Plädoyer am Landgericht Osnabrück Haftstrafen für Bramscher wegen Einbruchserie beantragt

Von Stefan Buchholz, 11.09.2018, 12:57 Uhr
Vor dem Landgericht Osnabrück hat die Staatsanwaltschaft mehrjährige Haftstrafen gegen sechs Bramscher Angeklagte wegen einer Einbruchserie gefordert. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Im Prozess um eine Einbruchserie hat die Staatsanwaltschaft jetzt das Plädoyer gehalten. Für vier der sechs Angeklagten aus Bramsche wurden Haftstrafen zwischen drei und mehr als fünf Jahren beantragt. Bei den anderen beiden soll es bei Freiheitsstrafen bleiben, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollen.

Laut Anklage sollen die Bramscher zusammen für mehr als 30 Einbrüche in der Region verantwortlich sein. Zwischen Dezember 2017 und März 2018 sollen sie in Schulen und Kindergärten, Büros von kirchlichen Einrichtungen sowie in Gewerberäume und Einzelhandelsgeschäfte eingestiegen sein, um Beute zu machen.

Hoher Sachschaden

Bis auf zwei Ausnahmen, wo man mehrere tausend Euros stehlen konnte, holten die Bramscher aber nicht sonderlich viel heraus. Um ein Vielfaches größer war dagegen der verursachte Sachschaden, etwa durch bewusst zerstörte Sicherheits- und Überwachungstechnik, listete der Staatsanwalt auf. „Die Geschädigten können das zwar an ihre Versicherungen weiterreichen, aber das geht letztlich auch zu Lasten der Gemeinschaft der Versicherten.“

Der Staatsanwalt nahm ebenfalls Stellung zum Verhalten der Angeklagten während der mehrtägigen Hauptverhandlung. „Dass Sie hier noch lächeln, zeigt: Sie haben sich nicht wesentlich mit den Taten auseinandergesetzt.“

Mittäter gab Polizei wertvolle Tipps

Nur einmal erstarb das Feixen, das auch während des Plädoyers fortgesetzt wurde. Deutlich machte der Staatsanwalt, dass einer aus dem Kreis nach der Verhaftung offenkundig auch Taten und Mittäter benannte, die sonst nicht aufgeklärt worden wären. Hier schauten sich manche Angeklagte nur noch stumm an.

Bereits am ersten Prozesstag hatten die Verteidiger mit dem Staatsanwalt einen sogenannten Deal geschlossen: Die Angeklagten räumen die Verbrechen umfassend ein, dafür gibt es gewissen Abschläge bei der Strafzumessung.

Strafen bis zu 61 Monaten

Von daher waren die jetzt vom Anklagevertreter beantragten Strafen keine wirkliche Überraschung mehr. Für fünf Jahre und einen Monat soll der 26-Jährige ins Gefängnis gehen. Wegen mehrfacher Einbruchsdiebstähle, die zudem noch unter laufender Bewährung begangen wurden, hat der 21-Jährige nach dem Willen der Staatsanwaltschaft 50 Monate Gefängnis nach Jugendstrafrecht zu erwarten. Für seinen jüngeren Bruder wurden drei Jahre Haft, ebenfalls nach Jugendstrafrecht, beantragt. Darunter soll auch das Strafmaß für einen 20-Jährigen fallen, der 45 Monate für seine Taten ins Gefängnis gehen soll.

Zwei der Angeklagten könnten laut Staatsanwaltschaft jeweils 15 Monate bekommen, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollten. Beide hätten, so dass Gericht sich anschließt, zudem gemeinnützige Dienste zu leisten.

Die Verhandlung wird am 19. September 2018 mit den Plädoyers der Verteidiger vor dem Osnabrücker Landgericht fortgesetzt.

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