Von Partei und Fraktion enttäuscht Riester Kreistagsabgeordnete Bojani tritt aus der AfD aus

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Tanja Bojani hat mit der nationalkonservativen Partei abgeschlossen und verlässt diese. Die Kommunalpolitikerin aus Rieste ist 42 Jahre alt. Archivfoto: Marcus AlwesTanja Bojani hat mit der nationalkonservativen Partei abgeschlossen und verlässt diese. Die Kommunalpolitikerin aus Rieste ist 42 Jahre alt. Archivfoto: Marcus Alwes

Rieste. Die Nationalkonservativen in der Region Osnabrück bleiben tief zerstritten. Jetzt hat Tanja Bojani ihren sofortigen Austritt aus der AfD erklärt. Die Kommunalpolitikerin aus Rieste verlässt Partei und Kreistagsfraktion.

In diesen Tagen sollen entsprechende Schreiben die Parteizentrale und die Kreistagsverwaltung bzw. den Landrat am Schölerberg in Osnabrück erreichen, kündigte Bojani an. Zudem liegt unserer Redaktion eine Pressemitteilung der 42-Jährigen vor. Die Kommunalpolitikerin aus der Alfsee-Gemeinde wird demnach aus der Alternative für Deutschand und deren Fraktion austreten, ihr Kreistagsmandat aber offenbar behalten – demnach als Parteilose.

Sie sei inzwischen „zu dem Ergebnis gekommen, dass meine politischen Ansichten nicht mit den theoretischen und praktischen Grundkonzeptionen der AfD übereinstimmen “, schreibt Bojani: „Eine konstruktive Zusammenarbeit ist leider nicht mehr möglich.“

Eine Partei, die sich „als frauenfeindlich, durchweg chauvinistisch und mit dem einzigen politischen Fokus auf dem Thema Asyl“ zeige, könne sie „nicht weiter unterstützen und vertreten“, stellt Bojani fest. Sie wolle „lösungsorientierte Politik“ machen und „echte Alternativen bieten“, erklärt die Riesterin, „und nicht als einziges Ziel die Diffamierung gesellschaftlicher Minderheiten“ verfolgen. Die AfD, so Bojani in ihrer Schlussabrechnung, habe „nichts bewirkt, außer die Gesellschaft aufzuhetzen“.

Auch auf ihre Absetzung als Osnabrücker Bundestagskandidatin der Nationalkonservativen – durch den damaligen Kreisvorsitzenden Daniel Wolf (Merzen) und den früheren Landesvorsitzenden Armin-Paul Hampel – vor rund einem Jahr, geht Bojani noch einmal in ihrer Presseerklärung ein. Sowohl dieser Konflikt „als auch direkte Diffamierungen gegen meine Person von Seiten der Kreistagsfraktion“ hätten sie in ihrer Entscheidung bestätigt „und einen Verbleib in dieser Partei unmöglich gemacht“.

Ob die aktuell führenden Köpfe der AfD in der Region Osnabrück – Kreisvorstandssprecher Gero Körding (Georgsmarienhütte) und Kreistagsfraktionsvorsitzender Felix Elsemann (Belm) – sich in den kommenden Tagen zum Bojani-Austritt überhaupt öffentlich äußern werden, muss abgewartet werden. Beiden liegen in der Sache zumindest Fragen unserer Redaktion vor. Auf jeden Fall dürfte die Angelegenheit aber am 16. September innerhalb des AfD-Kreisverbandes zur Sprache komme n, wenn mittags in GMHütte ein Kreisparteitag mit Vorstandswahlen durchgeführt werden soll und die Mitglieder aus Stadt und Landkreis im Kasinopark zusammentreten.

Fakt ist jedenfalls, dass die Kreistagsfraktion der Rechten künftig nur noch drei Mitglieder umfasst. Elsemann, Dirk Schmelzer (Bad Rothenfelde) und Welf Bruning (Melle). Tanja Bojani dagegen wird ihr bis 2021 errungenes Kreistagsmandat jetzt als parteilose und vorerst fraktionslose Abgeordnete ausüben. An allen Fachausschusssitzungen am Schölerberg kann sie beratend teilnehmen, während der Vollversammlungen des Kreistages ist die Frau aus Rieste weiterhin stimmerechtigt.


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