hochaktuell sei. Das zeigten neuere Forschungsergebnisse in den USA, wo die mittlerweile etwa 300.000 Amish People, eine Religionsgemeinschaft, die ursprünglich aus Deutschland stammt, eine Agrarkultur entwickelt haben, die voll auf der Pferdewirtschaft basiert. Was die Flächenerträge betreffe, die Qualität der Produkte und die wirtschaftliche Eigenfinanzierung, läge diese Form von Landwirtschaft in den USA an der Spitze.

Auch bei uns hätten die Themen Bodenverdichtung durch schwere Arbeitsmaschinen, die Bodenverschlämmung durch Starkregen als Folge des Klimawandels, CO2-Vermeidung, Energieautarkie und auch das Thema Feinstaubbelastung bei einigen Praktikern zu einer Neubewertung des Pferdeeinsatzes geführt. Dazu kämen persönliche Aspekte wie die Freude im Umgang mit Tieren, die Stille, die es ermöglicht, dass die Arbeit sogar meditativen Charakter bekommen könne, der Genuss von frischer, abgasfreier Luft und das unverfälschte Feedback, das Pferde hinsichtlich der eigenen Führungsqualitäten geben können.

Verschiedene Geschirrformen

Klaus Strüber stellte zunächst die verschiedenen Geschirrformen vor. Während im norddeutschen Flachland früher das Brustblattgeschirr vorherrschte, sei das Kummetgeschirr in Süddeutschland weiter verbreitet gewesen. Dort sei es aufgrund der gebirgigen Verhältnisse auf höhere Zugleistungen angekommen. Auch die Amish People hätten sich auf das Kummetgeschirr spezialisiert und stellten es noch heute mit einigen Weiterentwicklungen in ihren Manufakturen selbst her. Zunächst lernten die Teilnehmer das Anlegen und die Einstellung dieser Geschirrform in der Praxis. Ziel sei es, durch die richtige Aufbewahrung und Anlegetechnik die tägliche Rüstzeit auf zehn Minuten pro Pferd zu verkürzen, um die praktische Anwendung auch arbeitswirtschaftlich gesehen vertretbar zu gestalten.

Anschließend zeigte der Referent den praktischen Umgang mit den Pferden. Es sei außerordentlich wichtig, dass der Mensch die Ausdrucksweise der Pferde verstehen könne, um dem Tier die richtigen Signale geben zu können. Dabei sei es nicht so wichtig, was man sage, weil das Pferd eher auf die eigene Haltung und Einstellung des Menschen, auf den Klang der Stimme sowie auf die Körpersprache der führenden Person, reagiere. Vor dem Pferd herzugehen, sei die Rolle der Leitstute, die Position des neben dem Tier gehenden Menschen eher die Rolle eines Freundes und das Leiten von hinten die Position des Leithengstes. Wenn das Pferd das Gefühl habe, einem Menschen voll vertrauen zu können, sei es zu großartigen Leistungen fähig. Allerdings müsse man auch berücksichtigen, dass Tiere als Lebewesen eine gewisse Leistungsgrenze haben und auch Pausen benötigen. Demonstriert und praktisch ausprobiert wurden diese Erkenntnisse auf Hof Pente mit der Schleswiger Kaltblutstute „Lotte“ und dem mächtigen Schwedisch-Ardenner Wallach „Bamse“.

Auf dem Hof wurde eine breite Palette von historischen und aktuellen Landmaschinen vorgestellt, die für Pferdezug geeignet sind. So etwa eine Drillmaschine oder eine einfache Netzegge, die in der mechanischen Beikrautregulierung ökologisch gesehen, gute Dienste leistet und ein Geräteträger, der sowohl mit Häufelelementen als auch mit modernen elastischen Fingerhackelementen ausgerüstet werden kann. Besondere Aufmerksamkeit fand der von einer Amish-Manufaktur entwickelte und aus den USA importierte Miststreuer mit Bodenantrieb.


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