Eschen und Fichten betroffen Schädlinge vernichten ganze Wälder in Bramsche

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Bramsche. Auch in Bramsche vernichten Schädlinge ganze Wälder. Betroffen sind Eschen durch den Schlauchpilz und Fichten durch den Borkenkäfer. Zwei Ortstermine mit Förster Martin Meyer Lührmann, die betroffen machen.

Erster Ortstermin: Achmer, Neuenkirchener Straße kurz vorm Abzweig nach Bramsche: Auf etwa 1,5 Hektar oder 15 000 Quadratmetern stehen hier auf den ersten Blick prächtige Eschen, die noch weit von ihrem Höchstalter von 250 bis 300 Jahren entfernt sind. Sie werden in den nächsten Wochen gefällt, sagt der Bezirksförster. Verantwortlich dafür ist das „Falsche Weiße Stengelbecherchen“, ein Schlauchpilz, der aus Asien eingeschleppt worden ist, wie Meyer Lührmann beim Ortstermin mit Vertretern der Stadt erläutert.

Eschensterben

Mit diesem Parasiten wird die Esche, die wegen ihrer hohen Holzqualität zu den Edellaubhölzern gehört, nicht fertig. Der Bezirksförster weist in die Spitze der Bäume, wo auf den zweiten Blick tote Triebe und Äste auffallen. Das Holz wird schnell brüchig. Deswegen wurden vor ein paar Wochen bereits einzelne Eschen in Bramsche an der Meyerhofschule gefällt. Hier betrifft es nun einen ganzen Wald. Die Straßenbehörde dränge aus Sicherheitsgründen auf das Fällen der hohen Bäume, die bis dicht an die Neuenkirchener Straße heran stehen, berichtet der Förster.

Das gleiche Schicksal drohe den Eschen am Gut Sögeln, wo es sogar „noch schlimmer“ aussehe, berichtet Meyer Lührmann. Und es wird dabei nicht bleiben, ist er überzeugt: „Wir werden die Esche in ganz Europa verlieren.“ In Mecklenburg-Vorpommern sei der Befall mit Schlauchpilzen schon länger ein Problem, ein Gegenmittel sei aber noch nicht entdeckt worden. „Da geht ein Stück Kultur verloren“, kommentiert Wolfgang Tangemann von der Stadt Bramsche. Martin Meyer Lührmanns Sorgen gehen noch ein Stück weiter: „Wir haben die Ulme schon verloren und jetzt die Esche. Was ist, wenn es die Buche trifft oder die Eiche?“, weist der Förster auf die Bedrohung durch invasive Arten hin. Wie der Schlauchpilz, der in Asien an der mandschurischen Esche „völlig unauffällig“ sei, nach Europa gelangt ist, wisse niemand.

Kaminholz

Für die Waldbesitzer sind die wirtschaftlichen Folgen verheerend. Sie müssen wertvolles Holz nicht nur vor der Zeit schlagen, es kommt auch noch zu einer Zeit auf den Markt, zu der die Holzpreise im tiefsten Keller sind. Massive Sturmschäden im Frühjahr haben für eine überreichliche Holzernte gesorgt.

Um im konkreten Fall zu retten, was noch zu retten ist, werden die Eschen an Ort und Stelle als Kaminholz verkauft. Das beschere dem Waldbesitzer noch etwas Einnahme und dem Käufer „super Kaminholz“, so Meyer Lührmann. Wer Näheres dazu wissen will, kann sich an den Bezirksförster, Telefon 01709315902, wenden..

Zweiter Ortstermin: Der Gehn in Hesepe in der Nähe der B68. Meyer Lührmann führt die Vertreter der Stadt zu einem Fichtenbestand, der auf den ersten Blick ganz normal aussieht. Doch schnell hat der Förster verräterische Spuren am Stamm entdeckt: Hinter der Rinde sitzt der Borkenkäfer und macht dem Baum den Garaus: „Wenn ein Baum befallen ist, dann ist er auch tot“, betont der Fachmann. Der Schädling finde in diesem Jahr ideale Bedingungen durch die Sturmschäden im Frühjahr, die Trockenheit und die Hitze. Die Fichte könne nicht mehr genug Harz produzieren, um den Käfer abzuwehren. Deshalb sei die Population „explodiert“.

Kahlschlag

Um das Schlimmste zu verhindern, müssten nun alle befallenen Bäume gefällt und behandelt werden, damit die dritte Käfergeneration dieses Jahres nicht ausfliegen und das zerstörerische Werk fortsetzen kann. Das geschlagene Holz, das im Wald verbleibe, sei gesundheitlich unbedenklich. betont der Förster. Betroffen ist der Hang des Heseper Berges zur Umgehungsstraße, kein Baum wird hier stehenbleiben.

„Wir müssen möglichst viel von dieser dritten Generation abfangen,“ erklärt Meyer Lührmann. Schon jetzt werde sich der Anblick des Gehns durch den Einschlag verändern. Wenn aber die Borkenkäfer auf der Basis der jetzigen Population im nächsten Jahr fortsetzen könne, drohe dem Gehn, und nicht nur dem, eine Katastrophe. Deshalb hat der Förster an die Adresse von Petrus einen höchst unpopulären Wunsch: „Regen, Regen und einen richtigen norddeutschen Sch.-Sommer im nächsten Jahr.“


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