Zu Besuch im Fundbüro der Stadt Bierfässer und andere Fundsachen im Bramscher Rathaus

Von Matthias Benz

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Bramsche. Fahrräder, Schlüssel, Handys und Brillen: Das sind die Gegenstände, die am häufigsten beim Bramscher Fundbüro abgegeben werden. Neben den Klassikern gibt es aber auch immer mal wieder Kuriositäten.

„Man wundert sich wirklich manchmal, wie das sein kann“, schmunzelt Matthias Hintz, als er vor den gut 40 leeren Bierfässern steht, die neben den etlichen anderen Fundgegenständen in der Tiefgarage des Bramscher Rathauses lagern. Im letzten Jahr seien diese auf einer Wiese entdeckt und abgegeben worden, erzählt der Verwaltungsmitarbeiter, und bisher habe sich noch niemand gemeldet.

„Es wird alles angenommen“, berichtet Hintz aus dem Alltag des Fundbüros. „Es ist gesetzliche Aufgabe der Stadt, Fundsachen entgegenzunehmen, diese dann sechs Monate aufzubewahren und anschließend zu verwerten, wenn sie nicht abgeholt werden.“ Mit Verwertung ist die regelmäßige Versteigerung gemeint, die zuletzt im Mai 2017 stattfand. „Wir müssen jetzt wieder eine vorbereiten, sonst platzen wir aus allen Nähten.“ Einen Termin gibt es noch nicht, aber die zahlreichen Anfragen interessierter Bürger lassen darauf schließen, dass auch die nächste Auktion im Rathaus gut besucht sein wird. „Was da nicht gekauft wird, müssen wir entsorgen. Die Fahrräder, die dann noch stehenbleiben, lohnen sich aber auch nicht mal mehr für die Ersatzteile.“

Dutzende Drahtesel parken aktuell dicht an dicht im Untergeschoss des Rathauses. Bis auf besonders wertvolle Dinge lagert hier alle Fundsachen. Der Gitterverschlag hat schon Taucheranzüge und Rollstühle, Schmuckkästchen und Tupperware gesehen. „Es kostet nichts, bei uns nachzufragen, wenn man etwas verloren hat“, betont Hintz.

Anlaufstelle Bürgerservice

Wer etwas gefunden oder verloren hat, sollte einfach zu den üblichen Öffnungszeiten zum Bürgerservice ins Rathaus kommen. Sobald Fundgegenstände angenommen sind, werden sie in einer Datenbank aufgenommen, die auch im „Virtuellen Fundbüro“ auf der Homepage der Stad t eingesehen werden kann. Nach sechs Monaten kann der Finder Eigentumsansprüche geltend machen und den Fund gegen eine kleine Verwaltungsgebühr mitnehmen. „Die meisten machen bei hochwertigen Sachen davon Gebrauch“, berichtet Matthias Hintz.

Bei der Versteigerung ein Schnäppchen zu machen sei daher schwierig. „Das schafft man nur dann, wenn sich keiner dafür interessiert. Wir haben aber immer guten Zulauf.“ Er habe auch schon erlebt, dass Menschen ins Auktionsfieber verfallen und deutlich über Wert bieten. Handys seien in der Regel nicht zu ersteigern: „Aus Datenschutzgründen müssten wir sämtliche Daten von den Geräten löschen. Diese Maßnahme übersteigt aber den Wert des Handys.“ Entsprechend werden die Mobiltelefone durch eine Spezialfirma vernichtet.

Hunderte Fundsachen

Unzählige Fahrräder haben sich im Rathaus angesammelt.

Im Jahr 2017 wurden rund 150 Gegenstände abgegeben, in diesem Jahr sind es bisher gut 100. Neben den obligatorischen Fahrrädern oder Schlüsseln lagern auch Koffer, Jacken oder Rucksäcke bei der Stadt. Erst vor ein paar Tagen wurde ein hochwertiger Kinderwagen gefunden. „Der sieht noch fast aus wie neu“, wundert sich Hintz bei genauerer Inaugenscheinnahme. Andere Gegenstände werden wohl niemanden mehr interessieren: weder der Benzinkanister mit dem Vermerk „unbekannte Flüssigkeit“, noch die halbgeleerte Kiste Bier, die bereits vor einiger Zeit abgelaufen ist. Und auch die ominösen Fässer scheinen trotz des erheblichen Pfandwerts noch eine Weile in der Obhut der Stadtverwaltung zu bleiben.


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