„Fünf vor der Ehe“ „Pop für Kopf und Herz“ im Bramscher Universum

Von Holger Schulze

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Eine unterhaltsame Show aus Gesang, Tanz, Licht und Spaß lieferten die „Fünf vor der Ehe“ am Donnerstagabend beim Auftaktkonzert des Herbst-Abos im Universum ab.Eine unterhaltsame Show aus Gesang, Tanz, Licht und Spaß lieferten die „Fünf vor der Ehe“ am Donnerstagabend beim Auftaktkonzert des Herbst-Abos im Universum ab.

Bramsche. Die „Fünf vor der Ehe“ sind sonst auch schon mal in Sälen mit 2000 Zuhören anzutreffen. Entsprechend üppig ist allein die personelle Ausstattung im Hintergrund. Ein Mann für das Licht, ein zweiter für den Ton. Das Herbst Abo im Universum startete am Donnerstagabend mit dem Auftaktkonzert alles andere als sparsam.

„Pop für Kopf und Herz“ hatte das A-cappella Quintett aus Hannover mitgebracht. „Fünf vor der Ehe“ sind durch wiederholte Auftritte in Bramsche dem Publikum bekannt. Das Haus war entsprechend besucht.

Eine Lichtshow mit Blaulicht und Nebel eröffnete das Konzert. Bereits der Einspieler ließ erkennen, welche stimmliche Potenz in den Musiker steckt. „Tandem“ hieß das Programm, und die Zuhörer waren eingeladen, hierauf entspannt Platz zu nehmen.

Überwiegend auf Deutsch

Lockere Titel, überwiegende auf Deutsch, eine bewegte Performance zum Gesang und ein menschlicher Tieftöner, der einen ständig nach der Basstrommel suchen ließ, so perfekt wurde die Rhythmusgruppe einer Band von den Sängern stimmliche imitiert, prägten den Abend. Die „Fünf vor der Ehe“ waren in den hohen Stimmen wie in den tiefen Oktaven bestens ausgestellt. „Das ist Kunst, was wir Bässe machen“, lobte sich der Bassman zwischendurch einmal selbst und da ließ sich nicht widersprechen, selbst wenn er diese Feststellung auf das gesamte Ensemble ausgeweitet hätte.

Ob mit eigenen Titeln oder in den Hitmedleys, irgendwie klang alles nicht nur nach fünf Männerstimmen. Wie die Jungs diesen hölzernen Taktellklang oder ein unvermitteltes Abwürgen der Musik, als wenn der Stecker im laufenden Betrieb herausgezogen worden wäre, mit ihren Stimmbänder nachmachten, war schon die hohe Kunst der Simulation von Geräuschen.

Textlich beschäftigte sich das Repertoire der Fünf mit der Laune am Morgen, mit virtueller Kommunikation oder mit schlichter Romantik mittels Befriedigung der Anlehnungsbedürftigkeit. „Bramsche, habt ihr wirklich die Eier diesen Song mit uns zu feiern?“, diese Frage erzeugte offenen Jubel aus dem Publikum und das blieb auch noch so, als die sich hieran anschließende Aufforderung lautete, auf Handzeichen einen Ausraster abzuliefern.

Präzise Intonation

Egal ob melodische Harmonien oder rhythmisch dynamischer Sprechgesang, „Fünf vor der Ehe“ sind schlichtweg Profis auf dem Gebiet präzisesten Intonation.

Wer meinen sollte, dieses überzeugend klare Klangbild sei zu größeren Teilen Ergebnis des Tontechnikers, der irrte sich, wie eine Soloeinlage vom Beatboximitator Mirko nach der Pause live on stage bewies. Alles war ganz überwiegend das originäre Produkt der geschulten Sängerstimmen.

Akustische Lockerheit, kombiniert mit sympathischem Jux und Humor, gut abgemischt mit ausgereifter Sangeskunst und breit angelegten musikalischen Ausflügen, von einer Kometenfahrt der Liebe durch den Weltraum, über choralanaloge Programmpassagen bis hin zur Nachahmung der Sesamstraße, boten dem Publikum zu manches musikalische Ahaerlebnis.

Wann erlebt man schon mal im Universum ein im Kanon gesungenes Geburtstagslied vom Publikum. Auch dies schafften die Fünf vor der Ehe, wohlgemerkt ohne selbst die tragenden Töne beizusteuern.

„Es könnte so leicht sein, manchmal. Lässt du einmal los und siehst wieder klar, mit einem wasserdichten Plan kommst du eh woanders an“, so lautete eine der Textzeilen der Gruppe. Einmal auf der Bühne losgelassen, fiel es den sympathischen Jungs sichtlich leicht, den Plan, das Publikum bestens mit Wort und Ton zu unterhalten, erfolgreich umzusetzen.

Zum Finale dann packten die „Fünf vor der Ehe“ noch das große „Schwedenbeben“ aus, ein Medley mit den Hits von schwedischen Songwritern. Es war klar, dass der jubelnde Beifall hiernach ansatzlos in ein frenetisches Zugabeklatschen überging.


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