Konzert im „Universum“ Bläsergruppe Bramsche beweist Vielseitigkeit

Von Holger Schulze

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Harmonisch: Wilbrand Macke (links) leitet die Bläsergruppe.Foto: Holger SchulzeHarmonisch: Wilbrand Macke (links) leitet die Bläsergruppe.Foto: Holger Schulze

Bramsche Das jüngste Mitglied der Bläsergruppe Bramsche ist gerade mal zehn Jahre alt. Der Älteste hat die 60 bereits seit ein paar Jahren überschritten. Ähnlich altersgemischt war auch das Publikum im Kino Universum, als die Blechbläser zu ihrem Jahreskonzert aufspielten.

Nach einem Probewochenende „mit harter Arbeit an Stücken aus unserem Archiv“ sei die Band hoch motiviert, begrüßte Leiter Wilbrand Macke die Zuhörer im nahezu voll besetzten Kinosaal.

„Choral and Rockout“ wurde bereits vor 20 Jahre von der Band gespielt, nun erfolgte das Revival. Sanft fing das Stück aus der Reihe der Saxofon- und Klarinettenspieler an und auch das breite Tutti der Trompeten, Posaunen und der Tuba-Horn-Fraktion ließ es nicht an zunächst voluminöser Gemächlichkeit fehlen. Doch dann führten schmetternde Trompeten hinein ins Outrocken.

Das Orchester sei übrigens sehr umweltfreundlich: Kein Instrument sei aus Plastik, die Notenständer auch nicht und „alle Töne, die wir spielen, sind sauber“, sagte Macke in einer Moderation.

Manfred Marchand, einer der Gründer der Bläsergruppe, hatte „Springtime“, das erste Solostück des Abends, auf seinem Notenständer liegen. Es war ein ganz ruhiger Frühling, der da den Winter ablöste, bis zu der Stelle, von der an das Schlagzeug das Signal zum echten Ausbruch der lauen Jahreszeit gab. Die Bläsergruppe kann ihn eben, den Stimmungsaufbau von gedämpfter Tonruhe hin zum breit aufgestellten Big-Band-Sound. Weitere Soloeinlagen von Klarinette und Trompete sollten im Konzertverlauf noch folgen.

Mit ihrem Repertoire bedienten die Musikerinnen und Musiker einen weit gespannten Geschmäckerbogen. Mit frischem Schwung wurde da zum Spiritual angesetzt und gleich darauf erhielt der Sound wieder ein Tempo, das den Gehörgang entschleunigt und ganz sanft passierte.

Wilbrand Macke hat das Glück, mit einem in den einzelnen Instrumentengruppen ausgewogen besetzten Ensemble arbeiten zu können. Da werden die kraftvoll antretenden Trompeten sowie die gelegentlich ebenso dynamisch dazwischen fauchenden Posaunen angenehm von den Saxophonen und Klarinetten mit ihrem samtweichen Schmelz im Klang aufgefangen und abgefedert. Unter all dies legt eine geschmeidig besetzte Tuba- und Hornformation ihr stabil zusammenführendes Tieftonfundament. So war es unkompliziert möglich, auf ein Spiritual ein spritziges Sambamedley folgen zu lassen, bei dem die Bläser ihr Temperament freiließen.

Auch nach der Pause ließ die Bläsergruppe Bramsche nicht in ihrer Vielseitigkeit nach. Ein „Revival Rag“ von 1920, der altbekannte „Wild Cat Blues“ oder ein Medley der Comedian Harmonists, dann der „Big Band Boogie“ setzten das Programm fort. Mit einem Medley von Earth, Wind and Fire ging schließlich das kurzweilige Konzert seinem Ende entgegen.

Der letzte Ton hatte keine Sekunde Zeit, im Raum zu verhallen, da kam der erste Zugaberuf schon auf. Die Bläsergruppe verabschiedete sich endgültig mit dem Ohrwurm „Versuchs mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Dschungelbuch, dies jedoch nicht im heruntergedrehten Modus, sondern präsent und im satten Big-Band-Sound des gesamten Abends. Langer Schlussbeifall im Stehen zeigte die Freude des Publikums an diesem gelungenen Konzert.


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