20 Gäste bei Aktionstag Workshop in Bramsche zur Wiederbelebung

Feuerwehrmann Stefan Tebbe lässt sich von Intensiv-Fachkrankenschwester Sylvia Hofmann die Herzmassage zeigen.Feuerwehrmann Stefan Tebbe lässt sich von Intensiv-Fachkrankenschwester Sylvia Hofmann die Herzmassage zeigen. Foto: Andreas WenkFeuerwehrmann Stefan Tebbe lässt sich von Intensiv-Fachkrankenschwester Sylvia Hofmann die Herzmassage zeigen.Feuerwehrmann Stefan Tebbe lässt sich von Intensiv-Fachkrankenschwester Sylvia Hofmann die Herzmassage zeigen. Foto: Andreas Wenk

Bramsche. Am Welttag der Wiederbelebung haben rund 20 Bramscher in der Haupt- und Realschule Heinrichstraße an einem Workshop zum Thema teilgenommen.

Eingeladen hatten die Malteser-Rettungswache und die Niels-Stensen-Kliniken Bramsche. Deren Chef der Inneren Medizin, Dr. Sebastian Ellis, appellierte anschließend an die Teilnehmer, das Gelernte weiterzutragen.

„Das möchte ich keine zehn Minuten machen müssen“, stellte Gisela Vonstrohe fest, als sie die Herzmassage an einer Übungspuppe ausprobierte. Dabei hatte sie sich kaum zwei Minuten auf den Boden gehockt und den Brustkorb der Puppe immer wieder um rund fünf Zentimeter nach unten gedrückt. Das kostet viel Energie, doch die kann im Zweifelsfall Leben retten. Ellis hatte zuvor anhand von Grafiken gezeigt, wie wichtig die Herzmassage ist, denn die Überlebenswahrscheinlichkeit bei einem Herzstillstand sinkt pro Minute um neun Prozent und bereits nach drei bis fünf Minuten entstehen Schäden, die sich durch keine Therapie mehr beheben lassen, so der Chefarzt. Er riet Ersthelfern davon ab, sich mit der Beatmung aufzuhalten. Sein Rat: „Drücken, drücken, drücken“, bis Profis vor Ort eintreffen, und „bitte keine Pausen.“ Denn sobald die Herzmassage auch nur kurz ausgesetzt werde, falle der mühsam aufgebaute Blutdruck in sich zusammen und man beginne praktisch wieder bei Null.

Ellis Rat: Zuerst feststellen, ob der Patient atmet. Dazu sollte er bereits auf dem Boden liegen und der Kopf nach hinten überstreckt werden. Dann sofort 112 wählen, den Anweisungen folgen, sich von der Seite über den Patienten beugen und mit aufeinandergestützten Händen mit der Herzmassage beginnen. Ein weiterer Helfer könne sich dann um einen automatisierten externen Defibrillator, umgangssprachlich „Defi“ genannt, kümmern. Wie das Gespräch mit den Teilnehmern ergab, hängen derartige Geräte in Bramsche beispielsweise im Rathaus, im Schwimmbad oder sogar einem Fitness-Studio. Wie ein Defibrillator funktioniert, demonstrierte Marco Ambühl von der Hans Peter Esser GmbH.

Bloß nicht nichts tun

Bernd Twenhäfel vom Förderverein der Niels-Stensen-Kliniken Bramsche dankte Ellis schließlich mit den Worten: „Danke, dass Sie uns die Angst genommen haben - vor den Patienten und den Geräten.“ Das war offenbar auch das Ziel, denn falsch machen, so Ellis, könne man nicht viel. Nichts zu tun und abzuwarten, sei der größte Fehler.

Amin Schnieder von der Kooperativen Leitstelle im Kreishaus berichtete von einem Fall im nördlichen Landkreis, der bundesweit als mustergültig gilt und für Schlagzeilen gesorgt habe. Hier hatte ein 50-Jähriger aus Grafeld einen Herzinfarkt mit Herzstillstand erlitten. Bis die Rettungskräfte vor Ort eintrafen, hatte die Leitstelle parallel einen sogenannten mobilen Retter alarmiert. Der traf binnen zwei Minuten beim Patienten ein und hatte parallel seinen Vater beauftragt, einen Defibrillator aus der Nähe aufzutreiben. „Der Patient war faktisch tot“, stehe heute aber wieder voll im Leben, so Schnieder.

Schnieder nahm das zum Anlass, für das System der „Mobilen Retter“ zu werben. Das sind Ersthelfer, die in der Regel durch Beruf oder Ehrenamt Erfahrungen mitbringen und bereit sind, sich schulen und danach notfalls per Handy alarmieren zu lassen. Stefan Tebbe passt in dieses Schema. Für ihn war der Workshop eine „sehr gute Aktion.“ Als Feuerwehrmitglied hat ihn das System der „Mobilen Retter“ offenbar überzeugt. Er werde das im Hinterkopf behalten, sagte er nach seinem Herzmassage-Einsatz an der Puppe.


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