Aufführung im Greselius-Gymnasium Musical-Drama beeindruckt Zuschauer in Bramsche

Von Andreas Wenk

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„Once we had a dream“ - Minimalistisches Bühnenbild bei maximalem Einsatz. Mit Tanz, Musik und großen Gefühlen brachte die Theatergruppe von den Philippinen den Zuschauern das Thema Kindesmissbrauch, Sextourismus und Ausbeutung von Natur und Mensch näher.„Once we had a dream“ - Minimalistisches Bühnenbild bei maximalem Einsatz. Mit Tanz, Musik und großen Gefühlen brachte die Theatergruppe von den Philippinen den Zuschauern das Thema Kindesmissbrauch, Sextourismus und Ausbeutung von Natur und Mensch näher.

Bramsche. Auf Einladung des Weltladens gastierte am Montag das Preda-Akbay-Ensemble im Greseluis-Gymnasium in Bramsche.

„Beeindruckend“, so das Urteil von Hilde Kuhlmann-Lehmann nach der Vorstellung der Preda-Akbay Youth Group am Montagabend im Greselius-Gymnasium. Vor allem, dass die Darsteller ihr Musical-Drama auf Deutsch präsentierten, habe ihr und Ihrem Mann Ralf sehr imponiert, aber auch, was die „rübergebracht haben.“

Doch der Abend stand weniger im Zeichen der Unterhaltung. Bei „Once we had a dream“ geht es mehr um Aufklärung. Teamleiter Daryl Jade P. Abay wandte sich deshalb nach der Vorstellung an das Publikum. Was die Zuschauer auf der Bühne zuvor gesehen hätten, sei real. „Es ist traurige Realität auf den Philippinen, dass Kinder verkauft, missbraucht und getötet werden.“

Knapp hundert Gäste waren gekommen, um sich das Stück anzusehen. Dabei geht es um das Schicksal von Celine, Alex und Sabell. Um die Schulden der Mutter begleichen zu können, lässt sich Celine dazu drängen, sich von ihrem Dodon zu trennen, um ins Ausland zu gehen. Sie landet zunächst in Frankfurt. Noch am Flughafen winken Schmuck, bestickte Kleider, Parfum und Geld. Doch der Traum findet ein jähes Ende. Der Bösewicht „Henkel“, der in ihrer Heimat eine Mine betreibt, ihre Mutter überredet hat, Celine fortzuschicken, vermittelt Celine in ein Bordell. Dort trifft sie auf Dodon und Sabell. Ein Fluchtversuch scheitert und Dodon wird erschossen. Alex gelingt es aber, zunächst durch Briefkontakt, ebenfalls nach Deutschland zu kommen und mit Hilfe der Polizisten seine Celine aus den Fängen der Mädchenhändler zu befreien. Soweit eine rührselige Geschichte, mit minimalistischem Bühnenbild und maximalem Einsatz der Darsteller. Dramaturgisch heikle Szenen wir Vergewaltigungen löste das Ensemble elegant durch Kleidungsstücke, die über einen Parawand flogen. Gut und Böse ließen sich an weißen oder roten Augenmasken identifizieren und Ortswechsel gelangen ohne Umbaupause durch Bildprojektionen auf der Multi-Task Leinwand, die zugleich als Schattenspielfläche diente. Insgesamt eine runde Aufführung mit sehenswerten Tanzeinlagen und eigenen Playback-Einspielungen unterstützem Gesang.

Die Botschaft an das Publikum lautete, nicht wegzuschauen, sondern sich an der Bekämpfung der Ursachen zu beteiligen. Fair gehandelte Produkte beugen der Landflucht und der Verelendung vor und helfen, Kinder vor Ausbeutung und Missbrauch zu bewahren. An dieser Stelle kommen schließlich Preda, Akbay und der Bramscher Weltladen ins Spiel. Dort gibt es nicht nur Preda-Mangos zu kaufen, der Weltladen hat auch das Gastspiel in Bramsche ermöglicht. Preda betreibt auf den Philippinen Heime für Jungen und Mädchen mit Missbrauchs- oder Gefängniserfahrungen und versucht, mithilfe lokaler Behörden Kinder zu befreien. Gemeinsam mit Akbay setzt sich Preda zudem für Kinderrechte ein. Der Weltladen wird vom Verein „Neue Erde“ betrieben. Dessen Vorsitzender Volker Rohmann attestierte den Darstellern eine „grandiose schauspielerische Leistung.“ Nachdem sie sich am Schluss noch einmal kurz vorgestellt und den Ernst der Lage in ihrer Heimat an Beispielen wie Missbrauch und Sextourismus deutlich gemacht hatten, sagte Rohmann: „Dem kann ich nichts mehr hinzufügen“ und lud die Zuschauer ein, mit dem Ensemble, das den Zuschauern per Handschlag für ihre Aufmerksamkeit dankte, an Stehtischen zu diskutieren. Das Ensemble tourt derzeit durch Deutschland und Österreich.


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