Moderne Rumpelstilzchen-Aufführung Kobold mit kölschem Zungenschlag im Bramscher Universum

Von Holger Schulze

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Mit Schirm, aber doch so ganz ohne Charme, schwebte Rumpelstilzchen beim Puppentheater Anna Rampe in das Rampenlicht des Geschehens. Foto: Holger SchulzeMit Schirm, aber doch so ganz ohne Charme, schwebte Rumpelstilzchen beim Puppentheater Anna Rampe in das Rampenlicht des Geschehens. Foto: Holger Schulze

Bramsche. Besuch aus Berlin mit dem Stück „Rumpelstilzchen“ war auf die Bühne im Universum gekommen. Das Puppentheater Anna Rampe – dahinter verbirgt sich Anna Fregin – hatte das alte Märchen in einer neuen Version mitgebracht.

Die sprechende Maus Anneliese – mit Alpträumen und psychischen Problemen – gehörte zu diesen Märchenerweiterungen. Auch der Auftritt des Rumpelstilzchens war den Attitüden der heutigen Zeit angepasst. Auf einem Schirm kam er zu fetziger Popmusik von oben eingeflogen in die Spinnstube von Golda, der Müllerstochter, die dort Stroh zu Gold spinnen sollte.

Mit kölschem Zungenschlag verhandelte dieser Kobold zunächst die Umwandlung von Stroh in Gold gegen die Kette von Goldas Mutter. Später war es ein gieriger Schatzmeister, der die verzweifelte und erfolglos aufbegehrende Golda zwang, nochmals eine Nacht lang Stroh zu Gold zu spinnen. Diesmal war Rumpelstilzchens Preis der Ring der Mutter. In der dritten Nacht konnte Golda dem Rumpelstilzchen schließlich nichts mehr anbieten. Deshalb verlangte der Kobold von ihr, dass, wenn sie Königin werden sollte, ihm ihr erstes Kind gehören solle. Ein Versprechen, das Golda leicht fiel, war doch eine Hochzeit mit dem im französischen Akzent parlierenden König für sie undenkbar.

Dass der König irgendwann die Müllerstochter zu seiner Frau machte, erzählte bereits das klassische Märchen. Bei festlicher Musik wurde auf der Puppentheaterbühne die Braut geküsst und neun Monate später brachte tatsächlich ein Storch ihr das erste Kind, so wollte es die Version von Anna Fregin. Rumpelstilzchen ließ da nicht lange auf sich warten, und die Geschichte nahm ihren allseits bekannten Lauf. „Ich liebe Happy-Ends“, sagte zum Schluss der König, Und „ich liebe dich“, sagte die Königin.

„Kinder, ich geb euch mal einen Tipp. Versprecht niemals einem kleinen grünen Männlein euer Kind“, sagte schließlich auch noch Anna Fregin und entließ die Kinder und Erwachsenen mit einem finalen: „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann knutschen sie noch heute“.


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