Komponist besucht Bramsche Tangomesse von Palmeri in der Bramscher St. Martinskirche

Von Irina Doelitzsch-Kaufmann

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Eva Gronemann, Martín Palmeri und Jakob Gronemann proben die letzten Details der Tangomesse. Foto: Irina Doelitzsch-KaufmannEva Gronemann, Martín Palmeri und Jakob Gronemann proben die letzten Details der Tangomesse. Foto: Irina Doelitzsch-Kaufmann

idk Bramsche. Wann bekommt ein Chorleiter schon einmal die Chance, den Komponisten eines Werkes, das er in kürze aufführen wird, kennenzulernen? Diese seltene Möglichkeit eröffnete sich der Kirchenkreiskantorin Eva Gronemann.

Martín Palmeri ist der Komponist der Tangomesse, die am Samstag, 15. September 2018, 19.30 Uhr das Hauptwerk im Konzert in der St. Martinskirche sein wird.

Für den aus Argentinien stammenden Komponisten ist es natürlich höchst ungewöhnlich, dass er sich ausgerechnet wenige Tage vor dem Konzert in Deutschland aufhält. Der Kontakt entstand bei einem Konzert in Hagen a.T.W. Dort wurde eines von Palmeris Werken aufgeführt, bei dem er selbst – wie oft – den Klavierpart übernahm. Gronemann, als Besucherin in diesem Konzert, nutze die Gelegenheit zur Kontaktaufnahme und lud Palmeri nach Bramsche ein. Den Klavierpart in der eigenen Tangomesse kann er zwar nicht übernehmen, da er am Samstag ein Konzert in Bargteheide leitet. Der Einladung nach Bramsche kam er dennoch gern nach und infolgedessen ergab sich ein höchst intensiver und fruchtbarer Austausch. Jakob Gronemann, der im Konzert die Klavierstimme spielen wird, freute sich besonders darüber, sich durch Palmeri einen noch intensiveren Zugang zu der Messe erschließen zu können. Manche Unklarheiten in der Partitur konnten im Gespräch erläutert und ausgeräumt werden. Auch Eva Gronemann war sehr zufrieden damit, dass Palmeri ihrer Interpretation der Messe ganz überwiegend zustimmte. Emphase müsse das Stück haben, lässt er wissen und Gronemann stimmt dem begeistert zu.

In vielen Ländern aufgeführt

Die Entstehung der Messe war in gewisser Weise ein Zufall oder in Palmeris Worten „ein Unfall“. Sein Kompositionslehrer vertrat die Ansicht, er müsse atonal komponieren, das sei die Zukunft. Damit jedoch konnte sich Palmeri nicht anfreunden. Sein Chor trug den Wunsch an ihn heran, etwas mit einem Tangoorchester zusammen zu singen, die es in Argentinien zahllos gibt. Das führte zur Komposition der Tangomesse, ein Stück, das bereits in verschiedenen südamerikanischen Ländern, in weiten Teilen Europas und auch den USA aufgeführt wurde. Die Resonanz, so lässt Palmeri zufrieden wissen, sei durchweg positiv gewesen. Kein Wunder, ist das Stück zwar 1996 uraufgeführt, bewegt sich aber klar in tonaler Tonsprache und ist damit gut hörbar. Im Grunde, so Palmeri, sei es eine Mischung aus traditioneller Musik und Tango. Traditionell, weil ein Messtext vertont wurde. Und Tango? Den hört man deutlich in den Rhythmen der verschiedenen Teile und im Instrumentarium. Neben einem Streichorchester und einem Klavier kommt ein Bandoneon zum Einsatz. Dieses Instrument kann am ehesten mit einem Akkordeon verglichen werden und ist typisch für argentinische Tangoorchester.

Palmeri textiert nicht einfach einen Tango mit einem Messtext, sondern legt auch Wert auf eine passende musikalische Umsetzung des Textes. Die sangliche Umsetzung der Messe, so Gronemann, sei sehr angenehm. Man merke, dass sie von einem Praktiker geschrieben wurde.

Noch Restkarten

Ob man eine Messe hören möchte oder eher argentinischen Tango, das Konzert am Samstag wird beides vereinen und Freunde der Chorsinfonik auf ihre Kosten kommen lassen. Zu hören sein werden die Kantorei St. Martin und das Orchester musica viva, Ibbenbüren, die Mezzosopranistin Hayat Chaoui sowie der Bandoneonspieler Christian Gerber.

Restkarten sind noch in der Buchhandlung Gottlieb erhältlich.


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