Edelstahlbecken favorisiert Freibad Ueffeln: „Klare Tendenz“ für Sanierung

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„Wir lieben unser Freibad“, sangen die Ueffelner Grundschüler unter dem donnernden Applaus der vielen Zuhörer zu Beginn der Veranstaltung  in der vollbesetzten Schützenhalle. So wie es aussieht können sie dort noch viele Jahre baden. Foto: Heiner Beinke„Wir lieben unser Freibad“, sangen die Ueffelner Grundschüler unter dem donnernden Applaus der vielen Zuhörer zu Beginn der Veranstaltung in der vollbesetzten Schützenhalle. So wie es aussieht können sie dort noch viele Jahre baden. Foto: Heiner Beinke

Ueffeln. Das Freibad Ueffeln wird saniert und bekommt ein komplett neues Edelstahlbecken. Das hat so ausdrücklich zwar niemand gesagt, aber am Ende der Informationsveranstaltung in der vollbesetzten Schützenhalle Ueffeln am Mittwochabend blieben kaum Zweifel daran, dass es so kommen wird. Offen ist nur noch, wann welche formalen Beschlüsse gefällt werden.

Die CDU-Stadtratsfraktion hat deshalb den Antrag gestellt, das Thema auf die Tagesordnung der Ratssitzung am 27. September zu setzen. Darin wird gefordert, die Sanierung des Freibades in der Variante 2 mit einem kompletten Edelstahlbecken zu beschließen. Außerdem wird der Bürgermeister gebeten, „seine bisher erfolglosen Bemühungen um eine angemessene finanzielle Beteiligung der Nachbarkommunen an den Sanierungskosten zu intensivieren“.

Grundsatzbeschluss

SPD und FDP wollen ebenfalls einen Beschlussvorschlag einbringen, der nicht ganz so weit geht, wie der Fraktionsvorsitzende Oliver Neils am Donnerstag auf Nachfrage erklärte. Es werde ein Grundsatzbeschluss zur Sanierung favorisiert, der die Art der Ausführung noch offen lässt. Es gebe noch offene Fragen zu klären, etwa zur Berechnung von Abschreibung und Zinsbelastungen, so Neils. Außerdem müssten nun die Gespräche mit den Nachbarkommunen „mit dem entsprechenden Nachdruck“ geführt werden, forderte er.

„Tendenz ist klar“

Dass am Ende die Sanierung des Bades stehen wird, ist aber auch für ihn klar: „Die Tendenz ist da“. Unausgesprochen zog sich diese Botschaft auch durch die Zusammenkunft am Mittwochabend, die anders als die erste Zusammenkunft im März mit herzlichem Beifall endete. Den Stimmungswandel spürte wohl am deutlichsten Jürgen August. Der Osnabrücker Bädertechnik-Chef bekam diesmal viel Applaus für seine Ausführungen zur Sanierung. Er beschrieb zwei Varianten, die für Ueffeln infrage kämen: Bei Variante eins wird nur der marode Beckenkopf durch eine Edelstahlkonstruktion ersetzt. Bei Variante zwei wird eine komplett neue Edelstahlwanne eingesetzt.

Zwei Varianten

Variante 1 ist mit 1,6 Millionen Euro günstiger als Variante zwei mit 1,8 Millionen Euro. Aber die zweite Variante biete eine Reihe von Vorzügen, machte August deutlich. Bei Variante eins müsse der neue Beckenkopf mit dem alten Betonbecken verbunden werden. Dazu sei eine Wartungskante erforderlich. Die berge das Risiko von Frostschäden. Mit einer komplett neuen Wanne entfallen 120 Meter Risiko“, wie August mit Blick auf die Gesamtlänge der Beckenkante meinte.

Das ist nach Angaben des Experten aber nicht der einzige Vorteil: Durch den Einbau der kompletten Wanne komme das Becken einige Zentimeter höher. Das bedeute „einen großen Hygienevorteil“, weil Blätter Grasschnitt oder auch Schmutz nicht einfach so ins Becken geweht werden könnten. Schließlich würde die Wanne komplett mit einem Einströmsystem für das Badewasser geliefert, was die Reinigungsleistung deutlich erhöhe und die Wartungskosten ebenso deutlich senke.

All dies führte zu einer klaren Positionierung der Stadtwerke Bramsche: Variante zwei werde als langlebige und nachhaltige Lösung, die auch noch „optimale hygienische Verhältnisse durch vertikale Durchströmung“ schaffe, meinte der technische Leiter des Energieversorgers, Frank Schulte. Geschäftsführer Jürgen Brüggemann ergänzte, trotz der höheren Investitionssumme lägen in der jährlichen Belastung beide Varianten „nah beieinander“, weil Variante zwei in der Wartung deutlich günstiger sei.

Einweihung am 1. Mai 2020?

„Die Tendenz ist sehr positiv“, meinte schließlich auch Bürgermeister Heiner Pahlmann, der den in Vorbereitung befindlichen Förderverein für das Bad in die Pflicht nahm, unterstützend tätig zu werden. Der Zeitplan sehe nach dem Beschluss des Stadtrates am 27. September eine Entscheidung des Aufsichtsrates am 25. Oktober vor. Nach vor der abschließenden Ratsentscheidung am 6. Dezember könnten die Vorbereitungen für die Ausschreibung beginnen. Wenn alles nach Plan läuft, soll das neue Freibad Ueffeln am 1. Mai 2020 eingeweiht werden.


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