Italienische Klänge in Bramsche mit dem „Trio Tiffany“ Zugunsten der Stiftung Thomas

Von Irina Doelitzsch-Kaufmann

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Hansdieter Meier, Ingeborg Weyer, Katrin Janssen-Oolo und Joachim Weyer geben eine Zugabe beim Benefizkonzert in der Kornmühle. Foto: Irina Doelitzsch-KaufmannHansdieter Meier, Ingeborg Weyer, Katrin Janssen-Oolo und Joachim Weyer geben eine Zugabe beim Benefizkonzert in der Kornmühle. Foto: Irina Doelitzsch-Kaufmann

idk Bramsche. Viel zu selten hat der Konzertgänger die Chance, ein Benefizkonzert zu besuchen. Sicher, das müssen die Künstler sich leisten können – oder wollen. Erfreulicherweise hatte das Trio Tiffany sich dazu bereit erklärt, beim Konzert am Dienstagabend im Tuchmacher Museum auf Gagen zu verzichten und alle Einnahmen dem Veranstalter, dem Förderkreis der naturkundlichen Sammlungen Th. Thomas e. V. zu überlassen.

Mit dem Trio Tiffany konnte eine in der Region Osnabrück bekannte Größe gewonnen werden, denn allein im Tuchmacher Museum konzertierte das Ensemble bereits dreimal sehr erfolgreich. Die eher ungewöhnliche Besetzung aus Geige (Hansdieter Meier), Klavier (Ingeborg Weyer) und Mezzosopran (Katrin Janssen-Oolo) zeigte, dass es sich durchaus lohnt, Pfade jenseits der üblichen Wege beziehungsweise Besetzungen zu beschreiten.

Vivaldi und „Volare“

„Bella Italia – Dolci Momenti“ lautete der Titel des Abends und der reichte musikalisch von Antonio Vivaldi bis zum Schlager „Nel blu dipinto di blu“, besser bekannt unter dem Refrain „Volare“. Neapolitanische Canzone bildeten den musikalischen Schwerpunkt des Konzerts und sie befassten sich inhaltlich zumeist mit gebrochenen Herzen. Doch bot das Trio glücklicherweise keinen Abend voller Trübsal und Schwermut, gleichwohl einen voller Emotionen. Die aus Estland stammende Mezzosopranistin wusste nuancenreich die verschiedenen Musikstücke mit Leben zu füllen. Mal flehend, mal schmerzerfüllt oder auch keck und witzig. Hier kam ihr ihre jahrelange Erfahrung auf Opernbühnen zugute, die sie in jedem Moment ausdrucksstark klingen ließ. Erfreulich wenig Vibrato wies ihre Stimme auf, sehr passend für die teils eher schlichten Lieder.

Ob Geige und Sängerin oder nur Geige zu begleiten war, Ingeborg Weyer spielte stets gefühlvoll, Klangfülle gebend, jedoch nie dominant. Den Flügel nicht zu öffnen, war in jedem Fall eine gute Entscheidung.

Zwischen tänzerisch und virtuos

In Apollonios „Sicilia“ für Geige und Klavier zeigten beide Musiker ihr ganzes Können. Volltönende Wechsel zwischen tänzerisch und virtuos gelangen prächtig und begeisterten das Publikum. Lediglich in cantablen Sätzen wie dem zweiten Satz aus Vivaldis Violinkonzert Nr. 8 könnte die Geige noch mehr Schmelz vertragen.

In der „Musica proibita“, der verbotenen Musik, bauten sich die Klänge zu fast verdiartiger Dramatik auf. Auch ohne großen Verdi-Klangapparat erzeugten die Spieler eine große emotionale Dichte.

Durch das Programm führte Joachim Weyer als Moderator. Informativ und kurzweilig unterrichtete er die Zuhörer über Entstehungsgeschichte und Inhalt der Stücke.

Mit der sinngebenden Zugabe „Time to say good bye“ erweiterte sich das Trio zum Quartett. Moderator Joachim Weyer unterstützte Janssen-Oolo sängerisch. Bleibt zu hoffen, dass das Ensemble bald wieder ein Konzert in Bramsche oder Umgebung geben wird.


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