Grimmsmann-Predigt machte nachdenklich Erntedank-Basar in Ueffeln mit Frühstück für Kinder und Suppe

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Die selbst gemachten Köstlichkeiten fanden raschen Absatz: Kirschen, Most oder Brot und Plätzchen. Foto: Andreas WenkDie selbst gemachten Köstlichkeiten fanden raschen Absatz: Kirschen, Most oder Brot und Plätzchen. Foto: Andreas Wenk

Ueffeln. „Sehr gut gefallen“ hat Nicole Winkelmann die Predigt in der Ueffelner St.-Marien-Kirche zum Erntedank. So wie sie waren rund 100 Besucher in den Gottesdienst gekommen.

Nach diesem gemeinsamen Auftakt gingen die Kinder zum Frühstück ins Gemeindehaus. Für die älteren Kirchenbesucher gab es in der angrenzenden Grundschule eine kräftige Erbsensuppe. Der Erntedank-Basar mit selbst gebackenem Brot, Plätzchen, eingekochten Kirschen oder Brechbohnen war in Windeseile nahezu ausverkauft. „Wie sich das gehört“, so Organistin Margret Westerhaus leicht schmunzelnd.

Wie viele andere, hat auch sie ihren Beitrag geleistet und „Organistenplätzchen“ gebacken. Die gute Butter gebe denen eine besondere „Note“, verrät die Musikerin. Selbst sollte sie schon längst bei einem 80. Geburtstag sein. Wäre diese Feier nicht zeitgleich angesetzt, hätten bestimmt noch 40 weitere Gemeindemitglieder den Gottesdienst besucht.

Auf die Frage, wie es St.Marien schafft, so viel Publikum anzuziehen, gerät Westerhaus ins Schwärmen. „Wir haben ein ganz tolles Pastorenehepaar. Eine Gemeinde steht und fällt mit dem Miteinander- statt Übereinanderreden.“ Pastor Michael Grimmsmann darauf angesprochen, erwidert der nur, „die Chemie passt einfach“. Er und seine Frau Damaris, die sich die Pastorenstelle teilen, hätten hier erstmals das Landleben richtig kennengelernt. Obwohl die Technik in die Landwirtschaft Einzug gehalten habe, lebten die Menschen hier sehr eng mit ihrem Land und ihrem Vieh verbunden.

Dass sich das Pastorenehepaar auf das Landleben eingestellt hat, davon zeugt auch die Erntedank-Predigt der promovierten Theologin. Die hat sie sehr persönlich angelegt, berichtet von einer Freundin in München und dem Zwiespalt zwischen Schöpfung und Dankbarkeit einerseits oder der aus Spanien importierten und eingeschweißten Bio-Gurke oder der einst für einen Segen gehaltenen Atomkraft andererseits. Gerade dieser extrem trockene Sommer habe ihr aber Anlass gegeben, über die Abhängigkeit des Menschen von der Schöpfung intensiver nachzudenken und insbesondere Wasser, zumal sauberes Trinkwasser, nicht für selbstverständlich zu halten.

Die Predigtvorlage lieferte ein Paulus-Zitat aus einem Brief an Timotheus: „Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird, denn es wird geheiligt.“

Grimmsmann entwickelte daraus eine vielschichtige Betrachtung und gab zu bedenken, dass dieser Dank keine Rechtfertigung für manch fragwürdige Methoden darstelle, mit denen der Mensch der Schöpfung zu Laibe rücke.

Trotz der gedanklichen Tiefe herrschte anschließend beim Basar ausgelassene Stimmung. Für Nicole Winkelmann war die Predigt eben deshalb so gut, weil sie zum Nachdenken über Themen angeregt hat, während Tochter Hanna am Kinderfrühstück im Gemeindehaus teilgenommen hat.


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