Woche der Diakonie 2018 Diskussion in Bramsche über das Leben auf dem Land

Von Judith Perez

Meine Nachrichten

Um das Thema Bramsche Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Praktische Tipps, damit Menschen auf dem Land nicht abgehängt werden, gab Martin Schnellhammer von der Hochschule Osnabrück bei der Veranstaltung „Treffpunkt Bahnhof“ in Bramsche. Foto: Judith PerezPraktische Tipps, damit Menschen auf dem Land nicht abgehängt werden, gab Martin Schnellhammer von der Hochschule Osnabrück bei der Veranstaltung „Treffpunkt Bahnhof“ in Bramsche. Foto: Judith Perez

Bramsche. Im Rahmen der Woche der Diakonie 2018 im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Bramsche fand am Mittwoch die zentrale Veranstaltung „Treffpunkt Bahnhof“ statt.

Passend zum Titel ging es deshalb auch in den Bramscher Bahnhof, der von der Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück (HpH) betrieben wird. Unter dem Motto „Stadt – Land – Schluss“ ging es an diesem Nachmittag darum, was man tun kann, damit auf dem Land eben nicht bald Schluss ist. Denn die meisten älteren Menschen und Pflegebedürftigen wollen auch dann, wenn sie sich nicht mehr alleine versorgen können, so lange wie möglich zuhause wohnen bleiben. Wenn aber die alltäglichen Dinge wie die Mülltonne an die Straße zu schieben, neue Milch zu besorgen oder zum Hausarzt zu gehen durch mangelnde Mobilität nicht mehr möglich sind, brauchen diese Menschen Unterstützung.

Pflegeberatung im Gemeindebüro

Was gibt es und was fehlt? Die Veranstaltung hatte das Ziel, zum einen zu sammeln, was es im Kirchenkreis schon alles für Hilfsangebote gibt und zum anderen zu überlegen, was noch fehlt. Martin Schnellhammer vom Projekt „SoLkOs“ (Sozialer Landkreis Osnabrück) zeigte in seinem Impulsvortrag auf, dass die Kirchen im ländlichen Raum genau das hätten, was man brauche, um zu agieren. „Wenn der letzte Edeka und der Geldautomat abgebaut sind, sind die Kirchen noch da“, brachte er es auf den Punkt. Er gab praktische Anregungen, diese vorhandenen Infrastrukturen zu vernetzen.

Vorhandene Räumlichkeiten zu nutzen, war einer seiner Appelle. „Warum nicht den Pflegedienst im Gemeindebüro unterbringen? Oder dieselben Räumlichkeiten als Coworking-Place, gemeinsames Arbeiten, zur Verfügung stellen? Dann könnten Mitarbeiter des Landkreises, die sowieso zum Teil von zuhause aus arbeiten, Sprechstunden zur Pflegeberatung vor Ort anbieten. Oder einen bunten Mittagstisch organisieren, damit Hochbetagte, Mütter und Kinder gemeinsam ab und zu essen können. Denn soziale Kontakte sind genauso wichtig wie Pflege und Mobilität“, so der Fachmann von der Hochschule Osnabrück. Anke Kusche, die als stellvertretende Superintendentin und Vorsitzende des Diakonieausschusses durch die Veranstaltung führte, freute sich über diese „guten Anregungen“.

Dem Ziel der Veranstaltung entsprechend, miteinander ins Gespräch zu kommen, waren die Teilnehmer anschließend eingeladen, über die Themen Pflege, soziale Kontakte, Finanzen, Beratung und Zuhausebleiben zu diskutieren. An Stehtischen standen Diakonie-Mitarbeiterinnen bereit und unterstützten beim Sammeln der vorhandenen und fehlenden Angebote.


Im Rahmen der Woche der Diakonie 2018 präsentiert sich der Diakonie-Shop am Freitag, 7. September, von 9 bis 12 Uhr auf dem Markt in Bramsche. Seit dem 1. April 2017 befindet sich der Diakonie-Shop am Brückenort 8 in neuen Räumlichkeiten in der Fußgängerzone. Um Kleiderspenden entgegenzunehmen, bieten die ehrenamtlichen Mitarbeiter auf dem Böckmann-Parkplatz eine Abgabemöglichkeit an. Zu den Öffnungszeiten des Diakonie-Shops: montags und donnerstags von 9 bis 13 Uhr, dienstags und mittwochs von 9 bis 15.30 Uhr sowie freitags von 10 bis 13 Uhr. Außerdem hat der Kirchenkreis ein Spenden-Handy eingerichtet unter Tel. 0 15 20/ 2 79 36 34.

Um die Arbeit des Diakonie-Shops vorzustellen, werden die Ehrenamtlichen am 7. September „gut gekleidete Schneiderpuppen“ auf dem Markt ausstellen und das „Upcycling“-Angebot erklären, bei dem alte Sachen in neue verwandelt werden. Der Diakonie-Shop ist parallel geöffnet. Weitere Informationen: Tel. 054 61/15 97 oder 99 58 54 oder info@diakonisches-werk-bramsche.de.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN