Anbieter bittet um „etwas Geduld“ Heseper Familie ein halbes Jahr ohne Festnetz und Internet

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Zum Telefonieren muss Ursula Gude mit Enkeltochter Malin nach draußen gehen, weil da der Handyempfang besser ist. Will sie vom Festnetz telefonieren oder im Internet recherchieren, muss sie schon Tochter Lara (in der Tür) besuchen. Foto: Heiner BeinkeZum Telefonieren muss Ursula Gude mit Enkeltochter Malin nach draußen gehen, weil da der Handyempfang besser ist. Will sie vom Festnetz telefonieren oder im Internet recherchieren, muss sie schon Tochter Lara (in der Tür) besuchen. Foto: Heiner Beinke

Hesepe. Ein Umzug innerhalb Hesepes, verbunden mit einem Wechsel des Telefonanbieters, hat die Familie Gude die Verbindung zur Außenwelt gekostet: Seit fast einem halben Jahr warten sie auf Festnetz- und Internetanschluss.

Von der Lisztstraße sind die Gudes an den Riester Weg gezogen. Das sind keine zwei Kilometer Luftlinie, aber es geht raus aus dem Ortskern. Am Riester Weg haben die Gudes jetzt eine schöne, ruhige Wohnung in guter Lage. Allerdings ohne Internet und Festnetztelefon. Der bisherige Anbieter winkte gleich ab, so dass Ursula Gude zur Telekom wechselte.

Anbieterwechsel

Am 2. Mai gab es zur Bestätigung einen Anbieterwechselauftrag, am 17. Mai ein weiteres Schreiben, in den die Telekom mitteilt, sie prüfe, „ob und wann wir Ihnen das gewünschte Produkt bereit stellen können.“ Wegen der erforderlichen technischen Prüfung bittet der Anbieter „um etwas Geduld“.

Diese Geduld beweist die Familie bis zum 1. August. Da kommt ein neues Schreiben, in dem die Telekom mitteilt, dass sich der „geplante Termin leider noch einmal verschiebt. Die technischen Arbeiten erwiesen sich als „umfangreicher als gedacht“. Der letzte Satz sorgt dann eher für Beunruhigung: „Sie erhalten noch eine verbindliche Auftragsbestätigung an uns“ schreibt die Telekom. Mit anderen Worten: Die Gudes sind genau so weit wie damals Anfang Mai.

Presseanfrage

Ursula Gude wendet sich an die Redaktion der Bramscher Nachrichten. Die hakt nach bei der Pressestelle der Telekom, wunschgemäß per Mail mit Nummer des Kundenfalls. Und hört erst einmal gar nichts. Erst auf nochmaliges Nachhaken gibt es nach knapp zwei Wochen eine dürre Nachricht: „Die Bereitstellung des Anschlusses ist technisch aufwendig und wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Für die Zwischenzeit wird Frau Gude eine provisorische Lösung zur Verfügung gestellt.“

Zwischenlösung

Das Provisorium soll nach Angaben von Ursula Gude ein Router sein, der ihr für Mitte September in Aussicht gestellt worden ist. Bis dahin muss sie sich noch mit dem Handy behelfen, mit dem sie allerdings in einigen Räumen sehr schlechten Empfang hat. Am besten funktioniert es draußen. Internet funktioniert weiterhin gar nicht im Haus. Ein Umstand, an den sich die pädagogische Mitarbeiterin der Grundschule Hesepe nicht gewöhnen kann: „Viele Informationen aus der Schule kommen per E-Mail, die erreichen mich gar nicht.“

Wenn sie zur Unterrichtsvorbereitung etwas recherchieren möchte, muss sie zu Tochter Lara. Dort erledigt sie auch per Homebanking ihre Bankgeschäfte. Per Smartphone funktioniere das nicht, weil zum einen das vertragliche Datenvolumen nicht ausreiche und zum anderen das Netz zu schwach sei, erklärt die treue BN-Leserin, die am meisten die digitale Zeitungslektüre auf dem Tablet vermisst.

Angst vor einem Notfall

Ihre größte Sorge: Was passiert, wenn sie sich mal um Enkeltochter Malin kümmert „und es passiert irgendein Notfall und ich habe hier kein Netz auf dem Handy“. Auch das sei gar nicht so selten. Ihr Sohn habe beispielsweise einmal eine Alarmierung als mobiler Retter bekommen. Er habe darauf aber nicht reagieren können, weil die zweite Nachricht mit dem Einsatzort nicht durchkam. „Das Handy hat geladen und geladen, aber nichts ist passiert“, erinnert sich seine Schwester Lara Gude.

„Wir haben lange genug gewartet“, hofft Ursula Gude, dass nun endlich Bewegung in die Sache kommt. Ohne eine neue, leistungsstärkerer Leitung wird aber wohl nicht viel zu machen sein, hat sie gelernt: „Wenn da nichts ankommt, kommt da nichts.“ Da helfen alle Versprechungen zum Thema schnelles Internet nichts.


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