Gezielte Förderung Wie ein Bramscher trotz Beeinträchtigung gute Arbeit fand

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Ein „Glücksgriff“ für die Schmidt-Thie-Plast GmbH: Stefan Reclik (2.v.l.) ist mit viel Engagement bei der Sache. Seniorchef Jürgen Schmidt (2.v.rechts) und Hildegard Hesselbarth vom ArbeitgeberService der MaßArbeit sind froh, dass er sich so wohl im Unternehmen fühlt. Foto: Maßarbeit/Kimberly LübbersmannEin „Glücksgriff“ für die Schmidt-Thie-Plast GmbH: Stefan Reclik (2.v.l.) ist mit viel Engagement bei der Sache. Seniorchef Jürgen Schmidt (2.v.rechts) und Hildegard Hesselbarth vom ArbeitgeberService der MaßArbeit sind froh, dass er sich so wohl im Unternehmen fühlt. Foto: Maßarbeit/Kimberly Lübbersmann

Bramsche. Der 35-jährige Bramscher Stefan Reclik hat nach langer beruflicher Unsicherheit eine dauerhafte Perspektive gefunden und ist seit fast anderthalb Jahren unabhängig von Sozialleistungen.

Es staubt ganz schön an der Einmündung der Westumgehung in die Oldendorfer Straße in Melle. Drei Mitarbeiter des Unternehmens Schmidt-Thie-Plast GmbH sind dabei, die verblichenen Straßenmarkierungen abzufräsen, die durch neue ersetzt werden müssen. Einer von ihnen ist Stefan Reclik.

„Stefan ist heute nur ausnahmsweise mit bei den Fräsarbeiten dabei, weil ein Kollege krank ist“, erzählt Firmengründer Jürgen Schmidt. Eigentlich sei er fest bei den Markierungsarbeiten eingeplant, „weil er unheimlich genau und verlässlich arbeitet“, begründet der Seniorchef. Und das ist wichtig, schließlich sind Fahrbahnmarkierungen Verkehrszeichen im Sinne der Straßenverkehrsordnung und unverzichtbar für eine sichere Verkehrslenkung. Eingestellt hat das Unternehmen Stefan Reclik vor fast anderthalb Jahren als Rehabilitations-Fall: „Die leichten gesundheitlichen Einschränkungen macht er durch seine große Einsatzbereitschaft wett: Mit ihm macht die Zusammenarbeit Spaß“, bescheinigt Schmidt.

Und Stefan Reclik fühlt sich bei der Firma Schmidt-Theis-Plast ganz in seinem Element. Er schätzt die Anerkennung, die er bei der Geschäftsleitung und den Kollegen genießt – umso mehr, weil er nicht immer so viel Glück mit seinen Arbeitgebern hatte. Er fühlte sich immer wieder ausgenutzt, wenn er bei Arbeitgebern zwar lange Praktika machen konnte, aber aufgrund seiner Beeinträchtigung keine Festanstellung bekam.

Förderung im Rahmen einer Reha-Maßnahme

Mit Hilfe der Förderung im Rahmen einer Reha-Maßnahme durch die Agentur für Arbeit Osnabrück und durch die Vermittlung der Maßarbeit zur Firma Schmidt-Thies-Plast hat der 35-jährige nun eine Festbeschäftigung. „Die Teamberatungen zwischen Agentur und Maßarbeit sind in solch einem Falle immer ein erster, wichtiger Schritt auf dem Vermittlungsweg“, erläutert Sabine Breyl-Wuntke, Rehaberaterin der Agentur für Arbeit. „Bei der Reha-Vermittlung arbeiten die speziellen Ansprechpartner der Maßarbeit für diese Zielgruppe ganz eng mit unserem Arbeitgeberservice zusammen“, schildert Maßarbeit-Bereichsleiter Michael Kelka: Denn das Unternehmen müsse sehr genau wissen, welche Defizite, aber auch welche Stärken der Bewerber mitbringe. „Für mich ist die Vermittlung von Herrn Reclik eine besonders schöne Erfolgsgeschichte, weil ich sehe, wie zufrieden er jetzt mit seiner beruflichen Situation ist“, sagt Hildegard Hesselbarth vom Arbeitgeberservice bei einem Baustellenbesuch.

„Für uns war Stefan auf jeden Fall ein Glücksgriff“, zeigte sich Seniorchef Jürgen Schmidt zufrieden. Wie sein Sohn Christian, der inzwischen das Unternehmen leitet, sind ihm gute Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter wichtig: „Wir absolvieren in den jahreszeitlich guten Monaten hohe Stundenzahlen und arbeiten auch an den Wochenenden, um den Verkehrsfluss so wenig wie möglich zu stören“, beschreibt er. Das setzt motivierte Mitarbeiter voraus: Das Unternehmen unterstützt diese Motivation etwa durch einen eigenen Rentenfonds, die bisherige Übernahme von Kita-Kosten oder die Finanzierung einer Zahnmedizinischen Zusatzversicherung.

Schmidt-Thie-Plast ist vor allem in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein tätig, zurzeit baut das Unternehmen auch eine Präsenz in Rheinland-Pfalz auf. Der Hauptsitz ist in Wallenhorst, die Verwaltung in Lohne angesiedelt. „Mit rund 30 Mitarbeitern sind wir der zweitgrößte Anbieter von Straßenmarkierungsarbeiten aller Art in Deutschland“, so Schmidt: Das sei vor allem durch einen hochtechnisierten Maschinenpark zu leisten. „Doch eines ist sicher“, sagt der Seniorchef mit Blick auf Stefan Reclik: „Die Mitarbeiter sind unser größtes Kapital.“


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