Die Schöpfung bewahren Friedenskirchengemeinde Achmer feiert Hubertusmesse

Von Holger Schulze

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Jagdhornbläser ersetzten bei der Hubertusmesse in Achmer die Klänge der Orgel. Foto: Holger SchulzeJagdhornbläser ersetzten bei der Hubertusmesse in Achmer die Klänge der Orgel. Foto: Holger Schulze

Bramsche. Die geräumige Diele vom Hof Hasemann war bis auf den letzten Meter belegt, als am Sonntagabend, 28. Oktober 2018, die Friedenskirchengemeinde Achmer dort zur Hubertusmesse eingeladen hatte.

Musikalisch begleiteten diesen besonderen Gottesdienst der Posaunenchor der Gemeinde sowie die Jagdhornbläser der Hegeringe Engter und Bramsche. Im Hofgelände hatten die Landfrauen sowie die Jägerschaft für ein stimmungsvolles Ambiente mit vielen Feuerschalen und Windlichtern sowie für Getränke und Gegrilltes gesorgt.

„Ein ungewöhnlicher Anlass“

„Ein ungewöhnlicher Klang, ein ungewöhnlicher Ort und ein ungewöhnlicher Anlass für einen evangelischen Gottesdienst, thematisch an Hubertus, dem Schutzpatron der Jäger ausgerichtet“, so begrüßte Pastorin Stefanie Wöhrle nach einem ersten Jagdhornbläsereinsatz die Gemeinde. „Wir denken heute darüber nach, was uns die alte Legende heute bedeuten kann“. Der Missbrauch und die Ausbeutung der Natur sowie die damit verbundene Entfremdung von Gott waren die Inhalte der Gebete und ein gleichzeitiger Aufruf zur Bewahrung der Schöpfung.

Aus der Mitte der Gemeinde sei der Wunsch nach der Hubertusmesse geäußert worden. „Eine Herausforderung für eine durch und durch evangelische Pastorin. Mit Heiligen habe ich es nicht so“, bekannte Stefanie Wöhrle ihren eigenen Vorbehalt, der jedoch hinter der Freude anstehen musste, dass die Gemeinde so aktiv an einem lebendigen Gemeindeleben Anteil nimmt.

Verschiedene Motive für die Jagd

Etliche verschiedene Motive der Jäger für die Jagd, bis hin zur Freude an der Gemeinschaft unter den Jägern oder zur Verantwortung für das natürliche Gleichgewicht in der Natur wurden von Stefanie Wöhrle im Rahmen der Predigt angesprochen. Und auch die Einwände von Gegnern des Waidwerks, die in diesem Lust am Töten, Protzerei mit dem Jagderfolg oder Prestigegewinn sehen, wurden aufgezählt.

Ein rücksichtsloser Jäger war auch Hubertus, der den schönsten Tieren aus reiner Mordlust nachstellte, führte die Predigt weiter aus. Bis ihn eines Tages der Anblick des Kreuzes zwischen dem Geweih eines Hirsches zu einem anderen Menschen werden ließ, so die Sage. Hubertus wurde herausgerissen aus seinem Jagdrausch und fortan zu einem Verbreiter des Christentums, der die Würde der Tiere als Geschöpfe Gottes erkannt hatte.

Auftrag an die Menschen

„Es genauso wie der Schutzheilige zu machen, ist nicht die Hauptbotschaft der Legende“, stellte Stefanie Wöhrle klar. Vielmehr sei die Sage ein Aufruf zur gottgefälligen Jagd. „Der Satz ‚Macht euch die Erde‘ untertan, meint nicht das blindwütiges Herrschen und Ausbeuten der Natur allein nach unseren Bedürfnissen. Es ist der Auftrag an den Menschen, seinen Lebensraum zu sichern. Mit Respekt vor Tier und Pflanzen zu jagend ist voll und ganz in Gottes Sinne, sagen uns der Schöpfungsbericht und die Hubertuslegende. Wir sollen gut und mit Ehrfurcht vor allem was lebt in und aus der Schöpfung leben“, schloss Stefanie Wöhrle ihr Predigtwort zur Hubertusmesse.


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